Kitzingen

Stadtrat befasst sich mit kostenintensiven Projekten

Der Bürgerantrag des Bürgerzentrums, fehlende Kinderbetreungsplätze, die Beförderung von Schulkindern und der Verein Aplawia waren Themen im Kitzinger Stadtrat.
In der Stadt Kitzingen fehlen Krippen- und Kindergartenplätze.
Foto: Andreas Brachs | In der Stadt Kitzingen fehlen Krippen- und Kindergartenplätze.

Der Kitzinger Stadtrat befasste sich in seiner jüngsten Sitzung mit folgenden Themen:

Entscheidung über Bürgerantrag: Der Antrag des Dachvereins des Bürgerzentrums wurde für zulässig erklärt und wird demnächst behandelt. Inhalt: Der Stadtrat soll den angestrebten Verkauf des Gebäudes rückgängig machen und es dem Bürgerzentrum dauerhaft überlassen. Dazu erklärte die Rechtsdirektorin der Stadtverwaltung, Susanne Schmöger, dass der Verkaufsvertrag so gut wie fertig sei. Investor Wolfgang Rosentritt will das Haus kaufen und dort und in den Nachbarhäusern ein Hotel entstehen lassen. Auf Nachfrage erklärte die Verwaltung, dass der Mietvertrag mit dem Verein zwar zum 31. Dezember auslaufe, die Stadt die Mitglieder aber vorerst noch im Hause dulde.

Fehlende Kinderbetreuungsplätze lassen Kitzingen als Schlusslicht im Landkreis erscheinen. Auch Familienreferent Stephan Küntzer (CSU) befand: "Es brennt die Hütte" – und zwar bei Kinderkrippen- und Kindergartenplätzen. Auf beide gebe es gesetzliche Ansprüche der Eltern. "Wir müssen also schleunigst handeln", sagte Küntzer. Allein bei den Krippen fehlen 194 Plätze. Küntzer schlug Gebäudemodule vor, die schneller zu installieren seien als Neubauten von Kindergärten. Oberbürgermeister Siegfried Müller (UsW) will erst ein Gutachten, um dann umfassend zu planen. In einem ersten Schritt beschloss der Rat, Gelder für die Erweiterung des Kindergartens Alemannenstraße bereitzustellen.

Am Rande der Sitzung machte der OB darauf aufmerksam, dass die Kreisstadt auch verpflichtet sei, Kinder aus den Gemeinschaftsunterkünften unterzubringen. Grundsätzlich forderte er mehr Förderung durch Bund und Freistaat für die kommunale Aufgabe. Allerdings belegen in Kitzingen auch viele zweieinhalbjährige Kinder Kindergartenplätze, weil es für sie zu wenige Krippenplätze gibt, hieß es aus der Verwaltung. 

Die Schülerbeförderung zur Grund- und Mittelschule Siedlung wird auch 2020/21 fortgeführt für die Stadtteile Etwashausen, Hoheim, Sickershausen und Hohenfeld. Der Stadtrat beschloss dies, obwohl die Kinder keinen gesetzlichen Beförderungsanspruch haben. Allerdings will die Stadt damit für mehr Schulwegsicherheit sorgen, denn zum Teil gebe es gefährliche Straßenkreuzungen für die betroffenen Kinder. 

Das neue Gelände der Kitzinger Schützengesellschaft soll entlang der Großlangheimer Straße beziehungsweise der geplanten Verlängerung der Nordtangente entstehen. Dort liegt es zwischen Industrie- und Gewerbegebiet und kann keine Anwohner stören. Zu diesem Zweck verkaufen die Schützen ihre alten Flächen und bauen in Etwashausen neu. Kern ist eine moderne Schießsportanlage mit 50 und 100 Metern Länge. Auch ein "Schießkino", ein Aufenthaltsraum und ein Luftgewehrraum sind geplant. 

Einen hohen Zuschuss von rund 142 000 Euro erhofft sich der Verein Aplawia von der Stadt Kitzingen. Der Verein hilft benachteiligten Menschen bei der beruflichen Integration und das seit 1984, damals noch unter dem Dach der AWO. Für seine Sozialarbeit entsteht ein Defizit, und dafür bittet der Verein um einen Zuschuss, den die Stadt in der Vergangenheit in unterschiedlicher Höhe gewährt hat. In der Diskussion zeigte der Stadtrat, dass er Probleme mit dem parallelen Wirtschaftsbetrieb der Aplawia hat. Die Räte wollen keinen Betrieb subventionieren, der durch seine Angebote Handwerkern Konkurrenz macht. Am Ende einigte sich das Gremium darauf, dem Verein durch die Vergabe von Aufträgen zu helfen, statt Zuschüsse zu zahlen.

Ein Antrag der ÖDP zur Stärkung des Artenschutzes durch Schaffung von naturnahen Lebensräumen und deren Vernetzung fiel im Stadtrat mehrheitlich durch. 

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