DERTINGEN

A-3-Ausbau: Trasse wird noch heuer freigeräumt

Die Autobahndirektion Nordbayern, im Bild Abteilungsdirektor Helmut Arndt, informierte in der Mandelberghalle in Derting... Foto: Holger Watzka

Noch dieses Jahr sollen die Vorarbeiten zum Autobahnausbau starten mit dem Abholzen der Trasse und dem Bau der Überführung Dertinger Weg. Zwei Aalbach-Unterführungen im Bereich der Anschlussstelle Wertheim werden erstellt, der Standsteifen ertüchtigt und saniert, Leitungen werden verlegt.

Das erfuhren 130 interessierte Bürger bei einer Infoveranstaltung der Autobahndirektion Nordbayern in der Mandelberghalle in Dertingen. Der sechsspurige Ausbau der Autobahn verläuft über 6,5 Kilometer in Baden-Württemberg. Ab dem kommenden Jahr soll dann die Autobahn von der Mainbrücke Bettingen in Richtung Würzburg ausgebaut werden. Den Ausbau leitet die Autobahndirektion Nordbayern mit Sitz in Nürnberg.

Armin Dattler, Baudezernatsleiter der Stadt Wertheim, sprach von einer „wahnsinnig langen Vorgeschichte“ dieses Bauabschnitts: „Alle sind glücklich, dass es jetzt was wird.“

Helmut Arndt, Abteilungsdirektor für Planung und Bau der Autobahndirektion Nordbayern, verwies auf den Bundesverkehrswegeplan: Die A 3 stelle die wichtigste Verbindung zwischen den Regionen Rhein/Main und Nürnberg mit vordringlichem Bedarf dar. Lange sei die Finanzierung nicht gesichert gewesen, der von der Stadt Wertheim initiierte Vorstoß sei jetzt erfolgreich gewesen, denn von den Innenministern Bayerns und Baden-Württembergs kam grünes Licht.

Bauoberrätin Katrin Meinert, die für das Projekt verantwortlich ist, stellte das Konzept des sechsstreifigen Ausbaus von der Landesgrenze an der Mainbrücke in Bettingen bis westlich Helmstadt vor. Das Planfeststellungsverfahren lief bereits in den Jahren 2005 bis 2007. Im Februar 2009 wurde mit der Ausführungsplanung begonnen. Wegen fehlender Finanzierung stockte die Bauausführung seit 2011. Seit Mai 2014 läuft nun die Intensivierung der Bauvorbereitungen.

Platz für Lärmschutz schaffen

Baubeginn ist an der Mainbrücke in Bettingen. Die Verbreiterung ist zunächst Richtung Norden angelegt, weg von der Wohnbebauung Bettingen. Nach der Anschlussstelle Wertheim/Lengfurt erfolgt die Verbreiterung in Südrichtung, also weg von der Wohnbebauung in Dertingen, um Platz für den Lärmschutz zu gewinnen. Ab Dertingen erhalten die sechs Fahrstreifen wegen der Steigung einen Zusatzfreistreifen in Fahrtrichtung Nürnberg, rund 120 Höhenmeter sind zu überwinden.

Veränderungen, so Meinert, ergeben sich bei der Anschlussstelle Wertheim/Lengfurt. Von Würzburg kommend wird ein verlängerter Verzögerungsstreifen (350 Meter) gebaut. Die nördliche Ausfahrt erhält getrennte Rechts- und Linksabbiegerspuren. Vermeiden will man dabei, dass sich Rückstau auf die Autobahn bildet.

Über sechs Kilometer quert die Trasse das Wasserschutzgebiet, das Fahrbahnwasser wird gesammelt und in geschlossen Leitungen abtransportiert. In der Zone II des Wasserschutzgebietes erhalten die Fahrbahnränder Betonleitwände, zum Teil mit Abdichtung des Mittelstreifens und der Böschungen.

Der Lärmschutz bei Bettingen wird fortlaufend mit einem Wall erstellt, der von drei Metern bis auf 5,50 Meter (Nähe Autohof) ansteigt. Die Lärmschutzmaßnahmen im Bereich Dertingen bestehen aus drei Meter hohen Wänden und einem Wall, der eine maximale Höhe von acht Metern erreicht.

Der eigentliche sechsstreifige Ausbau erfolgt dann in den Jahren 2015 und 2016. Im Jahr 2017 werden die Fahrbahndecke aufgebracht und der Lärmschutz erstellt. Während der Bauzeit sollen immer vier Fahrspuren zur Verfügung stehen, bei Bauwerksabbrüchen geht es nicht ohne Vollsperrung.

Unfallschwerpunkt entschärfen

Nach der anschaulichen Präsentation richteten sich die Fragen der Versammlungsbesucher auf die Nutzung der durch Abbrucharbeiten beeinträchtigen Straßen im Umfeld. Umleitungsverkehr werde hier über einen längeren Zeitraum erforderlich. Diskutiert wurde auch über den Unfallschwerpunkt an der Anschlussstelle Wertheim/Lengfurt. Diesen will die Autobahndirektion durch bauliche Maßnahmen und eine verknüpfte Ampelanlage entschärfen.

Abschließend stellte Helmut Arndt den Dertingern Manfred Neugebauer vor. Er ist Bauleiter und Ansprechpartner vor Ort, „der Mann mit dem breiten Rücken“, wie Arndt scherzte.

Sechsstreifiger Ausbau

Die Fakten zum bevorstehenden sechsstreifigen Ausbau:

Abschnittslänge: 8,5 Kilometer, 6,5 Kilometer davon in Baden-Württemberg und zwei Kilometer in Bayern, mit der Anschlussstelle Wertheim/Lengfurt.

Verbreiterung der Fahrbahn um sechs Meter, beim Zusatzstreifen an der Steigung um 9,75 Meter.

Elf Bauwerke: eine Überführung und zehn Unterführungen.

Aktiver Lärmschutz auf einer Länge von 3,8 Kilometern, die Bauwerke erreichen Höhen bis zu acht Metern.

Querung Wasserschutzgebiet: auf einer Länge von 6,5 Kilometern.

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