Kreuzwertheim

100 neue Obstbäume für die Ehrlichsgärten

Gemeinsam wird der erste von 100 neuen Obstbäumen  in den Erhlichsgärten gepflanzt (von links): Bürgermeister Klaus Thoma, Krischan Cords, Vorstand Main Streuobst Bienen eG, Erwin Scheiner, Vorsitzender Bund Naturschutz Kreisgruppe MSP, und Julian Bruhn, stellv. Geschäftsführer Naturpark Spessart e.V.
Foto: Julian Bruhn | Gemeinsam wird der erste von 100 neuen Obstbäumen in den Erhlichsgärten gepflanzt (von links): Bürgermeister Klaus Thoma, Krischan Cords, Vorstand Main Streuobst Bienen eG, Erwin Scheiner, Vorsitzender Bund ...

Die Ehrlichsgärten in Kreuzwertheim gehören zu den ökologisch wertvollsten Streuobstgebieten der Region und sind als Natura 2000-Gebiet geschützt. Um den Bestand der Streuobstbäume langfristig zu sichern, hat der Naturpark Spessart e.V. gemeinsam mit der Gemeinde Kreuzwertheim und der Bund Naturschutz Kreisgruppe Main-Spessart 100 neue Hochstamm-Obstbäume gepflanzt. Die Bäume erhielten dabei einen ersten Schnitt und wurden, sofern notwendig, gegen Wildverbiss und Beweidungsschäden geschützt. Die Arbeiten wurden von der Main-Streuobst-Bienen eG als Dienstleister und Naturparkmitarbeitern durchgeführt. Projektleiter Julian Bruhn, Bürgermeister Klaus Thoma und BN-Vorsitzender Erwin Scheiner ließen es sich nicht nehmen, den ersten der 100 neuen Obstbäume selbst zu pflanzen.

Gepflanzt wurden alte, regionale Obstsorten wie der Steinbacher-Aschaffenburg Rambour, Birne Königin Viktoria, Apfel Schöner von Miltenberg, Bayrische Weinbirne oder Zwetschgen der Sorte Zirbartle blau. Krischan Cords, Geschäftsführer der Main-Streuobst-Bienen eG, schwärmt beim Blick auf die gelieferten Bäume: "Genau diese Sortenauswahl hätte ich auch für meine eigenen Wiesen getroffen".

Die Ehrlichsgärten mit über 2600 Bäumen sind nicht nur wegen der zahlreichen regionalen Obstsorten bedeutsam. Das Streuobstgebiet bietet mit einer kleinparzellierten Mischung aus gepflegten und nicht mehr genutzten, teilweise verbuschten Baumreihen mit einem hohen Anteil alter Bäume zahlreichen Arten einen Lebensraum. Vom Naturparkverein beauftragte Kartierungen der Vogelfauna und holzbewohnender Käfer erbrachten 2019 sensationelle Funde. Es wurden 26 Brutvogelarten und 106 Arten xylobionter Käfer nachgewiesen, darunter drei sogenannte Urwald-Reliktarten sowie zahlreiche stark gefährdete Arten der Roten Liste wie Gartenrotschwanz, Klappergrasmücke und Wendehals. Erwin Scheiner erinnert sich: "Seinerzeit wurde die BN-Ortsgruppe Kreuzwertheim gegründet, weil in den Ehrlichsgärten ein Baugebiet ausgewiesen werden sollte. Zum Glück konnte dies verhindert werden, sonst hätten wir diesen Artenreichtum hier heute nicht."

Um diesen Schatz der Biodiversität langfristig zu sichern, ist das Nachpflanzen neuer Bäume, aber auch eine behutsame Pflege der Altbäume unerlässlich. Es sollen daher vermehrt professionelle Baumschnittkurse und Führungen angeboten werden, um Grundeigentümer, Flächennutzer und die Bevölkerung zu sensibilisieren.

Julian Bruhn, stellvertretender Geschäftsführer des Naturparks und Projektleiter, ist stolz auf die Umsetzung des Vorhabens: "Wir freuen uns, dass alle an einem Strang ziehen. Ohne die breite Unterstützung von Naturschutzbehörden, dem Markt Kreuzwertheim, dem Bund Naturschutz und den vielen Grundeigentümern hätte dieses Projekt nicht umgesetzt werden können." Die Aktivitäten sollen in den nächsten Jahren fortgeführt werden, denn mehr als die Hälfte aller hier erfassten Obstbäume sind bereits überaltert. Es sollen daher weitere Nachpflanzungen mit ähnlichen Sorten-Raritäten erfolgen.

Klaus Thoma freut sich über die Initiative des Naturpark Spessart und seiner Partner und über die Förderung durch die Regierung von Unterfranken in Höhe von 75 Prozent der Maßnahmenkosten: "Hier fließt die öffentliche Förderung in den Erhalt dieser wunderschönen und vielfältigen Obstwiesen einer Jahrhunderte alten Natur- und Kulturlandschaft. Das ist eine sehr sinnvolle Investition in die Zukunft." Am Radweg nach Hasloch möchte der Bürgermeister gerne in den nächsten Jahren weitere Obstbäumen pflanzen. Er ist gespannt, welche alten Sorten die regionalen Baumschulen dazu noch anbieten können.

Von: Oliver Kaiser, Geschäftsführer Naturpark Spessart

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