Kitzingen

Was Pro Bahn und die Stadt zum geschlossenen Bahnhof sagen

Verschlossene Türen, Fahrkarten nur aus dem Automaten und kein Zentraler Busbahnhof. Am Kitzinger Bahnhof besteht Handlungsbedarf. Das sagen die Beteiligten zur Situation.
Das Bahnhofsgebäude in Kitzingen ist seit Anfang 2019 verschlossen. Eine Lösung ist bisher nicht in Sicht. 
Das Bahnhofsgebäude in Kitzingen ist seit Anfang 2019 verschlossen. Eine Lösung ist bisher nicht in Sicht.  Foto: Andreas Brachs
Dieses Schild am Fenster verspricht etwas, das am Kitzinger Bahnhof aktuell nicht möglich ist.
Dieses Schild am Fenster verspricht etwas, das am Kitzinger Bahnhof aktuell nicht möglich ist. Foto: Andreas Brachs

Es sind die Gegensätze, die die Menschen am Kitzinger Bahnhof so ärgern. In einem Fenster auf der Bahnhofsvorderseite wird dafür geworben, dass Fahrgäste "Ihre persönliche Fahrkarte...und vieles mehr" im Bahnhofsgebäude kaufen können. Doch das Gebäude ist verschlossen, obwohl immer mal wieder Fahrgäste auf der Suche nach einer Toilette an den verschlossenen Türen ruckeln, die laut Bahn auch nur defekt sind. "Türstörung. Bitte die anderen Türen benutzen", steht auf einem Schild am Eingang auf der Gleisseite des Gebäudes. Das scheint die Erklärung für ein Eisenschloss zu sein, das die Türen geschlossen hält. 

Statt seine persönliche Fahrkarte am Schalter zu lösen, muss sich ein älteres Ehepaar, das nach Würzburg möchte, sein Ticket am Automaten der Deutschen Bahn kaufen. Nicht so technikaffine Fahrgäste sind damit schnell überfordert. An diesem Morgen bekommen die beiden zum Glück Hilfe von einem Schüler. Als der Bahnhof im Januar 2019 verkauft wurde, wollte eigentlich die DB Agentur einen Fahrkartenschalter beim neuen Besitzer mieten. Getan hat sich in den letzten 20 Monaten nichts. 

Stadt hätte Vorkaufsrecht nutzen müssen

Dieses Schild weist auf eine Türstörung am Kitzinger Bahnhof hin. Tatsächlich ist das Gebäude aber geschlossen und die Tür mit einer Eisenkette verschlossen.
Dieses Schild weist auf eine Türstörung am Kitzinger Bahnhof hin. Tatsächlich ist das Gebäude aber geschlossen und die Tür mit einer Eisenkette verschlossen. Foto: Tim Eisenberger

Ähnlich gegensätzlich ist die Parkplatzsituation am Bahnhof. Während auf der südlichen Seite die Stadt aktiv wurde und aus dem Schotterparkplatz eine Park&Ride-Anlage gemacht hat, verlottert der Parkplatz auf der Nordseite weiter. Teile des Grundstück gehören dem Eigentümer, dem die Stadt damals das Gebäude und das Grundstück überließ, statt ihr Vorkaufsrecht bei der Bahn zu nutzen.

Kritik an der Stadt kommt vom Fahrgastverband Pro Bahn. "Aufgabe der Stadt wäre es aus unserer Sicht eigentlich gewesen, ihr Vorkaufsrecht umzusetzen. Jetzt geht es darum, den Investor zu locken, das Gebäude für die Öffentlichkeit zu öffnen", erklärt Pro Bahn-Sprecher Lukas Iffländer gegenüber dieser Redaktion. Durch Fördermittel oder durch die Verlagerung von städtischen Büros in den Bahnhof könnte die Stadt für eine Öffnung sorgen, sagt er.

Die Stadt sieht das anders. "Der Investor hat ein fertiges Nutzungskonzept, das er uns auch bereits mehrfach vorgestellt hat. In diesem Konzept sind alle Bereiche bereits verplant", sagt Oberbürgermeister Stefan Güntner.  "Wir als Stadt sehen im Rahmen dieses Konzeptes kein Potenzial zur Nutzung und haben derzeit auch keine Pläne für eine Nutzung", so Güntner auf Nachfrage. 

Mehr Umsteiger durch ZOB

Zuletzt verwies der Fahrgastverband noch auf die Bus-Haltestellen; ein neuer ZOB ist laut Stadt geplant. Auf dem nördlichen Gebiet, das zum Teil dem Eigentümer des Bahnhofs gehört, soll der neue Platz für den Busverkehr sein. Der Fahrgastverband verspricht sich von der Neugestaltung, im Kontext mit der Verbesserung des Buskonzepts, einen einfacheren Umstieg vom Zug- auf den Busverkehr und damit mehr Umsteiger.

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