DETTELBACH

Wasser für Nairobi: Christiane Spannheimer auf Heimatbesuch

Missions-Benediktinerin Christiane Spannheimer.
Foto: meike rost | Missions-Benediktinerin Christiane Spannheimer.

Der Boden ist trocken und uneben, entlang der provisorisch gestalteten Straße stehen kleine Lehmhütten, links und rechts ragen Felswände mehrere hundert Metern in die Höhe – so beschreibt Christiane Spannheimer Chesongoch.

In dieser Gegend im ostafrikanischen Keriotal bei Nairobi organisiert die gebürtige Dettelbacherin als Missions-Benediktinerin den Bau von Kindergärten, Schulen und als neuestes Projekt, den Bau eines Brunnens.

„Es war der Ruf Gottes“ – so erklärt die 77-Jährige kurz und knapp ihre Motivation, vor 40 Jahren nach Afrika zu gehen. Aufgewachsen in einer Handwerkerfamilie in einem gemütlichen Anwesen am Rande von Dettelbach, entschied sich Spannheimer direkt nach dem Abitur dafür, den Missions-Benediktinerinnen von Tutzing beizutreten. Nach einer klösterlichen Ausbildung studierte sie Medizin und machte anschließend die Fachausbildung zur Frauenärztin in Aschaffenburg.

„1973 wurde ich vom Priorat nach Tansania ausgesandt“, erinnert sich die Fränkin. Ihre Eltern seien zwar nicht begeistert davon gewesen, dass ihre junge Tochter so weit wegzieht, für sie sei die Entscheidung nach Afrika zu gehen, allerdings nicht schwer gewesen. In Tansania arbeitete Spannheimer zwölf Jahre lang als Frauenärztin in verschiedenen Missionskrankenhäusern. Für die frisch ausgebildete Ärztin eine schöne Erfahrung, da die Menschen „unfassbar dankbar für die Hilfe“ waren.

Vor 26 Jahren wurde „Schwester Christiane“ dann zur ersten Priorin eines neu gegründeten Priorats in Nairobi gewählt. „Das war das Ende meiner medizinischen Tätigkeit und der Beginn eines ganz neuen Abschnittes“, resümiert Spannheimer. Als Priorin kümmert sich die gebürtige Dettelbacherin bis heute um die Organisation, Spenden und Aufbauarbeiten in Kenias Hauptstadt. „Wir haben zu fünft angefangen, heute arbeiten in unseren fünf Außenstationen über 80 Schwestern“, sagt die 77-Jährige stolz.

Sie organisierte unter anderem den Bau von Bildungseinrichtungen und die medizinische Versorgung vor Ort. In Chesongoch gibt es seit vergangenem Jahr sogar ein Krankenhaus mit einem Arzt, „eine riesen Erleichterung für die Menschen im Tal“, betont Stammheimer. Denn vorher mussten die rund 3000 Bewohner aus der Gegend bis zu 60 Kilometer lang den Berg hoch fahren, um ein Krankenhaus zu erreichen – in der Regenzeit undenkbar.

Die neue Heimat

Als nächstes Projekt möchte die Missions-Benediktinerin einen Brunnen in Chesongoch bauen, alle anderen Außenstationen sind bereits versorgt. „Wir brauchen das Wasser vor allem für das Krankenhaus und als Trinkwasser“, sagt Christiane Spannheimer und fügt hinzu, dass der Brunnenbau rund 25 000 Euro koste. „Das ist auch der Grund für meinen Heimatsurlaub“, verrät die Dettelbacherin. Das letzte Mal war sie vor vier Jahren in ihrem Elternhaus zu Besuch, dieses Mal ist sie gekommen, um Spenden zu sammeln. „Ich möchte Ende Juni mit genug Geld für den Brunnen nach Nairobi zurückkehren“, erklärt sie ihr Ziel.

Afrika ist für Christiane Spannheimer zur Heimat geworden, einen Schock „von weiß zu schwarz“ habe sie nie erlitten, im Gegenteil. „Ich liebe die Freude, das Vertrauen und die Sorgenfreiheit der Afrikaner“, erzählt die Missionarin. Und daher möchte sie auch im fortgeschrittenen Alter noch möglichst vielen Menschen dort helfen. „Solange ich Kraft habe, bleibe ich dort“, sagt sie und strahlt von ganzem Herzen – wie sie es von den Kindern in Afrika gelernt hat.

Spenden für das Brunnenprojekt an:

Missions-Prokura Tutzing;
Kreissparkasse München Starnberg;
Kontonummer: 430570986,
BLZ: 702 501 50,
Betreff: Schwester Christiane, "Brunnen"

Händewaschen im Dreierpack: Die Kinder aus Chesongoch freuen sich schon auf den neuen Brunnen, der die Familien und Sanitärseinrichtungen in der Gegend mit sauberem Wasser versorgen soll.
Foto: spannheimer | Händewaschen im Dreierpack: Die Kinder aus Chesongoch freuen sich schon auf den neuen Brunnen, der die Familien und Sanitärseinrichtungen in der Gegend mit sauberem Wasser versorgen soll.
Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Kitzingen und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren / Autorinnen
Meike Schmid
Brunnen
Gynäkologinnen und Gynäkologen
Missionen
Priorinnen
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!