Kitzingen

Warum die CSU im Landkreis (noch) kein Wahlgewinner ist

Bei den OB-Wahlen in Würzburg und Schweinfurt hat die CSU abgeräumt, auch in Kitzingen könnte das in der Stichwahl gelingen. Doch im Landkreis sieht die Lage anders aus.
Volkachs Wahlleitung tagte am Sonntagabend bis weit nach Mitternacht in der Mainschleifenhalle, um alle Wahlzettel auszuzählen. Das wurde am Montag und Dienstag noch fortgesetzt.
Foto: Katja Eden | Volkachs Wahlleitung tagte am Sonntagabend bis weit nach Mitternacht in der Mainschleifenhalle, um alle Wahlzettel auszuzählen. Das wurde am Montag und Dienstag noch fortgesetzt.

Die Überschrift auf der Titelseite war eindeutig: "CSU als Gewinner der Kommunalwahl" stand da in fettgedruckten Buchstaben. Eine Aussage, die auf die großen Städte Würzburg und Schweinfurt zutrifft, nicht aber auf den Landkreis Kitzingen. Ein eindeutiger Gewinner der Wahl ist hier nicht auszumachen. Jedenfalls noch nicht. Zudem haben bei den Stichwahlen am 29. März die großen Gruppierungen CSU und Freie Wähler noch Chancen auf weitere Bürgermeister-Posten.

Genau darauf verweist CSU-Kreisverbandsvorsitzende Barbara Becker. Sie bezeichnet den Ausgang der Kommunalwahl mit Blick auf die 31 Gemeinden im Landkreis als "stabiles Ergebnis". Dieses richtig bewerten könne man aber erst am 30. März, nach den Stichwahlen in Kitzingen, Dettelbach und Volkach, wo die CSU jeweils noch im Rennen ist. Die Niederlage von Amtsinhaber Werner Knaier in Wiesentheid sei schon überraschend gewesen, räumt die Lantagsabgeordnete ein, doch sie findet darin auch etwas Gutes. "Glauben Sie nie, dass Ihre Stimme nicht zählt", sagt Becker mit Blick auf den hauchdünnen Vorsprung Klaus Köhlers (FW) von zwölf Stimmen.

Die Freien Wähler und der Sprung nach oben

Fröhlicher gestimmt wirkt dann doch Stefan Wolbert, Kreisvorsitzender der Freien Wähler (FW). Er nennt das Ergebnis "sehr erfreulich". Die Bürgermeister, die für die Freien Wähler angetreten sind, haben bis auf Nordheim gewonnen, freute sich Wolbert. Stark profitiert habe man bei den Wahlen von Spitzenkandidatin Tamara Bischof, die mit dreiviertel der Stimmen als Landrätin im Amt bestätigt wurde.

Auch mit Blick auf die voraussichtliche Zusammensetzung des Kreistags, der am späten Dienstagnachmittag noch nicht fertig ausgezählt war, spricht Wolbert von einem "gehörigen Sprung nach oben". Allerdings räumt er auch ein: "Den größten Zuwachs haben die Grünen, das erkenne ich neidlos an." Diese machten im Landkreis aber auch einen "tollen Job", lobt der FW-Kreisvorsitzende.

Grüne sind neu in vier Räten

Und was sagen die Grünen selbst ob so viel oranger Zuneigung? Ulrich Drexelius, Kreisschatzmeister, antwortet eher vorsichtig: "Wir sind durchaus auch Gewinner." In Dettelbach (1 Sitz), Prichsenstadt (1), Sommerach (1) und Volkach (3) ist die Partei neu in die Stadt- und Gemienderäte eingezogen. In Wiesentheid (1) und Kitzingen (4) waren sie schon vertreten, konnten in der Großen Kreisstadt ihre Präsenz aber deutlich ausbauen. Zuvor war Andrea Schmidt nach ihrem Fraktionswechsel von der ÖDP einige Monate grüne Einzelkämpferin gewesen.

Für die SPD freut sich die stellvertretende Kreisvorsitzende Astrid Glos, dass ihre Partei die vier Sitze im Kitzinger Stadtrat halten konnte. Die Partei leide allerdings auch bei der Kommunalwahl etwas unter der schlechten Stimmung gegenüber den Sozialdemokraten in Land und Bund. Da sei es schwierig, die kommunalen Erfolge umzumünzen in Wählerstimmen. Doch sie setzt auf die Stichwahlen, bei denen die SPD in Kitzingen und Marktbreit noch den Bürgermeister stellen könnte.

Gespanntes Warten auf die Stichwahlen

Der 29. März, da sind sich alle einig, wird nochmal richtig spannend. In Bezug auf die eineinhalb Wochen Wahlkampf während der Corona-Krise betonte Barbara Becker: "Das Wichtigste ist jetzt, die Regeln zu respektieren, um niemanden in Gefahr zu bringen." Infostände, Haustür-Besuche und Versammlungen seien tabu. Alle Parteien wollen hingegen weiterhin im Internet für sich und ihre Bürgermeisterkandidaten werben.

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