Kitzingen

Weihnachtsbesuch bei der Landrätin

Gäste im Advent: Zu Besuch im Landratsamt waren Asylbewerber und Bürgerkriegsflüchtlinge, die eine Klasse in der Berufsschule besuchen. Sie wurden begleitet von Klassenlehrer Thomas Geißendörfer (links), Gerlinde Porzelt (Zweite von rechts), stellvertretende Schulleiterin an der Berufsschule und Barbara Kothe (rechts), Sozialpädagogin von Kolping. Die jungen Männer hatten Plätzchen gebacken und brachten sie der Landrätin vorbei.
Foto: C. petzold | Gäste im Advent: Zu Besuch im Landratsamt waren Asylbewerber und Bürgerkriegsflüchtlinge, die eine Klasse in der Berufsschule besuchen.

Plätzchen brachten 14 Schüler der Vorklasse des Berufsintegrationsjahres der Berufsschule Kitzingen Landrätin Tamara Bischof bei einem Weihnachtsbesuch im Landratsamt mit. Das Besondere: Die Schüler sind Asylbewerber und Bürgerkriegsflüchtlinge und werden seit Oktober in dem speziellen Projekt an der Berufsschule unterrichtet. Ein Jahr lang lernen die jungen Männer aus Syrien, Somalia und Äthiopien hauptsächlich deutsch und schnuppern in verschiedene Bereiche hinein. Im zweiten Jahr sind vor allem Praktika angesagt.

Unterschiedliche Qualifikationen

„Die Qualifikationen, die die Flüchtlinge mitbringen, sind ganz unterschiedlich“, erzählt Klassenlehrer Thomas Geißendörfer. Vor allem in Syrien sei die Struktur vor dem Bürgerkrieg ähnlich wie in Deutschland gewesen. In Somalia hingegen gebe es durch den schon 25 Jahre andauernden Bürgerkrieg wenig Schulbildung. Und so sitzt nun auf der Schulbank in der Berufsschule eine Mischung unterschiedlicher Qualifikationen – unter anderem sind ein studierter IT-Spezialist, ein Schmied und ein Koch darunter.

Seit einigen Monaten sind die jungen Männer in Deutschland und sprechen die deutsche Sprache trotz der kurzen Zeit schon erstaunlich gut, heißt es in der Pressemitteilung des Landratsamtes. Das stellt auch Landrätin Tamara Bischof nach der Vorstellungsrunde fest. Sie will von den jungen Männern wissen, woher sie kommen, wie alt sie sind und wo sie im Landkreis untergebracht sind. Wo es am Deutsch hapert, geht das Gespräch auf Englisch weiter.

Vor allem eine Frage brennt den jungen Männern auf den Nägeln: wann entscheidet sich ihr Asylverfahren? „Ich kann ihnen leider keine Auskunft geben und auch keinen Einfluss darauf nehmen“, erklärt Bischof laut Pressetext. Das Asylverfahren entscheide allein das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. „Ich weiß, dass die Verfahren sehr lange dauern und dass das sehr ärgerlich ist“, zeigt die Landrätin Verständnis. Auch das Landratsamt sei daran interessiert, dass die Verfahren schnell bearbeitet werden.

Außerdem besuchte die Gruppe bei dieser Gelegenheit noch die Ausländerbehörde und das Sozialamt.

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