Lohr

Ärger wegen unterschiedlicher Regeln zur Ladenöffnung

Schreibwaren und Dekoartikel sind tabu. Feinkost und saisonale Süßigkeiten darf Fassnacht verkaufen.
Schreibwaren und Dekoartikel sind tabu. Feinkost und saisonale Süßigkeiten darf Fassnacht verkaufen. Foto: Monika Büdel

Was Ladenbesitzer dürfen und was nicht, ist in Zeiten von Sonderregelungen aufgrund der Corona-Pandemie Diskussionsstoff. Dass die Firma Fassnacht ihr Geschäft öffnen darf, stößt bei manchen auf Unverständnis. Joachim Hutzel hat eine Anzeige bekommen, weil er vor seiner Blumenhalle Waren zur Selbstbedienung anbot.

Hutzel hatte Pflanzen noch am Montag voriger Woche zum Mitnehmen angeboten und ähnlich wie bei Selbstpflückfeldern eine Kasse dazugestellt. Das bestätigt er im Telefongespräch mit der Redaktion. Dass er dafür eine Anzeige kassiert hat, liegt laut Stefan Preisendöfer, Pressesprecher der Polizei in Lohr daran, dass am 23. März der Betrieb für Gärtnereien schon untersagt gewesen sei. Zuvor habe auch für Hutzel gegolten, dass Saisonales und Waren, die der Selbstversorgung dienen, verkauft werden durften.

Es seien überwiegend Gemüsepflanzen und Gemüsesamen gewesen, betont Joachim Hutzel. "Ich habe extra nachgezählt. Der Teil zum Essen hat überwogen." Gärtnereien in anderen Landkreisen würden das mit der Selbstbedienung auch machen. Von Kollegen wisse er, dass es da keine Probleme gebe.

Zum Vorwurf, dass das Warenangebot auf engem Raum, dazu geführt habe, dass Menschen dicht beieinanderstanden, sagt Hutzel, dass er an dem Tag nicht vor Ort gewesen sei und dies deshalb nicht beurteilen könne. Generell sei aber ja nichts mehr los in der Fußgängerzone.

Die Firma Fassnacht hatte vorige Woche mittels Aushang an ihrem Laden mitgeteilt, dass sie ab Samstag wieder geöffnet haben würde. Das führte prompt zu Unverständnis in der Bevölkerung. Spirituosen und Gummibärchen hielten viele in Zeiten von Corona-Erkrankungen für entbehrlich. Wie ein Blick auf die Liste des Ministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie zeigt, dürfen Süßigkeiten, Feinkost und auch alkoholische Getränke verkauft werden. Es heißt ausdrücklich, der Bereich Lebensmittel sei weit zu fassen.

Wie Geschäftsinhaber Bernd Amend auf Anfrage erläutert, habe er sich beim Landratsamt erkundigt, ob er sein saisonales, nur begrenzt haltbares Sortiment an Süßigkeiten und Fruchtsäften verkaufen dürfe. Diese Möglichkeit sei ihm eingeräumt worden. Weil der Feinkost- und Lebensmittelanteil unter der Hälfte in seinem Laden ausmache, müsse er ihn abteilen und Kunden darauf hinweisen, dass sie keine anderen Waren kaufen dürfen. "Das wäre auch unfair gegenüber Kollegen, die in ihren Geschäften nur Deko-Artikel verkaufen und nicht öffnen dürfen", sagt Amend.

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