Prichsenstadt

Traurige Bilanz im Prichsenstädter Forst: Sturmschäden noch sichtbar

Auch wenn es schon mehr als zwei Jahre her ist, dass der Herbststurm "Fabienne" die Mitte und den Süden Deutschlands verwüstet hat, so sind die Spuren bis heute sichtbar. "Die Wunden, die der Sturm in die Prichsenstädter Wälder gerissen hatte, konnten wegen zweier heißer Sommer in Folge nicht geheilt werden", sagte der Förster Hubertus König, als er im Rat den Forstbetriebsplan für 2021 und den Hiebnachweis für 2020 vorstellte. Auch wenn ein Wald nicht allein an Zahlen gemessen werden sollte, wie König sagte, kam er nicht um sie herum. Für 2020 bleibt ein leichtes Minus von 166 Euro, der Plan für das neue Jahr wird am Ende einen Verlust von etwas mehr als 10 000 Euro bringen. Gleichwohl billigte der Rat einstimmig den Forstbetriebsplan.

Etwas anderes dürfte den Räten wohl auch kaum übrig geblieben sein, sind doch die Holzpreise in ganz Europa in den Keller gerauscht. Es ist einfach zu viel Schadholz, das den Markt flutet, und "gutes Holz ist momentan absolute Mangelware", so König. Wer sehen wolle, wie groß die Schäden immer noch seien, müsse nur auf der Traumrunde Prichsenstadt wandern. Die ist, so Bürgermeister René Schlehr, auch dank der Wegewarte (unter anderem die Ratsmitglieder Alexandra Martin und Alfons Saugel) "sehr gut hergerichtet worden".

Trockenheit und Borkenkäfer tun ein Übriges

Wegen des heißen Sommers 2020 mit mehreren Hitzetagen bei Temperaturen über 40 Grad Celsius "wird die Zellstruktur in den Bäumen geschädigt, die Blätter fallen ab, und wir mussten wegen der Verkehrssicherheit eine Reihe Bäume fällen", berichtete König weiter. Auch werde er die Bestände an Kiefern nicht halten können, weil es kaum noch Kiefern in den Wäldern gebe. Zudem stehen einige Wälder auf sandigem und somit trockenem Boden, "da geht es den Eichen auf Lehmböden schon etwas besser".

Der Sturm "Fabienne", die trockenen Sommer und die Borkenkäfer hätte zu einem Zwangseinschlag von 97 Prozent geführt, sagte König, und da könne man nicht mehr von einer "planmäßigen Forstwirtschaft" sprechen. "Die Pflicht zur Verkehrssicherung besteht auch bei den niedrigen Holzpreisen, wobei die kostendeckende Holzernte kaum mehr möglich ist", hatte König in seinem schriftlichen Bericht vermerkt. Das Pflanzen klimatoleranter Baumarten sei zwar dringend erforderlich, sei aber "oft bei den trockenen Sandstandorten äußerst schwierig und wetterabhängig". Umso wichtiger werde dann die Pflege der Kulturen und Jungbestände, um das Untergehen der wichtigen Mischbaumarten zu verhindern.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Kitzingen und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Weitere Artikel
Themen & Autoren
Prichsenstadt
Guido Chuleck
Alfons Saugel
Baumarten
Bäume
Holz
Holzpreise
Kiefern
Kostendeckung
Pflanzen und Pflanzenwelt
René Schlehr
Schäden und Verluste
Sturmschäden
Verwüstung
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!