Karlstadt

70 Jahre Landes-Elternvereinigung: Sind Gymnasien fit für die Zukunft?

In der Aula des Johann-Schöner-Gymnasiums Karlstadt wurde Jubiläum gefeiert. Staatssekretärin Anna Stolz verriet, wie sie das hohe Niveau des bayerischen Abiturs halten will.
Die Landes-Elternvereingiung feierte in der Aula des Karlstadter Johann-Schöner-Gymnaasiums ihr 70-jähriges Bestehen. Zum Festakt trafen sich die Vorsitzende Susanne Arndt, Anette Kreim (ISB), die Staatssekretärin Anna Stolz und der Hausherr, Oberstudiendirektor Walter Fronczek.
Die Landes-Elternvereingiung feierte in der Aula des Karlstadter Johann-Schöner-Gymnaasiums ihr 70-jähriges Bestehen. Zum Festakt trafen sich die Vorsitzende Susanne Arndt, Anette Kreim (ISB), die Staatssekretärin Anna Stolz und der Hausherr, Oberstudiendirektor Walter Fronczek. Foto: Günter Roth

Eigentlich hätte ja der Kultusminister Michael Piazolo die Festrede halten wollen, doch nach seiner Absage sprach an seiner Stelle die Staatssekretärin Anna Stolz über aktuelle schulische Entwicklungen in der Aula des Johann-Schöner-Gymnasiums Karlstadt. Annette Kreim vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung gab einen Überblick über die gegenwärtigen Pläne zum neuen neunjährigen Gymnasium. Am Nachmittag konnten die Teilnehmer der Veranstaltung acht Workshop-Angebote zu den Themen Mobbingprävention, Demokratie und Toleranz in der Schule, Umweltbildung oder Elternrechte annehmen und am Sonntag folgte das normale Procedere der reglulären Mitgliederversammlung der Landes-Elternvereinigung (LEV).

"Wir dienen alle seit 70 Jahren der Bildung und der Erziehung", so das Eingangsbekenntnis der LEV-Vorsitzenden Susanne Arndt bei der Begrüßung. Im weiteren ging sie auf die Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium ein, die grundsätzlich auf Augenhöhe erfolgen sollte, auf die Methoden der Evaluation und großen Wert legte sie, wie später auch Harald Wiggenhorn, der Vorsitzende des Elternbeirats des JSG, auf die Petition der LEV zur Schulwegsicherheit in Bussen.

Anna Stolz: Schwerpunkt auf Werte und Erziehung zur Demokratie

Die Staatssekretärin Stolz betonte die Bedeutung der Mitarbeit von Eltern an den Gymnasien. Diese gestalteten die Arbeit und das Leben unverzichtbar mit. In ihrer Ansprache bekannte sie sich ausdrücklich zur Bedeutung der Bildung und der Erziehung als die Zukunftsaufgabe in unserem Land. Die gegenwärtige junge Generation bringe sich aktiv in die Gesellschaft ein, sie wolle mitmachen und zeige ein großartiges Engagement. Unerlässlich für den Bildungsauftrag des Artikels 131 der Bayerischen Verfassung, neben Wissen und Können auch "Herz und Charakter" zu entwickeln, gehöre deshalb auch der Schwerpunkt auf Werte und die Erziehung zur Demokratie.

Wie in allen anderen Schularten solle auch am Gymnasium Alltagskompetenzen im Praxis- und Lebensbezug gestärkt werden. Deshalb müsse auch in Zeiten des digitalen Wandels der Mensch und nicht die Technik im Mittelpunkt stehen. Für das Medienkonzept zum verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Medien haben Bund und Länder rund eine Milliarde Euro für alle Schuarten bereitgestellt.

Um die hohe Qualität des Bayerischen Abiturs zu halten, aber auch persönlichen Präferenzen Raum zu geben, sehe das Konzept für das neue G9 neben den Pflichtfächern Deutsch, Mathematik und Fremdsprache auch eine Zahl von Wahl- und Profilfächern mit Vertiefungs- und Förderkursen vor. Dafür würden 450 neue Stellen für die Oberstufe geschaffen.

Mit einem pfiffigen Ukulelenstück begleiteten die jungen Schüler des Johann-Schöner-Gymnasiums die Feierstunde zum 70. Geburtstag der Landeselternvereinigung.
Mit einem pfiffigen Ukulelenstück begleiteten die jungen Schüler des Johann-Schöner-Gymnasiums die Feierstunde zum 70. Geburtstag der Landeselternvereinigung. Foto: Günter Roth

"Die Bayerischen Gymnasien sind fit für die Zukunft!"

Nach dem neunjährigen Gymnasium kam das G8 und jetzt wieder ein neues G9. Trotz der noch immer bestehenden Unsicherheiten versicherte Anette Keim, die Abteilungsleiterin am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB): "Die Bayerischen Gymnasien sind fit für die Zukunft!" Das ISB betreibe in 700 Einzelprojekten Forschungs- und Praxisarbeit für jede Schulart. Hier würden nicht nur die neuen Lehrpläne erstellt, sondern auch Handreichungen und Leitfäden. Hinzu kommen noch Abschlussprüfungen, Zertifikatsprüfungen und Jahrgangsstufentests, aber auch die Aufgabenstellungen für den Probeunterricht. Des weiteren begleitet das ISB Schul- und Modellversuche.

Ein Schwerpunkt bei der neuen Oberstufe des Gymnasiums ist die Möglichkeit der Lernzeitverkürzung, die begabten Schülern erlaubt, die elfte Jahrgangsstufe zu überspringen. Abgestimmte Module in der neunten und zehnten Klassen sollen hier die infrage kommenden Schüler fit für die zwölfte Klasse machen. Dabei werden in Deutsch, Mathematik und in einer Fremdsprache die Module im Wechsel zwischen zusätzlichem Unterricht und freien Lernzeiten angeboten.

In seinem Grußwort zur Veranstaltung betonte der Landrat Thomas Schiebel, dass das Bildungsangebot in Main-Spessart ganz vorne mit dabei sei. "Die Bildung ist uns in unserem Landkreis lieb und teuer", meinte er durchaus doppeldeutig. Vom Lernklima und der Qualität der Schulgemeinschaften her seien die vier kreiseigenen Gymnasien auf dem neuesten Stand und man sei bemüht, das auch – wie beim JSG geschehen – die baulichen Situationen zu optimieren. Karlstadts Bürgermeister Paul Kruck verwies auf gleichwertige Bildungsmöglichkeiten gerade in Flächenlandkreisen, wobei man nicht nur die Großräume München und Nürnberg im Fokus haben dürfe. 

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