Wiesentheid

Umstrittener Schotter in der Wiesentheider Allee

Es ist ein besonderes Stück Wiesentheid: Ein Grünstreifen, auf dem auch das Allee-Weinfest stattfindet, wirbelt jede Menge Staub auf. Im Internet herrscht helle Aufregung.
Die Allee im Wiesentheider Ortskern wird derzeit umgestaltet, was nicht jedem gefällt.
Foto: Andreas Stöckinger | Die Allee im Wiesentheider Ortskern wird derzeit umgestaltet, was nicht jedem gefällt.

Eine Rasenfläche wirbelt in Wiesentheid derzeit einigen Staub auf. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Grünstreifen mitten im Ortskern, auf dem alljährlich das Allee-Weinfest des Weinguts Fischer statt findet, wird derzeit mit Schotter befestigt. Derzeit sind dort Baumaschinen am Werk, was einigen Bürgern nicht passt.

Als über die Facebook-Seite "Wiesentheid.live" ein Foto in die sozialen Netzwerke gestellt wurde, das den Anfang der Arbeiten zur Umgestaltung des Platzes zeigte, meldeten sich gleich etliche Bürger besorgt zu Wort. "Echt jetzt...?", "Warum"?, "Schade", oder zynisch: "Faires Wiesentheid". Und: "Rettet die Bienen", stand dort in den Kommentaren der Nutzer zu dem Bild.

Die virtuelle Gemeinschaft vermutete hinter dem Ganzen eine Hau-Ruck-Aktion, bei der still und heimlich ein Stück Natur verschwinden würde. Über die Wucht der Diskussion wunderte sich Wiesentheids Bürgermeister Werner Knaier, der auch in den sozialen Netzwerken versuchte, mit Erklärungen zu beschwichtigen. "Ich bin vieles gewohnt, die Kritiker sind schnell. Früher ging es an den Stammtischen rund, jetzt schreiben sie es." Viele wüssten gar nicht die Gründe für das Ganze, sagte er auf Nachfrage dazu.

Naturbelassener Bereich

Das umstrittene Grundstück in der Rehhäusergasse, direkt hinter dem Wiesentheider Rathaus, gehört zu einem recht ursprünglichen, naturbelassenem Bereich mitten in Wiesentheid. Der Sambach schlängelt sich entlang an einigen Gärten und Grundstücken ruhig durch die Allee. Viele Wiesentheider nutzen die Passage gerne zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Einmal im Jahr wird dort Allee-Weinfest gefeiert, das Weingut stellt Tische und Bänke auf der unebenen Grünfläche auf.

Die wird nun geschottert, was einige nicht verstehen konnten. Bürgermeister Knaier und Laura Fischer versuchten, das Ganze zu erklären und die Wogen damit zu glätten. Das Weingut Fischer hatte ernsthaft überlegt, ob sich der Aufwand für das seit über 30 Jahren stattfindende Weinfest noch lohne, zumal die Resonanz zurück gehe. Gerade der Aufbau bedeute viel Aufwand, erläuterte die Frau von Weingutsinhaber Thomas Fischer. Es würde einiges erleichtern, "wenn wir dort eine ebene Fläche hätten". Zumindest für den Bereich, auf dem im Juli immer die Pagoden-Zelte des Weinguts stehen, wäre das hilfreich.

Bürgermeister Knaier und die Gemeinde sagten Unterstützung zu, auch um das idyllische Fest im Juli zu erhalten. Man könne die Rasenfläche am Bach entlang befestigen, zumal die Allee im Zuge der im Ort laufenden Städtebauförderung sowieso etwas aufgewertet werden solle, einigten sich Gemeinde und Weingut. Da die gerade im Ort tätige Baufirma etwas Zeit habe, wurde nach einer Besprechung gehandelt.

"Das wächst wieder zu"

Als Besitzer der Fläche ließ die Gemeinde zunächst ein Stück abtragen, mit Rücksicht auf die dort stehenden Bäume. "Wir haben den Oberboden abgezogen, dann rund 25 Zentimeter Schotter als Unterbau aufgebracht", schildert Bürgermeister Knaier die Arbeiten. Die Steine werden fest gerüttelt, ehe darauf eine Schicht Mutterboden mit Riesel komme. Auf dieser könne und werde man dann wieder Rasen ansäen. "Es wird eine Art Schotterrasen, das wächst wieder zu", erläuterte Knaier.

Die Bürger müssten nur etwas Geduld haben, dann werde das umstrittene Stück wieder grün. Dass wegen der Rasenfläche eine solche Debatte aufgekommen sei, kann Laura Fischer nicht ganz verstehen. Die Grünfläche habe nicht viel her gemacht, sie sei mehr Hundetoilette gewesen. Zudem sei ein Trampelpfad mitten durch gegangen, Spuren von Fahrrädern und Autos habe sie ständig aufgewiesen. Direkt an der Straße habe sie jeder als Parkplatz fürs Auto genutzt. Schön sei der Platz nicht gewesen. Wenn es im Nachhinein besser werde, sei allen geholfen.

Das sieht auch Bürgermeister Knaier so. Schnelles Handeln sei in dem Fall gefragt gewesen, weil sich die Baufirma anbot, jetzt schon dort loszulegen. Er verweist darauf, dass die gesamte Gasse mit dem Fußweg in Richtung Nikolaus-Fey-Schule, verbessert werden solle. Der Weg breche zum Bach hin ein, auch das werde man aufhalten. Das Ganze sei schon länger beschlossen gewesen, die Kosten seien im Paket des Ausbaus vom Innerort mit eingerechnet. Etwas Geduld sei eben gefragt, so Knaier. Gerade diese Eigenschaft sei heute oft leider nicht sehr ausgeprägt.

Schotter statt Rasen: An eine Grünfläche, wie  erinnert aktuell nicht viel auf dem Stück entlang der Allee in der Rehhäusergasse in Wiesentheid.
Foto: Andreas Stöckinger | Schotter statt Rasen: An eine Grünfläche, wie erinnert aktuell nicht viel auf dem Stück entlang der Allee in der Rehhäusergasse in Wiesentheid.
Auch an diesem Fußweg entlang des Sambachs sind in Wiesentheid vorgesehen. Bürgermeister Knaier zeigt auf die bereits abgebrochnee Böschung.
Foto: Andreas Stöckinger | Auch an diesem Fußweg entlang des Sambachs sind in Wiesentheid vorgesehen. Bürgermeister Knaier zeigt auf die bereits abgebrochnee Böschung.
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