Lohr

1,29 Millionen Euro für die Stadtwerke Lohr

Erfreuliche Neuigkeiten hatte Marek Zelezny, der Geschäftsführer der Energieversorgung Lohr-Karlstadt, für den Lohrer Stadtrat. In der Sitzung am Mittwochabend legte er seinen Jahresabschluss für 2020 vor und gab einen Ausblick auf das bald endende Jahr 2021.

Im Jahr 2020 wurde viel investiert. Geplant waren rund 6,5 Millionen Euro. Diese Summe ist mit sieben Millionen Euro sogar noch übertroffen worden. 4,5 Millionen Euro davon wurden über neue Darlehen abgedeckt. "Wir haben hier aber ein Auge drauf, dass es nicht überhand nimmt", sagte der Geschäftsführer – auch wenn niedrige Zinsen lockten. Die Umsatzerlöse lagen mit 74 Millionen Euro rund fünf Millionen Euro über dem Ergebnis von 2019, dennoch ist der Jahresüberschuss leicht zurückgegangen.

Statt 5,36 Millionen erwirtschaftete das Unternehmen 5,14 Millionen Euro. Zelezny machte hier vor allem gestiegene Kosten als Ursache aus. Vom Gewinn wurden insgesamt 4,9 Millionen Euro ausgeschüttet. Die Stadt Lohr mit ihrer Beteiligung von 26,45 Prozent am Unternehmen erhielt hiervon 1,29 Millionen Euro auf das Konto der Stadtwerke überwiesen.

Kein Selbstläufer

Bürgermeister Mario Paul erklärte, die Energieversorgung zeige sich widerstandsfähig, auch wenn mehr Mitbewerber auf den Markt drängten. Er beobachte gerne die gute Arbeit, auch wenn der Erfolg von heute schnell alt sei. "Es ist kein Selbstläufer", so Paul.

Auf Nachfrage zur Corona-Thematik erklärte Zelezny, man sei gut durch die Pandemie gekommen. Man habe die EDV entsprechend umgestellt und Home-Office angeordnet. Nur die Mitarbeiter draußen hätten manchmal vor Problemen gestanden. "Die Kunden wollten keinen Kontakt, die Mitarbeiter nicht ins Haus lassen", sagte Zelezny.

Im Jahr 2021 sind Investitionen in Höhe von 5,5 Millionen Euro geplant. Diese werden laut Geschäftsführer allerdings nicht ausgeschöpft. Unter anderem fehlende Dienstleister sorgten dafür, dass nicht alle geplanten Projekte umgesetzt werden. Als wichtigstes Projekt nannte er die Leistungserhöhung des Gerresheimer-Konzerns sowie den Umbau des Umspannwerks 1 in Lohr.

Mehr Leistung

Die geplante Leistungserhöhung wird um zehn auf 25 Megawatt und perspektivisch auf 30 Megawatt steigen. Dafür werden zwei neue, exklusive Trassen mit zwei mal drei Kilometern Länge vom Umspannwerk bis zum Gerresheimer-Betriebsgelände gebaut. Einen Teil der Kosten übernimmt das Unternehmen. Auch die Erweiterung des Umspannwerkes sei notwendig. Dort werden eine Schaltanlage und neue Transformatoren gebaut. Die Arbeiten sollen im Sommer 2023 beendet sein.

Auf der weiteren Agenda steht der Neubau der Lagerhalle in Karlstadt. Zelezny rechnet für 2021 mit Umsatzerlösen von 72,6 Millionen Euro, also knapp unter dem Vorjahresniveau. Auch der Jahresüberschuss wird seinen Berechnungen nach mit 4,9 Millionen Euro wieder leicht sinken. Zelezny machte deutlich, dass die Zahlen aktuell bis zu 99 Prozent zuverlässig seien.

Wenig gute Nachrichten hatte Marek Zelezny zu den Entwicklungen am Markt für Strom und Gas. "Der Markt spielt verrückt", machte er deutlich. Teilweise habe es Preiserhöhungen von 300 Prozent gegeben. Durch die Einkaufspolitik könne man Bestandskunden auch im neuen Jahr noch die Preise für 2021 anbieten, nicht aber den Neukunden. Hier seien die Tarife etwas weniger attraktiv.

Diese Entscheidung sei eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Die Märkte, auch bei Erdgas, bewegten sich seiner Meinung nach aus heutiger Sicht nicht mehr zurück auf das Niveau von Anfang 2021. Dies habe auch ein externer Berater so vorausgesagt.

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