Kitzingen

Wegen Corona: Sturm auf die Kfz-Zulassungsstelle in Kitzingen

Im Frühling herrscht in der Kitzinger Kfz-Zulassungsstelle im Landratsamt traditionell immer Hochbetrieb. Diesmal aber war der Ansturm kaum zu bewältigen. Aber warum?
Nach dem Lockdown im Frühjahr war die Zulassungsstelle im Kitzinger Landratsamt heiß begehrt. Das Archiv-Bild zeigt ältere Kennzeichen.
Nach dem Lockdown im Frühjahr war die Zulassungsstelle im Kitzinger Landratsamt heiß begehrt. Das Archiv-Bild zeigt ältere Kennzeichen. Foto: Kutzenberger

Wenn eines Tages in der Geschichtsbüchern ein paar Kuriositäten über Corona stehen werden, dann werden Begriffe wie "Klopapier-Hamstern" oder "Corona-Demo" sicherlich nicht fehlen.  Womöglich schaffen es sogar die Kfz-Zulassungsstellen in die Corona-Kuriositäten-Liste.

Dass den Zulassungsstellen in den vergangenen Wochen eine besondere Rolle zufiel, hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen: Zum einen ist die Zulassung in den Frühlingsmonaten traditionell stark nachgefragt. Motorräder werden wieder angemeldet, ebenso Wohnwagen für die Sommersaison. Und wer ein neues Auto kauft, macht das auch gerne im Frühjahr.

Just in diese Phase fiel Corona. Der Publikumsverkehr in den Landratsämtern kam entweder ganz zum Erliegen oder war stark eingeschränkt. In Kitzingen machte die Kfz-Zulassungsstelle zwar nie dicht, damit wenigstens unaufschiebbare Anliegen erledigt werden konnten. Trotzdem war das kein Vergleich zu normalen Jahren, wie die Zahlen zeigen: Im April 2019 bearbeitete die Zulassungsstelle in Kitzingen 3278 Vorgänge, heuer schlugen 1677 Fälle zu Buche, also etwa die Hälfte.

Termin nur nach Vereinbarung

Das hatte, unmittelbar mit der Lockerung der Ausgangsbeschränkung, Auswirkungen: Ein Ansturm auf die Zulassungsstellen setzte ein und stellte die Mitarbeiter vor ungeahnte Herausforderungen. In Schweinfurt, so wird berichtet, soll es eine Schlange zwischenzeitlich sogar einmal fast ums Landratsamt herum gegeben haben. In der Kitzinger Behörde bildete sich dann und wann im Innenhof die eine oder andere Menschentraube.

Weil sich Abstandsregeln und größere Menschenansammlung ausschließen, wurde schließlich reagiert: Ab dem 25. Mai gab es einen Termin in der Zulassungsstelle nur noch nach vorheriger Vereinbarung. Vor allem an der Termin-Hotline mussten Mitarbeiter aus anderen Abteilungen aushelfen – anders wäre es nicht gegangen. Die Nachfrage war extrem hoch, im Schnitt versuchten über 1000 Anrufer am Tag die zentrale Landratsamt-Nummer zu erreichen.

Seit 1. Juli wieder "normaler" Betrieb

Seit 1. Juli ist wieder ohne Termin geöffnet. Anfangs kümmerten sich zwei Mitarbeiter darum, dass der Ansturm im Rahmen blieb: Sie zogen Nummern, verteilten diese an die Wartenden und riefen die Kunden nach und nach in den Wartebereich. Dort dürfen sich maximal acht Personen aufhalten. Schließlich wurde ein Bildschirm ins Fenster gestellt, so dass man die Nummern verfolgen kann.

Die Situation hat sich zwar nach und nach "ganz gut eingespielt", betont Pressesprecherin Corinna Petzold-Mühl. Eines aber sei auch klar: Vergessen wird man auch und gerade in der Zulassungsstelle die vergangenen Ausnahme-Monate nicht so schnell.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Kitzingen
  • Frank Weichhan
  • Ausgangssperren und Ausgangsbeschränkungen
  • Kraftfahrzeug-Zulassungsbehörden
  • Kunden
  • Mitarbeiter und Personal
  • Motorrad
  • Pressesprecher
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
2 2
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!