MAIN-SPESSART

72 Ausländer bekamen deutschen Pass

72 Ausländer bekamen deutschen Pass

Den deutschen Pass in der Tasche: 72 Menschen unterschiedlichster Nationalität haben sich im Kreis Main-Spessart für den endgültigen Wechsel in die neue Heimat entschieden. Das sind drei Einbürgerungen weniger (minus 4,0 Prozent) als im Jahr 2012.

Im Landkreis wollten in den vergangenen fünf Jahren 355 ausländische Bürger einen deutschen Pass. Die Tendenz ist steigend: Waren es zuletzt stets über 70 Einbürgerungen, so lag die Zahl im Jahr 2000 noch bei 54. Bei der Herkunft gilt für den Kreis Main-Spessart, dass 51 aller 72 Eingebürgerten aus einem europäischen Land stammten.

Von der Altersstruktur her gesehen, sah es im Landkreis zuletzt folgendermaßen aus: Acht Eingebürgerte waren unter 18 Jahre alt. Weitere 53 waren 18 bis 45 Jahre alt. In der Altersgruppe der 45- bis 60-Jährigen befanden sich zehn und einer hatte den 60. Geburtstag bereits hinter sich.

Bezogen auf ganz Bayern kletterten die Einbürgerungszahlen minimal um 72 oder rund 0,5 Prozent auf insgesamt 13 276. Die Nachfrage nach deutschen Pässen liegt also weiterhin deutlich niedriger als zur Jahrtausendwende – damals holten sich noch mehr als 20 000 Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit. Insgesamt lebten im Jahr 2013 rund 1,3 Millionen Ausländer in Bayern.

Das Herz schlägt für die Türkei, der Kopf denkt deutsch? Die doppelte Staatsbürgerschaft gibt's nur im Falle des Abstammungsprinzips (ein Elternteil deutsch, eines ausländisch) oder unter ganz bestimmten Voraussetzungen. Die aktive Entscheidung für den deutschen Pass bietet für hier lebende Ausländer, die sich in den Alltag integrieren möchten, viele Vorteile: etwa die politische Mitbestimmung von der Kommunal- bis zur Bundestagswahl, die freie Wahl des Wohnsitzes und des Arbeitsplatzes (Freizügigkeit), die Berufsfreiheit, den freien Zugang zum öffentlichen Dienst, leichter Zugang zu den Sozialleistungen und die Reisefreiheit ohne Visum in viele Länder.

Wer den deutschen Pass will, für den gelten folgende Voraussetzungen: Einen Rechtsanspruch hat, wer mindestens acht Jahre rechtmäßig im Land lebt (§10, StAG), sich zur freiheitlich demokratischen Grundordnung bekennt, keine Vorstrafen besitzt und seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten kann (§10, Abs.1). 64 aller insgesamt 72 neu Eingebürgerten im Kreis Main-Spessart lebten seit mindestens acht Jahren im Land.

Ein erfolgreich bestandener Einbürgerungstest ist in jedem Fall auch Voraussetzung für den neuen Pass – sofern nicht ein deutscher Schulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegen.

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