Bad Neustadt

5800 Wildschweine im Landkreis erlegt

In ganz Bayern war im vergangenen Jagdjahr eine Rekordstrecke bei der Jagd auf Wildschweine zu verzeichnen. Den Rekordwert lieferte der Landkreis Main-Spessart.
Afrikanische Schweinepest       -  So viele Wildschweine wie nie wurde in der vergangenen Jagdsaison sowohl in Bayern wie auch in Main-Spessart geschossen.
Foto: Jens Büttner/dpa | So viele Wildschweine wie nie wurde in der vergangenen Jagdsaison sowohl in Bayern wie auch in Main-Spessart geschossen.

So viele Wildschweine wie noch nie haben Bayerns Jäger in der Jagdsaison 2017/18 erlegt. Wurden in der Vorsaison 61 000 Tiere geschossen, betrug die Strecke nunmehr 95 000 Tiere, heißt es in einer Mitteilung des bayerischen Landwirtschaftsministeriums. Zu verdanken sei die „Rekordstrecke“ in erster Linie dem unermüdlichen Einsatz der Jäger und ihrer guten Zusammenarbeit mit den Grundeigentümern, betonte darin Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber.

Seite Jahren hohe Abschusszahlen

Die Schwerpunkte der Schwarzwildbejagung lagen wieder im nördlichen Unterfranken. In den Landkreisen Main-Spessart und Rhön-Grabfeld, teilt der Bayerische Jagdverband (BJV) mit. Mit 5800 Wildschweinen lieferte der Landkreis Main-Spessart hier den höchsten Wert, dahinter folgt Bad Kissingen. Die Abschüsse im Landkreis bedeuten eine enorme Steigerung zur Vorsaison. Im Jagdjahr 2016 betrug die Strecke „nur“ 3583 Wildschweine. Main-Spessart hat von jeher hohe Abschusszahlen: Schon 1997/98, also vor 20 Jahren, wurde hier die größte Schwarzwildstrecke in Bayern registriert.

Hintergrund der verstärkten Bemühungen der Jäger ist die Reduktion der überhöhten Wildschweinbestände. Wie Michaela Kaniber weiter feststellt, liefern sie damit einen wichtigen Beitrag, um die negativen Folgen der ständig wachsenden Zahl an Wildschweinen – wie Wildunfälle (1073 im Jahr 2017 in Unterfranken), Flurschäden oder Seuchengefahr – einzudämmen. Gerade mit Blick auf die aus Osteuropa herannahende Afrikanische Schweinepest sind laut Kaniber die Anstrengungen der Jäger nicht hoch genug einzuschätzen, denn: „Ein Ausbruch hätte gravierende Folgen für Tiere, Landwirtschaft, Wirtschaft und Jagd.“

Für Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes (BJV), steht damit fest: „Die Jäger in Bayern haben ihre Hausaufgaben gemacht.“ Allein mit dem Abschuss sei es allerdings nicht getan. Jetzt sei es auch notwendig, dass das Wildbret vom Schwarzwild gern gegessen und von den Verbrauchern kräftig nachgefragt wird, heißt es in einer Mitteilung des BJV weiter. Burger vom Wildschwein und Grillspezialitäten aus Frischling und Überläufer seien heuer besonders gefragt. Schwarzwild, das von bayerischen Jägern vermarktet wird, sei nicht mit Cäsium belastet. „Über 100 Messstationen in ganz Bayern garantieren, dass Sie immer gesundes Fleisch bester Qualität auf dem Teller haben“, stellt der BJV fest.

Nun stellt sich allerdings die Frage, ob diese Rekordstrecke „nur“ ein Abschöpfen der wachsenden Wildschweinpopulation darstellt oder eine echte Reduktion der Schwarzwildbestände bedeutet. Das bleibe abzuwarten, stellt der BJV fest. Um darüber mehr zu erfahren, seien mehr und genauere Informationen über Sichtungen von Wildschweinen, Schäden und Wanderaktivitäten erforderlich. Diese Informationen soll BJV-Digital, ein Schwarzwild-Managementsystem des Jagdverbandes, liefern. Damit hätten die Jäger ein Werkzeug, um die Wildschweinjagd miteinander abzustimmen und so effektiver zu machen. Von größter Bedeutung sei es daher, dass sich nun möglichst viele Jagdgenossen und Jäger an diesem System beteiligen. Denn die reine Streckenstatistik sei nur ein Teil der nötigen Informationen, um zu beurteilen, wie es mit der Schwarzwildpopulation in Bayern weitergeht.

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