MARKTHEIDENFELD/ROHRBRUNN

A-3-Ausbau: Auf zum Endspurt

Großbaustelle A 3:

Bis Ende 2019 soll die A 3 zwischen Biebelried und Aschaffenburg durchgehend sechsspurig sein. Am östlichen Spessartaufstieg geht es an die letzten Kilometer.

Überflug: Rund eine Million Kubikmeter Erde müssen auf der Autobahn-Großbaustelle bei Rohrbrunn, kurz vor dem Rastanlage Spessart, abgegraben werden. Das Luftbild zeigt die A 3 dort, wo sie von der Staatsstraße 2312 gekreuzt wird. Die Brücke im Bild wird ebenfalls neu gebaut. Foto: Hajo Dietz, Nürnberg

Baustellen auf der A 3 zwischen Aschaffenburg und Biebelried plagen die Kraftfahrer seit dem Jahr 2000. Seither läuft in aufeinanderfolgenden Bauschnitten der Ausbau der Bundesautobahn von vier auf sechs Spuren.

Während es auf 61 dieser 94 Kilometer inzwischen meist flott und staufrei vorangeht, bleiben Nadelöhre zwischen den Auffahrten Helmstadt und Rohrbrunn. Die Strecke Helmstadt – Wertheim/Lengfurt ist zurzeit im Bau. Der östliche Spessartaufstieg zwischen Wertheim/Lengfurt und Rohrbrunn folgt in den kommenden vier Jahren. Auf einer Rundfahrt stellten Vertreter der Autobahndirektion Nordbayern den Medien die Baustellen vor.

Drei Streckenabschnitte sind geplant: Von Wertheim/Lengfurt bis Marktheidenfeld-Altfeld in den Jahren 2016/17, von der Haseltalbrücke bis Rohrbrunn 2017/18 und von Marktheidenfeld-Altfeld bis zur Haseltalbrücke 2018/19. Die drei Abschnitte von insgesamt 20 Kilometern Länge schlagen mit Kosten von 500 Millionen Euro zu Buche.

Fotoserie

A3 Ausbau

zur Fotoansicht

Für die Autofahrer bedeutet das, dass sie noch vier Jahre mit Baustellen auf der A 3 leben müssen; die größte Belastung ist für 2017 zu erwarten, wenn zwei Teilabschnitte gleichzeitig im Bau sind. Grundsätzlich versucht die Autobahndirektion keine Baustelle länger als acht Kilometer werden zu lassen und dem Kraftfahrer, der sich im Baustellenbereich auf die engen Fahrspuren konzentrieren muss, danach eine Erholungsphase zu gönnen.

Die größte Baustelle fräst sich bei Rohrbrunn, kurz vor der Rastanlage Spessart durchs Mittelgebirge. Eine Million Kubikmeter Erde müssen dort abgegraben werden, erklären Direktionspräsident Reinhard Pirner, der Würzburger Dienststellenleiter Alexander Leis und der Sachgebietsleiter für Planung und Bau, Stefan Weißkopf. Dafür sind täglich 15 Laster im Pendelverkehr im Einsatz, die den Aushub nach Weibersbrunn bringen, wo er als Lärmschutzwall verbaut wird, oder in Richtung Wertheim, wo Erde zum Aufbau der Strecke gebraucht wird.

Der Grund für die Abtragung solcher Massen, die teilweise aus dem Gestein gesprengt werden müssen: Die enge Kurve vor der Rastanlage, aus Richtung Würzburg kommend, soll geweitet werden. Dazu wird die ganze Autobahn ein Stück weit in den Berg hineinverschoben. Bei dieser Gelegenheit werden auch zwei neue Brücken gebaut: die Rohrbuchbrücke der A 3 und die Bücke der Staatsstraße 2312, die sich nur wenige Meter davon entfernt über der Autobahn spannt.

Video

Brückenverschiebung an der A3 - 117 Meter lang und 1160 Tonnen schwer: Am Donnerstag wurde dieses Teil der neuen Autobahnbrücke (A3) bei Würzburg-Heidingsfeld in seine künftige Position geschoben.

Schließlich wird auch die Auffahrt auf die A 3 bei Rohrbrunn neu konzipiert und dabei von der Rastanlage abgekoppelt. Künftig können Kraftfahrer also nicht mehr über die Rastanlage zu- oder abfahren. Die Rastanlage selbst soll nach Beendigung der Straßenarbeiten erweitert werden, zum Beispiel um dringend benötigte Lastwagen-Stellplätze.

Im Vergleich zu den komplizierten Arbeiten im Spessart ist der Abschnitt, der sich vom Maintal bei Bettingen über die Abfahrt Marktheidenfeld-Altfeld bis hinauf zur Haseltalbrücke zieht, vergleichsweise einfach auszubauen. Dort hält die Autobahndirektion an der bestehenden Trasse fest, die links und rechts um jeweils eine Spur verbreitert wird.

In Vorbereitung auf die kommende Erweiterung der A 3 sind die Überführungen schon gebaut worden oder sind gerade im Bau, wie die B 8, die bei Altfeld als Brücke die Autobahn quert. Wo immer möglich, setzen die Planer das neue Bauwerk direkt neben das alte. So kann der Verkehr bis zum Anschluss der neuen Brücke auf der alten Strecke weiterfließen. Neu entlang der Autobahn ist eine Reihe von Regenüberlaufbecken, die heutzutage nicht nur Stand der Technik sind, sondern auch vom Naturschutz gefordert werden.

Die zweigeteilten Becken nehmend das Regenwasser von der Autobahn auf und geben es nach und nach an die Gewässer der Umgebung ab, so dass keine Flutwelle ausgelöst wird. Der zweite Vorteil: Bei Unfällen auf der Autobahn können die Becken Benzin, Öl oder Kühlmittel auffangen und abscheiden, damit die Umwelt weniger beeinträchtigt wird.

Ebenfalls neu sind Lärmschutzwälle bei Michelrieth und Altfeld sowie eine Kombination aus Wall und Wand bei Rettersheim. Zwischen fünf und zwölf Meter hoch reichen diese Bauwerke, die die Anwohner vor dem zunehmenden Autobahnlärm schützen sollen.

Routine ist für die Autobahnbauer dagegen, die Baustellen vor Arbeitsbeginn nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg abzusuchen. So wurde die Fliegerbombe bei Trennfeld kürzlich entdeckt. Wie Pirner und Leis erklärten, werden dazu Fotos aus Kriegszeiten ausgewertet und dann bombardierte Flächen unter die Lupe genommen, zum Beispiel mit Metalldetektoren. Sobald ein Fund gemeldet wird, rückt – wie jüngst in Trennfeld – ein Entschärfungskommando an. Erst dann folgen die Bagger.

Überführung: Alexander Leis, Reinhard Pirner und Stefan Weißkopf (Autobahndirektion Nordbayern) zeigen, wo die neue A-3-... Foto: Andreas Brachs
Überlauf: Entlang der A 3 entsteht eine Reihe von Auffangbecken, wie hier neben dem Altfelder Gewerbegebiet. Sie sollen ... Foto: Brachs

Schlagworte

  • Marktheidenfeld
  • Redaktion Süd
  • Autobahndirektionen
  • Bau, Konstruktion (Gesamter Industriebereich)
  • Kraftfahrer
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!