Burgsinn

600 Gäste feierten kurzweiligen MGV-Geburtstag

Der Männergesangverein "Liederkranz" Burgsinn zog bei seiner Geburtstagsfeier alle Register seines Könnens. Foto: Jürgen Gabel

Wenn ein Gesangverein sein Jubiläumsfest als Erfolg verbuchen möchte, kann er sich in Burgsinn eine Blaupause abholen: Man verzichtet auf großes Festzeltgedöns, lässt langatmige Reden und Ehrungen weg, lädt sechs Chöre mit modernem Drive ein und stellt den Gesang in den Vordergrund, verordnet sich selbst Lockerheit, würzt das Ganze mit Spaß, Freude, etwas Klamauk und garniert mit Oldie-Musik. Auf diese Weise war dem Männergesangverein (MGV) "Liederkranz" zu seinem 130. Jubiläum eine moderne, fantastische und musikalische Geburtstagsfeier gelungen. Mehrmals belohnten die rund 600 Gäste im großen Hallenteil der herbstlich dekorierten Sinngrundhalle die Darbietungen mit stehendem Beifall. 

Schon vor Beginn der Feier und in den kurzen Pausen sowie in der After-Show-Party sorgte die Band "Five4You" gekonnt mit Oldie-Ohrwürmern der 70er-Jahre für beste Stimmung. Vorsitzender Reiner Knöll hieß die Gäste willkommen und freute sich besonders über den Besuch des Patenvereins MGV Thüngen und des befreundeten Männerchors aus Pedraces/Alta Badia in Südtirol.

Der gesangliche Einstieg blieb dem Jubiläumschor vorbehalten. Knöll entschuldigte den erkrankten Chorleiter Felix Ziesewiß, auch sein Vertreter Klaus Lorenz befindet sich im Urlaub, sodass mit Philipp Schirling ein absoluter Neuling den MGV dirigieren sollte. Bravourös meisterte er dies und entführte mit den kräftigen, melodischen Männerstimmen mit dem "Abendwind/Kalinka" in die russischen Weiten. Mit dem gemeinsamen Auftritt des Jubiläums- mit dem Patenchor MGV Thüngen kündigte Vorsitzender Knöll eine Uraufführung an. Beim "Bettelbu" glänzten die 45 Männerstimmen in Harmonie und die Solisten Michael Klübenspies/Frank Rützel (Burgsinn) und Herbert Fiedler/Herbert Hildenbrand (Thüngen) servierten brillant ihre Stimmen.

Zur Jubiläumsansprache des Vorsitzenden hatte dieser seinen Klangkörper mit auf die Bühne gebracht. Der im Chor mitsingende stellvertretende Bürgermeister Matthias König forderte von Knöll eine kurze Rede. Plötzlich wurde dieser in die Küche wegen eines "Notfalls" gerufen. Währenddessen ließ sich der Chor eine Runde "Klaren" servieren. Dies wiederholte sich noch zweimal, bis alle Sänger einschließlich Dirigenten ihren Auftritt infolge Trunkenheit abbrechen mussten. Den Gästen gefiel der Gag und sie zollten tosenden Applaus. Trotzdem lobte Bürgermeister König offiziell, aber humorig den MGV, der seit 130 Jahren das kulturelle Leben Burgsinns prägt und sich auch im gesellschaftlichen Sektor engagiert.

Die A-capella-Gruppe "Rhönis" brannte ein komödiantisches und gesangliches Feuerwerk ab. Foto: Jürgen Gabel

Der erst im Mai 2019 gestartete Projektchor "Mundwerk" mit 18 Mädels und Jungs unter der Regie von Michael Klübenspies gratulierte modern mit dem Ständchen "zum Geburtstag lieber MTschiVie". Frank Rützel, Sänger bei den Burgsinnern, aber ein halber "Badiaer", durfte jeweils die Auftritte des Südtiroler Chors Petraces/Alta Badia ankündigen. Unter ihrem Chorleiter Raimund Pitscheider servierten die 15 Männer stimmlich bestechend ladinische, englische und deutsche Chorliteratur. Dazwischen gratulierte Anja Schneider vom Burgsinner Kirchenchor "Cäcilia" dem Geburtstagskind.

Der 13-köpfige moderne Chor "ProTon" Stangenroth mit seiner musikalischen Leiterin Magdalena wusste mit Hits aus Rock und Pop zu begeistern. Bei Fendrichs "Weus'd a Herz hast wia a Bergwerk" sprang der Funke hörbar auf das Publikum über und Zugaberufe wurden laut.

Daniela Alsheimer führte mit dem 32-köpfigen Ökumenischen Singkreis ein weiteres Burgsinner "musikalisches Gewächs". Fulminant, modern und mit dem Gitarrenspiel von Bernd Werkmeister unterstützt, eroberten sie mit dem Klassiker "You've Got a Friend" im Sturm die Sympathien der Gäste. Als beim abschließenden "Oh Happy Day" der geniale Bruno Fridrich seinen Solopart auf der Bühne auslebte, stand der gesamte Saal und klatschte rhythmisch.

Mit modernen Rhythmen eroberte der ökumenische Singkreis Burgsinn die Herzen des Publikums. Foto: Jürgen Gabel

Zu einem der Höhepunkte der genialen Geburtstagsfeier avancierten, dem Applaus und Toben des Publikums folgend, die A-capella-Gruppe "Rhönis" mit ihren selbst geschriebenen lustigen Texten auf bekannte Melodien. So grüßten die Klamaukbrüder  mit dem kongenialen "Trompetenecho", schickten die Oma auf den "Highway to Hell" oder wussten "schuld war nur der Jacky-Cola". Da hielt es niemand im Saal auf seinem Stuhl. Nicht minder lustig versuchten sich fünf MGV-Sänger als "Rhönis Revivals", doch es wollte nicht so recht klappen.

Den Schlusspunkt zu setzen, blieb dem Geburtstagschor vorbehalten. Mucksmäuschenstill war es im Saal bei der das Herz berührenden "Legende von den zwölf Räubern", der Ferdinand Simon mit dem Solopart genial die Krone aufsetzte. Doch Vorsitzender Reiner Knöll toppte auch diesen Glanzpunkt: Er rief zu seinem Chor die Sänger des Patenvereins Thüngen und die Südtiroler Freunde auf die Bühne: Ergreifend servierten die rund 60 Männerstimmen den Klassiker "La Montanara" und holten den letzten stehenden Applaus ab. Für die finale Party zeichnete "Five4You" mit ihren Oldies verantwortlich.

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