MARKTHEIDENFELD

800 Exponate aus dem Alltag eines Apothekers

Führungen im Apothekenmuseum in Marktheidenfeld in der Obertorstraße bot Apotheker Dr. Eric Martin am Tag des offenen De... Foto: Aron Gruner

Am vergangenen Sonntag und anlässlich des bundesweiten Tags des offenen Denkmals öffnete das neuste Stück Marktheidenfelder Kulturgut seine Türen für die Öffentlichkeit. In der ehemaligen Obertor-Apotheke, in der Obertorstraße 10, ist ein neues Apothekenmuseum entstanden, das Inhaber Dr. Eric Martin den zahlreichen Besuchern bei zwei Führungen erstmals zeigte. Nachdem er die Apotheke 2012 aus wirtschaftlichen Gründen schließen musste, stand sie bislang leer, nun aber ist sie von neuem Leben erfüllt.

Die traditionsreiche Apotheke befindet sich in vierter Generation und seit 1939 in Familienbesitz der Martins. Auch aufgrund dieser langen gemeinsamen Geschichte seiner Familie und der Apotheke brachte Martin es nicht übers Herz, sie zu vermieten oder gar zu verkaufen. So entschied er sich dazu, sie in ein Museum umzuwandeln und gewann die Stadt Marktheidenfeld als Partner, die sich an den Kosten beteiligt. Im Laufe der vergangenen zwei Jahre gelang es Eric Martin, unterstützt von einer Kuratorin, die Ausstellungsstücke sowie einige antike Einrichtungsgegenstände zu sammeln, die die Apotheke heute schmücken. Zu den bereits vorhandenen Möbeln aus dem Jahr 1950 kommen Artefakte aus anderen Apotheken, so bekam Martin beispielsweise die Einrichtung der ehemaligen Burgapotheke in Rothenfels geschenkt, welche er jahrelang in seinem Keller verwahrte und die man heute zum größten Teil in der Materialkammer bewundern kann. Neben der Offizin, dem Verkaufsraum, der der einzige Raum der Apotheke war, den Kunden bis 2012 zu sehen bekamen, kann man nun alle Räume betreten. Der Verkaufsraum sieht noch nahezu gleich aus, ganz so, wie er den früheren Kunden in Erinnerung geblieben ist. Die Wandschränke enthalten allerdings keine Arzneien zum Verkauf mehr, sondern stattdessen verschiedene antike Standgefäße und Ausgabegefäße sowie mehrere Informationstafeln, sogar der Giftschrank ist nun für alle zugänglich.

Im ehemaligen Büro kann man heute Einiges über die Ausbildung und Lehre von Apothekern lernen. In der angrenzenden Materialkammer gibt es eine Übersicht über alle Vorbesitzer der Apotheke, die ab 1750 lückenlos erfasst sind. Dazu kommen interessante Ausstellungsstücke, wie zum Beispiel verschiedene Geräten zum Messen und Wiegen, und man kann vor allem den Arzneischatz einer Apotheke näher kennenlernen.

Wie Martin den zahlreichen Besuchern, die nicht allesamt in den Raum passten, erklärte, wird bei Arzneien zwischen dem Mineralreich, dem Pflanzenreich und dem Menschenreich unterschieden, wobei hier vor allem Arzneien aus dem Pflanzenreich zu bestaunen sind. Im letzten Raum, der zu besichtigen ist, dem Labor, kann man viel über die Zubereitung von Arzneien lernen und die dazu benötigten Instrumente erfahren. Insgesamt sind über 800 Exponate zu sehen, die die Aufgaben und den Alltag eines Apothekers erläutern.

Dr. Martin und seinen Helfern gelang es, aus der alten Obertor-Apotheke ein interessantes und lehrreiches Museum zu machen und zugleich dafür zu sorgen, dass die zweitälteste Apotheke im Landkreis Main-Spessart, nach der Mohren-Apotheke in Karlstadt, der Stadt Marktheidenfeld erhalten bleibt. Ab Oktober hat das Apothekenmuseum regelmäßig Mittwoch und Samstag für jeweils vier Stunden geöffnet.

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