Wiesentheid

Nach dem Hochwasser: Aufräumen, Schäden bilanzieren, Schutz planen

Über Wiesentheid scheint längst wieder die Sonne. Doch die Hochwasser-Schäden sind längst noch nicht beseitigt. Wie geht es weiter und wie kann man sich künftig schützen?
Nach der Hochwasserflut: Die Mitarbeiter des Bauhofs in Wiesentheid sind noch mit dem Einsammeln der Sandsäcke beschäftigt.
Foto: Andreas Stöckinger | Nach der Hochwasserflut: Die Mitarbeiter des Bauhofs in Wiesentheid sind noch mit dem Einsammeln der Sandsäcke beschäftigt.

Längst scheint in Wiesentheid die Sonne wieder. Das Hochwasser nach den starken Regenfällen ist vorüber, doch fast zwei Wochen nach dem großen Regen gilt es weiterhin aufzuräumen. So ist der Bauhof gerade dabei, die zum Schutz ausgegebenen Sandsäcke im Ort und in den Ortsteilen wieder einzusammeln. Etwa 7000 Säcke dürften es gewesen sein, wie Laura Kreßmann schätzte. Die für Tourismus und Presse zuständige Mitarbeiterin im Rathaus wurde während und nach dem Hochwasser zur zentralen Stelle für das Thema.

Die Absperrungen verschwinden langsam wieder. "Die Leute vom Bauhof sind dabei, die Drainagen und Gräben wieder frei zu legen. Sie kontrollieren den Zustand der Brücken und Wege", berichtete sie auf Nachfrage. Etliche Wege, wie etwa im Schlosspark, hätten enorm gelitten und seien zum Teil richtiggehend unterspült und beschädigt. Auch in den Ortsteilen, vor allem in Geesdorf und Reupelsdorf, gebe es einiges zu tun, wie sie sagte.

Gesperrt wegen der Schäden ist dieser Fußweg im Wiesentheider Ortskern, entlang des Sambachs.
Foto: Andreas Stöckinger | Gesperrt wegen der Schäden ist dieser Fußweg im Wiesentheider Ortskern, entlang des Sambachs.

Im Gemeinderat hatte Wiesentheids Bürgermeister Klaus Köhler zuletzt noch einmal einen Rückblick auf die schwierigen Tage mit weit mehr als 120 Liter Regen pro Quadratmeter gegeben. Dabei bedankte er sich ausdrücklich bei den vielen Helfern für den "unermüdlichen Einsatz" aller, die in irgendeiner Form mit angepackt hatten.

Rund 350 Einsatzkräfte aus dem gesamten Landkreis, dazu THW-Einheiten aus Bamberg, Forchheim und Wertheim sowie am Samstag dann ein Kontingent von 170 Helfern aus dem Raum Aschaffenburg, seien eingesetzt gewesen.

Das Unwetter habe enorm gefordert. In Reupelsdorf, so der Bürgermeister, sei sogar die Marke des sogenannten hundertjährlichen Hochwassers überschritten worden. Mehr als 100 "akute Einsatzstellen", so Köhler, hätten allein die Feuerwehren verzeichnet. Dazu kamen Absperrungen und Verkehrsleitungen.

Viele Wege im Wiesentheider Schlosspark wurden durch das Hochwasser sichtlich in Mitleidenschaft gezogen.
Foto: Andreas Stöckinger | Viele Wege im Wiesentheider Schlosspark wurden durch das Hochwasser sichtlich in Mitleidenschaft gezogen.

Vor allem der Freitag verlangte den Helfern einiges ab. In Wiesentheid habe man bereits am Vormittag eine örtliche Einsatzleitung eingerichtet, was sich bewährt habe. In dem Bereich sei an diesem Nachmittag erschwerend zum großen Regen die Vollsperrung der Autobahn hinzu gekommen. Das große Verkehrsaufkommen auf den zur Verfügung stehenden Straßen sorgte für zusätzliche Belastung.

Bei den Überschwemmungen habe sich in Wiesentheid, so der Bürgermeister, der Bereich vom Werdesee am Gymnasium bis zur Gartenstraße sowie die Jahnstraße an der Steigerwaldhalle als Schwerpunkte herausgestellt. Dazu sei eine Trafostation am Parkplatz unterhalb des Neßtfellplatzes unter Wasser gestanden. Sie wurde vorsichtshalber vom Netz genommen.

Große Probleme habe es auch in den Ortsteilen gegeben. Besonders betroffen seien die Hauptstraße in Reupelsdorf, der östliche Teil Geesdorfs sowie die Ortsmitte in Untersambach gewesen.

Vereinzelt sieht man noch die Barrieren gegen das Wasser in Wiesentheid, wie hier am Bach in der Badersgasse.
Foto: Andreas Stöckinger | Vereinzelt sieht man noch die Barrieren gegen das Wasser in Wiesentheid, wie hier am Bach in der Badersgasse.

Bis Mitternacht habe der Einsatz der Feuerwehren am Freitag gedauert, am Samstagmorgen sei mit dem Aufräumen begonnen worden. Am Sonntag habe der Regen wieder eingesetzt, so Köhler. Die Feuerwehr habe sich den Durchlass unter der B286 in der Jahnstraße angesehen. Die Verantwortlichen hätten entschieden, aus Vorsicht eine Bypass-Leitung vom Hans-Zander-Weg zur Kläranlage zu legen. Noch einmal habe man zum Füllen von Sandsäcken aufgerufen, um gerüstet zu sein. Am Sonntag spät in der Nacht sei der Einsatz dann beendet worden, berichtete der Bürgermeister.

Er ging in der Ratssitzung auf das Konzept zum Schutz vor Hochwasser aus dem Jahr 2019 ein. Nach Einwänden habe man dieses ausbessern müssen; 2020 sei es vorgestellt worden. Seitdem stehe die wasserrechtliche und förderrechtliche Genehmigung seitens der Behörden aus. Ist diese erteilt, müsse die Gemeinde beschließen, welche Maßnahmen umgesetzt werden. Erst dann könne man mit den Verbesserungen beginnen. "Die Zeitschiene ist derzeit nicht planbar", führte Köhler in der Ratssitzung aus. Die Gemeinde habe aber ihren Teil dazu getan.

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