Gemünden

20 Stunden gemeinnützige Arbeit wegen Böllern von Hochzeitsfeier

Das Amtsgericht in Gemünden. Foto: Michael Mahr

Böller statt Drogen fand die Polizei Anfang des Jahres bei einem 21-jährigen Mann aus dem Raum Marktheidenfeld. Er war von einem ehemaligen Freund beschuldigt worden mit Drogen zu handeln. Bei der Hausdurchsuchung fanden die Beamten jedoch nur die Böller. Jetzt musste sich der Mann wegen des Besitzes von Explosivstoffen verantworten.

Eigentlich hätte sich der junge Mann das Erscheinen vor Gericht ersparen können. Die Staatsanwaltschaft Würzburg hatte zwar Anklage erhoben, war aber bereit, das Verfahren gegen die Ableistung von 16 Stunden gemeinnütziger Arbeit einzustellen. Dies teilte sie ihm auch mit. Allerdings reagierte der Beschuldigte nicht auf das Angebot.

Angeklagter reagierte nicht wegen Ramadan

Vor Jugendrichter Felix Geppert berichtete der Auszubildende zum Mechaniker, warum. Das Schreiben kam zur Zeit des Ramadan. "Da bin ich immer besonders aggressiv", betonte er sein Nichtreagieren. Außerdem wollte er nicht einsehen, dass er für andere Leute bestraft werden sollte. Die von der Polizei entdeckten Böller gehören nicht ihm, erklärte er vor Gericht. Sie sollen noch von der Hochzeitsfeier seiner Schwester stammen, und die war vor sechs Jahren.

Der in seinem Zimmer stehende Schrank, in dem sich die Böller befanden, ist "Allgemeingut", so der Angeklagte. Nahezu alle Familienmitglieder, "so an die 20 Personen", würden alles, was nicht gebraucht würde, in dem Schrank ablegen. "Das Wenigste ist von mir", meinte er weiter.

20 Stunden gemeinnützige Arbeit

"Das ist jetzt keine staatstragende Sache", meinte auch Jugendrichter Geppert und machte den Vorschlag, das Verfahren noch einmal gegen Auflagen vorläufig einzustellen. Mit Zustimmung des Staatsanwaltes wurden gegen den Angeklagten 20 Stunden gemeinnützige Arbeit nach Weisung des Kreisjugendamtes verhängt. Ersatzweise 200 Euro Geldauflage. Zudem erhält er einen Eintrag im Erziehungsregister, gilt aber nicht als vorbestraft.

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