Lohr

200 Unterschriften für bessere Busanbindung des Hallenbades

Christine Bils mit den Unterschriften vor dem Lohrer Rathaus. Foto: Johannes Ungemach

Christine Bils aus Neustadt will erreichen, dass das Lohrer Hallenbad und das gesamte Sportzentrum Nägelsee besser mit dem Bus zu erreichen sind. Und viele andere wollen dies offenbar auch: Bils hatte über vier Wochen hinweg Unterschriftenlisten im Eingangsbereich des Bades ausgelegt. Über 200 Badbesucher haben für eine bessere Busanbindung des Bades unterschrieben.

Die Listen überreichte Bils am Dienstagmorgen Lohrs Bürgermeister Mario Paul. Dieser zeigte grundsätzlich Verständnis für Bils' Ansinnen. Allerdings seien grundlegende Veränderungen erst zum Stichtag 1. November 2021 möglich. Denn bis dahin liefen die aktuellen, 2013 vergebenen Konzessionen für den Stadtbusbetrieb noch, so Paul.

Bils ist eine Vielschwimmerin. Die Seniorin fährt in den Wintermonaten täglich von Neustadt zum "sehr schönen" Lohrer Hallenbad – mit dem Auto. Vor einiger Zeit jedoch habe sie sich gedacht, dass sie eigentlich auf den Bus umsteigen könne.

"Ich habe es dreimal versucht, dann habe ich aufgegeben. Es war mir zu anstrengend", schildert Bils ihre Erfahrung. Sie habe mit dem Bus erst von Neustadt nach Lohr zum Zentralen Busbahnhof fahren müssen. Die gut 600 Meter von dort zu Fuß zum Hallenbad seien ihr zu weit. Deswegen setzte sich Bils in den Stadtbus Lohrliner. Der fuhr zunächst durch die gesamte Lindig-Siedlung, um schließlich am Finanzamt zu halten.

Haltestelle 300 Meter weg

Von dort sind es rund 300 Meter bis zur Kasse des Bades. Das wäre für sie trotz Kniebeschwerden noch zu bewältigen, sagt Bils, für andere ältere oder gehbehinderte Badbesucher aber vielleicht nicht. Doch es gibt noch ein Problem: "Man kommt nicht mehr zurück", sagt Bils. Zwar könne man am Finanzamt wieder in den Stadtbus einsteigen. Doch der unternehme dann erst eine Rundfahrt durch ganz Sackenbach, bevor er wieder an den ZOB komme. Womöglich, so Bils, könnte eine Haltestelle an der nur 200 Meter entfernten Jahnstraße Abhilfe schaffen. Doch dort hielten Busse derzeit nur am Vormittag, während des Schulbetriebs.

Insgesamt, so Bils, sei die Busfahrt kompliziert und in ihrem Fall auch eine Hetzerei gewesen. Viel einfacher wäre es ihrer Aussage zufolge, wenn es nah am Bad und Sportzentrum eine eigene Bushaltestelle geben würde. Um das zu erreichen, startete Bils ihre Unterschriftenaktion. Sie ist sich sicher, dass sie noch deutlich mehr Unterschriften erhalten hätte, wenn sie die Listen auch im Bereich der Sporthalle ausgelegt hätte. Denn auch dort sei jeden Tag viel los.

Die Parkplätze vor dem Gebäude seien oft voll, schildert Bils, "da ist ein Mordsverkehr, jeder kommt mit dem Auto", von den Eltern, die ihre Kinder zum Sport bringen, bis zu Senioren, die VHS-Kurse besuchen. Eine bessere Busanbindung könne womöglich manchen zum Umstieg bewegen, glaubt Bils.

In dem Schreiben, das sie mit den Unterschriften Paul überreichte, bittet Bils darum, dass sich der Stadtrat zeitnah mit dem Thema befasst. Sie hoffe auf eine "praktikable Lösung für alle Beteiligten". Öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen sei der beste Weg, um Energie und CO2-Ausstoß einzusparen, so Bils. Um den Kreis der Mitstreiter zu erweitern und für das Thema zu sensibilisieren, verschickte sie ihr Schreiben an eine ganze Reihe von Institutionen, vom Zweckverband Nägelsee über die Volkshochschule, den Seniorenbeirat und den TSV Lohr bis an das Landratsamt, den Bund Naturschutz oder den Verkehrsverbund Mainfranken.

Bürgermeister Paul dankte Bils für ihr Engagement. "Wir werden sehen, ob wir es berücksichtigen können." Bis zur Neuvergabe der Konzessionen ab November 2021 seien jedoch in der Linienführung des Lohrliners "nur sehr eingeschränkt Veränderungen möglich", so Paul. Er bitte um Verständnis, dass die Stadt nicht sofort auf Bils' Anregung reagieren könne.

Das recht starre Fahrplangerüst hänge auch damit zusammen, dass die Linien eng aufeinander abgestimmt seien, so Paul. Schon kleine Veränderungen im Fahrplan würden das gesamte System am zentralen Knotenpunkt des ZOB ins Wanken bringen. Ein Hauptziel der Taktung sei es gewesen, den Bahnhof halbstündig mit dem Lohrliner anzusteuern. Das sei mit relativ wenigen Bussen gelungen. Die Stadt lasse sich den Lohrliner jedes Jahr rund 600 000 Euro kosten, so Paul.

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