Retzstadt

Änderung der Pachtverträge für gemeindliche Flächen beraten

Auf Vorschlag der Verwaltung befasste sich Retzstadts Gemeinderat mit der Änderung der Pachtverträge für gemeindliche Flächen. Dabei ging es um die Festlegung des Verzichtes auf die Verwendung von Glyphosat und Nicotinamiden (Insektizide). Bürgermeister Karl Gerhard hatte den Retzstadter Landwirtschaftsmeister Andreas Köhler als Kenner der Materie zur Sitzung eingeladen. Dieser sah aus fachlicher Sicht keinen Verbotsgrund dieser Mittel. Schon aus Kostengründen würde jeder Landwirt nur so viel Spritzmittel einsetzen, wie unbedingt nötig sei.

Aufgrund der enormen Trockenheit in diesem Jahr und der damit verbundenen Bodenbeschaffenheit gebe es oft keine andere Möglichkeit der Unkrautbekämpfung. Außerdem müsse bei der mechanischen Unkrautbekämpfung unter Umständen mehrmals über den Acker gefahren werden, wobei hier ein Vielfaches an Betriebsstoff verbraucht werde und zudem die Gefahr bestünde, dass zum Beispiel bei Bodenbrüter das Gelege zerstört würde. Dies alles sei bei der Anwendung von Spritzmitteln ausgeschlossen.

Auch bei der Anwendung von Insektiziden gebe es bei genauer Einhaltung der Vorschriften keine akuten Gesundheitsgefährdungen. Glyphosat sei nicht mehr und nicht weniger gesundheitsgefährdend wie andere Spritzmittel, sagte er. Dies vor allen Dingen auch deshalb, weil Glyphosat nach sieben Tagen abgebaut sei. Ein Verbotsgrund sei deshalb nicht gegeben. Aufgrund dieses komplexen Themas wurde auf eine Beschlussfassung verzichtet. Man will dieses Thema weiterverfolgen und gegebenenfalls zu einer der nächsten Sitzungen einen Fachmann des Amtes für Ernährung Landwirtschaft und Forsten hinzuziehen.

Ohne Gegenstimmen gewährte der Rat dem Musikverein einen Zuschuss in Höhe von 648,70 Euro für die Musikausbildung bei 44 Schülern.

Ein Bauwerber möchte auf dem Grundstück Rothstraße 7 a eine Doppelgarage und einen überdachten Stellplatz errichten. Das Vorhaben hält die Festsetzungen im Bebauungsplan jedoch nicht in vollem Umfange ein. Garage dürfen dort nicht außerhalb der überbaubaren Grundstücksfläche erstellt werden, und vor den Garagen ist ein Stauraum von Gehsteighinterkante bis Garagenmitte von mindestens fünf Metern einzuhalten. Der Bauherr möchte Doppelgarage und Stellplatz jedoch ohne Stauraum direkt an der Straße errichten. Dabei soll die Baugrenze um vier Meter überschritten werden. Das Garagentor will der Bauherr elektrisch mit Fernbedienung steuern.

Die Verwaltung empfahl zwar die Genehmigung, wies aber darauf hin, dass beim Ausfahren aus der Garage die Verkehrsfläche erst spät einsehbar sei und daher ein gewisses Unfallpotential gegeben sei. Nach eingehender Beratung genehmigte der Rat einstimmig das Bauvorhaben mit den Auflagen, das Garagentor als Roll- oder Sektionaltor zu gestalten, mit einer Funkfernsteuerung auszustatten und einen Abstand von zwei Metern zur Straßenkante einzuhalten.

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