Karlstadt

20 Jahre DJ Short-Cut: Im Obersinner Keller fing alles an

2000 produzierte Simon Alsheimer in seinem Keller in Obersinn sein erstes Mixtape als DJ Short-Cut. Jetzt hat er eine Dokumentation über die vergangenen 20 Jahre gemacht.
Die Anfänge: Im Keller seines Obersinner Elternhaus startete DJ Short-Cut alias Simon Alsheimer seine DJ-Karriere. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 2002.
Foto: Alsheimer | Die Anfänge: Im Keller seines Obersinner Elternhaus startete DJ Short-Cut alias Simon Alsheimer seine DJ-Karriere. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 2002.
Frage: Sie haben eine Dokumentation über sich selbst gemacht. Wie sind Sie auf die Idee gekommen? 

Simon Alsheimer: Das kommt arrogant rüber, soll es aber nicht. Mir ist letztes Jahr mein erstes Mixtape aus dem Jahr 2000 in die Hände gefallen. Da ist mir bewusst geworden, wie lange ich das schon mache. In der Doku wollte ich dann auch die Hintergründe beleuchten, wie waren die Anfänge, was waren meine Impulse.  

Wie waren die Anfänge?

Alsheimer: Als DJ vor 20 Jahren hast du auf jeden Fall viele Plattenkisten geschleppt. Heute hast du maximal deinen Laptop und eine Soundkarte dabei. Und das Publikum war ein Anderes damals. Heute sind die Leute schwerer zu begeistern, weil sie über das Musik-Streaming schon vieles kennen und haben, teilweise sogar vor dem DJ. 

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Wie kompensieren Sie das?

Alsheimer: Zum einen, indem ich wirklich viel Musik höre, um dranzubleiben. Heute kommen täglich so viele neuen Tracks raus. Da sitze ich mindestens einmal pro Woche und sortiere Playlists, kaufe Musik ein. Aber neben all dem Neuem, gibt es bei mir auch immer 'ne Runde Oldschool. Ich sage den Leuten immer: Die Musik war früher auch schon gut.  

In der Doku kommen DJs teils aus Würzburg und Schweinfurt zu Wort, die Sie beschreiben. Da wird auch ganz schön viel gelobhudelt. War das so geplant?

Alsheimer: Ich habe zu meinen Interview-Partner gesagt: Seid ehrlich. Haut auch mal was Negatives raus. Das soll mich von allen Seiten beleuchten. Einer kritisiert dann auch: Was ihn nervt wäre, dass ich ganz schön penetrant sein kann, wenn ich was will. 

Ihre Mutter kommt auch vor. Was erzählt sie?

Alsheimer: Unser Keller damals in Obersinn war immer mehr ein Jugendtreff. Da haben wir mit Rappen, Graffiti, Breakdance und DJ-ing angefangen. Meine Mutter war die Leidtragende davon. Aber sie wusste sich auch zu wehren. Wenn es ihr zu viel wurde, hat sie uns schon mal einfach den Strom abgestellt. 

Im Jahr 2020 guckt er auf 20 Jahre DJ-Dasein: Simon Alsheimer alias DJ Short-Cut heute. 
Foto: Philipp Gerner | Im Jahr 2020 guckt er auf 20 Jahre DJ-Dasein: Simon Alsheimer alias DJ Short-Cut heute. 
Drei Begriffe bleiben beim Reingucken in die Doku hängen, die öfter fallen. Können Sie kurz jeweils was dazu sagen. Erstens: Oldschool. 

Alsheimer: Ich bin Oldschool, weil ich schon etwas älter bin, 36 Jahre. Und ich bringe auch immer eine Oldschool-Runde in den Abend mit rein, das ist auch ein bisschen mein Markenzeichen. 

Zweiter Begriff: Badesalz

Alsheimer: Das hab ich von meinem Vater. Der hatte alle Alben, die konnte ich dann alle auswendig. Ich fühle mich auch wie ein halber Hesse, bin an der Grenze zu Hessen aufgewachsen, zeitweise in Hessen auf die Schule gegangen. 

Ihr Lieblings-Sketch von Badesalz?

Alsheimer: Das Rhythmusgerät. 

Dritter Begriff: Heimat. 

Alsheimer: Ich bin Heimat-Fan, vor allem vom Sinngrund. Ich wollte nie in die Großstadt. Das wäre mir viel zu stressig. Ich will meine Ruhe. Mittlerweile lebe ich in Stetten. Das ist genau richtig. 

Auch DJs hat Corona hart getroffen und es ist immer noch hart. Schließlich müssen Clubs und Discotheken immer noch geschlossen bleiben. Wie erleben Sie das? 

Alsheimer: Ich habe auch, wie viele andere, DJ-Sets per Livestream gemacht. Damit generierst du kein Einkommen, aber du gibst den Leuten was zurück und bleibst sichtbar. Das war am Anfang sehr gefragt, wird aber auch schon wieder weniger, weil die Leute wieder raus in den Biergarten gehen können. Viele kompensieren das, in dem sie zum Beispiel noch bei Hochzeiten oder Geburtstagen auflegen. Das ist aber nicht mein Ding, fällt mir sehr schwer. Insgesamt macht mich das ganz schön fertig, dass ich nicht auflegen kann. 

Die Dokumentation zum Anschauen 

Die Doku „20 Jahre DJ Short-Cut“ erscheint am 17. August auf Simon Alsheimers Youtube-Kanal www.youtube.com/djshortcut187.
Einen Trailer zu der 46-minütigen Dokumentation gibt es bereits unter https://youtu.be/HQy2G3imr7A
Quelle: luc
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