Sommerach

Viel Geld für die Infrastruktur

Wahrzeichen vor dem Sommeracher Rathaus: der Dorfbrunnen mit der Darstellung des heiligen Georg, der den Drachen tötet.
Foto: Thomas Obermeier | Wahrzeichen vor dem Sommeracher Rathaus: der Dorfbrunnen mit der Darstellung des heiligen Georg, der den Drachen tötet.

Willkommen zum Sommerinterview! Wir haben den Bürgermeistern im Landkreis zehn Fragen gestellt, die im Laufe der nächsten Wochen nach und nach veröffentlicht werden. Heute dreht sich alles um Sommerach, wo Elmar Henke (Foto: Henning Schacht) seit 1998 im Amt ist.

Frage: Die erste Hälfte der Wahlperiode ist vorbei – worüber freuen Sie sich besonders?

Elmar Henke: Über die Zunahme der Geburtenrate. Nach den geburtenschwachen Jahren 2013 und 2014 stieg und steigt die Zahl der Neugeburten in 2015, 2016 und 2017 wieder an. Das bedeutet eine gut gebuchte Kindertagesstätte und eine angemessene Zahl an Kindern in unserer Grundschule.

Welche Projekte packen Sie bis 2020 in Ihrer Gemeinde noch an?

Henke: Um den Altort noch attraktiver zu gestalten, wurden mit der Regierung von Unterfranken im Rahmen der Städtebauförderung die baulichen Vorhaben für die kommenden Jahre bereits verabredet, so z.B. die Errichtung von altersgerechten Wohnen und Leben im Dorf, die Neugestaltung des Friedhofs und die Schaffung weiterer Parkplätze nahe dem Altort. Für junge Familien weist die Gemeinde aktuell ein Baugebiet nahe der Frankenstraße aus. Wobei gleichzeitig die Sanierung und Renovierung des wertvollen Baubestands im Altort gefördert und unterstützt werden soll, sprich Leerstandsmanagement.

Was steht direkt nach der Sommerpause an?

Henke: Die Fertigstellung des Umbaus und Erweiterung eines Kinderkrippenraumes in der Kindertagesstätte. Ende August beginnen die Bauarbeiten zur Erstellung eines neuen Mehrgenerationenplatzes am Maintor mit Neugestaltung des Platzbereiches am Maintor.

Ihr Lieblingsplatz in Ihrem Ort?

Henke: Je nach Stimmungslage finden sich in Sommerach geeignete Stellen, beim Wandern um zu Erholen und Nachzudenken, um in die Ferne zu schauen auf dem Aussichtsturm oder in der Freizeit in einer der abwechslungsreichen Gastronomiebetriebe ein Glas Wein genießen.

Gibt es etwas, das Sie an Ihrem Ort stört?

Henke: Hierzu zitiere ich gerne Wilhelm Busch: Aus der Mühle schaut der Müller, der so gerne mahlen will. Stiller wird der Wind und stiller und die Mühle stehet still. So geht's immer, wie ich finde, rief der Müller voller Zorn. Hat man Korn, so fehlt's am Winde, hat man Wind, so fehlt das Korn.

Wie steht es um die Finanzen der Gemeinde?

Henke: Die Gemeinde hat in den vergangenen Jahren viel Geld in die Infrastruktur investiert, wobei als Grundsatz die Wirtschaftlichkeit und Effizienz der Maßnahmen im Mittelpunkt steht, denn das Sparsamkeitsprinzip ist nicht das wichtigste Prinzip. Die Wünsche und Ansprüche sind immer höher als die zur Verfügung stehenden Finanzmittel. Das politische Können liegt darin, die finanzielle Balance so zu halten, dass bei akuten Bedarf immer genügt Geld in der Gemeindekasse vorhanden ist. Die Verschuldung der Gemeinde beträgt derzeit rund 700 Euro je Einwohner, damit liegt die Gemeinde im bayerischen Durchschnitt ähnlich großer Gemeinden.

Die Probleme vieler Gemeinden sind die Landflucht, fehlende Arbeitsplätze, Ärztemangel, verlassene Häuser oder marode Straßen. Wie sieht es bei Ihnen aus?

Henke: In Sommerach gibt es drei Allgemeinärzte und viele Gastronomiekonzessionen. Mit dem politischen Handeln können Entwicklungen planmäßig beeinflusst werden. Die vorhandene und funktionierende Infrastruktur ist das Ergebnis der Nutzungsbereitschaft der Bevölkerung. Wobei auch der Tourismus einen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit der Daseinsvorsorge leistet.

Was macht Ihnen an Politik Spaß?

Henke: Die täglich vielfältigen Herausforderungen in allen Bereichen des dörflichen Lebens. Aber auch die Aufgabe mittel- und langfristige Projekte anzugehen und zu entwickeln. Als Kommunalpolitiker trifft man heute Entscheidungen und hat spätestens morgen ein Feedback.

Welche Eigenschaften braucht ein Bürgermeister auf jeden Fall?

Henke: Die Kardinaltugenden wie von Thomas von Aquin formuliert: Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigung.

Stehen Sie 2020 bei den Wahlen noch einmal zur Verfügung?

Henke: Ich hatte das Glück bis jetzt, viermal von der Bevölkerung gewählt zu werden. Bei allen Wahlen habe ich etwa sechs Monate vorher entschieden ob ich kandidiere, so werde ich es auch bei der nächsten Kommunalwahl halten.

Die Bürgermeister haben Halbzeit in der Wahlperiode. Zeit für ein Zwischen-Fazit: Nach und nach werden in alle Bürgermeister des Landkreises zum „Sommer-Interview“ gebeten. Wie fällt Ihre Bilanz aus? Was haben Sie als nächstes vor? Die Frage bleiben gleich, die Akteure wechseln. Den Auftakt machte Gerhard Schenkel (Sulzfeld), der dienstälteste Bürgermeister im Landkreis. Heute antwortet der Sommeracher Elmar Henke (CSU, Freie Wählergemeinschaft/FWG) den Fragen.
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