LOHR

100 Jahre BKH – 100 Masken

Fantasievolles Projekt: Zum 100-jährigen Bestehen des Bezirkskrankenhauses stellen Patienten 100 Masken her. Foto: Wolfgang Dehm

Das Bezirkskrankenhaus (BKH) Lohr feiert heuer sein 100-jähriges Bestehen. Passend dazu werden beim Sommerfest am 7. und 8. Juli 100 von Patienten gefertigte Masken in Haus 2 zu sehen sein.

In diesem Haus befindet sich die von Kunsttherapeut Michael Henning geleitete Kunsttherapie und die Marionettenwerkstatt, die Ergotherapeut Gerd Hagemann leitet. Die Maskenherstellung ist das erste gemeinsame Projekt der beiden Therapien.

Projekt läuft seit einem Jahr

Seit gut einem Jahr läuft es, immer donnerstags. Knapp 70 Masken haben die Patienten bereits hergestellt. Schnelle Maskenbauer schaffen ein Exemplar in drei Tagen, andere brauchen etwas länger.

Wie Henning und Hagemann erläutern, überlegen sich die Patienten – die durchschnittlich drei Wochen in der Klinik sind – zunächst, was für eine Maske sie darstellen möchten. Dann werde in einem kreativen Arbeitsschritt ein Modell aus Ton geformt.

In einem zweiten Schritt, der vor allem die Ausdauer trainiere, belegen die Patienten die Tonform mit leimgetränkten Zeitungspapierstreifen. Rund zehn Schichten seien notwendig, um der Maske einerseits den notwendigen Halt zu geben und andererseits zu ermöglichen, die Tonform herauszulösen. Der Ton wird laut Henning wiederverwendet.

Der dritte und letzte Schritt sei wieder kreativ. Dabei gehe es ums Bemalen der Masken, der eine oder andere Patient verwendet auch weitere Materialien wie Filz oder Fasern, um beispielsweise einen Bart darzustellen.

Die bis jetzt vorhandenen Masken zeigen ein breites Spektrum an Kreativität: vom Schwein über Robin Hood bis zu reinen Fantasiegebilden ist alles vorhanden. Teilweise werde auch die eigene Krankheit mit ironischem Unterton thematisiert, so Hagemann.

Wie Henning und Hagemann erläuterten, hat man sich beim ersten gemeinsamen Projekt von Kunsttherapie und Marionettenwerkstatt für die Maske entschieden, weil dieses Thema gut in die Psychiatrie passe.

Die Bedeutung von Masken

Masken verbergen das wahre Gesicht, Masken schützen das Gesicht und Masken ermöglichen, eine soziale Rolle einzuüben, verdeutlichte Henning. Bei der Herstellung von Masken sei meist ein großer persönlicher Anteil dabei.

Aus therapeutischer Sicht wirke sich das Arbeiten an einem gemeinsamen Thema – in diesem Fall eben die Maske – positiv aus, sagen Henning und Hagemann. Durch das gemeinsame Thema kämen die Patienten leichter in einen Dialog. Einige der Maskenhersteller, die die Klinik bereits verlassen hätten, wollten zur Präsentation beim Sommerfest kommen.

100 Jahre Bezirkskrankenhaus Lohr

Im Jubiläumsjahr 2012 ist in der Klinik am Sommerberg viel geplant. Unter anderem eine ganzjährige Ausstellung mit historischen Fotos im Verwaltungsgebäude (Haus 21) sowie verschiedene Konzerte. Ein großes Event soll das Sommerfest am 7. und 8. Juli werden. Dort können sich Künstler aller Art einbringen – musikalisch, lyrisch oder witzig. Anmeldung bei Gerd Hagemann, Tel. (0 93 52) 5 03-20 oder Dieter Graf, Tel. 5 03-2 80.

Das Symposium am 14. und 15. September zum Thema „Dasein im Wandel“ mit Professor Volker Zotz ist eine weitere große Veranstaltung in diesem Jahr.

Der offizielle Festakt findet genau 100 Jahre nach der Eröffnung des Bezirkskrankenhauses statt: am 13. November. Neben den großen Veranstaltungen werden im Lauf des Jahres auch zahlreiche kleinere Termine geboten.

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