LOHR

25 Millionen fließen ins Aloysianumsareal

So soll es aussehen, das neue Baugebiet zwischen Lohrer Aloysianum und Bahnstrecke. Insgesamt könnten 58 Wohnungen, zehn Einfamilienhäuser und eine Pflegeeinrichtung mit 112 Zimmern entstehen.
So soll es aussehen, das neue Baugebiet zwischen Lohrer Aloysianum und Bahnstrecke. Insgesamt könnten 58 Wohnungen, zehn Einfamilienhäuser und eine Pflegeeinrichtung mit 112 Zimmern entstehen.

48 Wohnungen sind im Aloysianum im Lohrer Süden bereits entstanden, größtenteils auch verkauft und bereits bewohnt. Nun könnten weitere 58 Wohnungen und zehn Einfamilienhäuser folgen, dazu eine Pflegeeinrichtung mit 112 Zimmern. Losgehen könnte es eventuell schon im kommenden Jahr.

Neuer Investor auf Großprojekte spezialisiert

Der Lohrer Stadtrat segnete am Mittwochabend einstimmig den geänderten und speziell für dieses Areal erstellten vorhabenbezogenen Bebauungsplan ab. Die Änderung rührt daher, dass es einen neuen Investor gibt. Bisher hatte die Villinger Top-Bau GmbH die Planung in der Hand. Sie hatte auch das Aloysianum gekauft und umgebaut.

Doch jetzt hat sich die Top-Bau GmbH zurückgezogen, womöglich, weil sie mit einem Großprojekt in der Heimat stark ausgelastet ist. Neuer Vorhabenträger ist die MC Immobilien GmbH aus Unterschleißheim bei München. Sie ist auf große Wohnanlagen mit Eigentumswohnungen spezialisiert.

Moderne Flachdachbauten vorgesehen

In Lohr übernimmt der neue Investor im Wesentlichen die Planung des Vorgängers. Lediglich im Mittelbereich des Areals sind nun drei statt vorher vier Wohnblöcke vorgesehen. In Planung sind moderne Flachdachbauten. Die Einfamilienhäuser zur Südtangente hin sind zweigeschossig, nach hinten steigt die Geschosszahl an bis zum mit 19 Wohnungen größten Wohnblock, der im Nordwesten steht und fünf Stockwerke haben wird.

Bürgermeister Mario Paul bezeichnete das gesamte Vorhaben als „städtebaulich sehr wünschenswerte Entwicklung“. Michael Kleinfeller (CSU) sagte mit Blick auf den in einigen Jahren ganz in der Nähe auf dem Gelände des Bezirkskrankenhauses entstehenden Neubau der Zentralklinik für Main-Spessart und die dort beschäftigten Menschen, dass Lohr dringend Wohnraum brauche. Über den Flachdachbaustil und die moderne Gestaltung in unmittelbarer Nähe zum denkmalgeschützten Aloysianum sagte er:„Über Geschmack lässt sich streiten.“

Sorge wegen Verkehrsbelastung in Rodenbacher Straße

Sorgen machten sich einige Räte wegen der zusätzlichen Verkehrsbelastung, die das Baugebiet in die Rodenbacher Straße bringen dürfte. Von dort zweigt die Zufahrt auf das Areal ab. Ob man nicht wenigstens in der Bauphase den Verkehr auch von der Südtangente in das Gebiet einfahren lassen könne, lautete ein Vorschlag. Das sei zu prüfen, so der stellvertretende Bauamtsleiter Rainer Tratberger. Bürgermeister Paul hatte für die Zeit danach noch eine andere Idee: „Ganz einfach wäre es, wenn die Rodenbacher Straße nur für Anwohner frei wäre.“

Angetan zeigten sich die Räte auch von der in der Planung enthaltenen Pflegeeinrichtung. Vorgesehen sind 112 Wohneinheiten mit Schlaf- und Badezimmer. Dazu kommt im Zentrum ein gemeinsamer Speise- und Wohnzimmerbereich.

Christine Kohnle-Weis (SPD) zeigte sich in der Sitzung erstaunt, dass der neue Investor nicht anwesend war. Allerdings war dieser vor rund vier Wochen schon einmal im Stadtrat. Dabei, so erklärte Brigitte Riedmann (Freie Wähler), habe der Investor einen „sehr seriösen Eindruck hinterlassen“.

Mehrere Bauabschnitte geplant

Wie der neue Investor Christian Mair am Donnerstag gegenüber der Redaktion erklärte, könnten eventuell schon im kommenden Frühjahr die ersten Bagger anrollen. Allerdings, so der 49-Jährige, werde man das insgesamt auf rund 25 Millionen Euro veranschlagte Projekt sicher auf mehrere Bauabschnitte aufteilen, sodass es sich über zwei Jahre erstrecken könnte.

Beginnen werde man mit den zehn Doppelhaushälften entlang der Südtangente. Danach folgten die Wohnblöcke, schließlich die Pflegeeinrichtung. Diese solle möglichst von einem Träger vor Ort betrieben werden, so Mairs Vorstellung.

Der Kaufmann ist seinen Angaben zufolge seit 1992 in der Branche tätig. Bislang hat er mit seinem Unternehmen vor allem Großprojekte in Südbayern realisiert, zuletzt aber auch große Wohneinheiten in Forchheim. Erst am Donnerstag feierte er Richtfest an einer Anlage mit 33 Wohnungen in München.

Auf das Aloysianumsareal sei er im Sommer 2015 durch einen Bekannten aus Karlstadt aufmerksam geworden, so Mair. Nachdem sich die Villinger Top-Bau GmbH aus dem Projekt zurückgezogen habe, habe er das Areal hinter dem Aloysianum übernommen.

Zu Top-Bau habe er nie persönlich Kontakt gehabt, weswegen er auch über die Gründe des Rückzugs nichts wisse. Er vermute jedoch, dass dem vorherigen Investor die Realisierung und Vermarktung des Aloysianums zu langwierig war. Seiner Ansicht nach waren die Wohnungsgrößen dort unglücklich gewählt. Es seien zu viele große Wohnungen gewesen.

Bei den Wohnblöcken seines Projektes sei vorgesehen, dass die Größe der einzelnen Wohnungen recht flexibel gewählt werden könne. Beim Vertrieb wolle er auf örtliche Partner setzen, so Mair. Er kündigt an, dass es zu gegebener Zeit eine Infoveranstaltung in Lohr zu seinem Vorhaben geben werde.

Auf dem Areal hinter dem Aloysianum soll in großem Stil neuer Wohnraum entstehen.
Auf dem Areal hinter dem Aloysianum soll in großem Stil neuer Wohnraum entstehen. Foto: Ungemach

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Ruppertshütten
  • Johannes Ungemach
  • CSU
  • Einrichtungen im Pflegebereich
  • Freie Wähler
  • Mario Paul
  • Planung und Organisation
  • SPD
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!