Schwebenried

Aktiver und ergebnissreicher Bürgerdialog

Auch das leerstehende ehemalige Pfarrhaus (weißes Gebäude) mit Hof und großer Scheune wurde in der Versammlung "Bürgerdialog" in Schwebenried angesprochen. Foto: Günter Roth

Eine lebhafte, nicht ganz alltägliche Versammlung erlebten die Schwebenrieder im voll besetzten DJK-Sportheim, zu der Bürgermeister Franz-Josef Sauer unter dem Arbeitstitel "Bürgerdialog" eingeladen hatte. Auffallend viele junge Leute stellten nicht nur Forderungen auf, sie halfen auch, dass zum Schluss in einigen Punkten nützliche Ergebnisse für den größten Arnsteiner Ortsteil gefunden werden konnten.

Eine Liste mit sechs verbindlichen Absichtserklärungen junger bauwilliger Bürger war dabei eines der fruchtbarsten Resultate. Wie in anderen Orten auch, besteht in Schwebenried das Dilemma, dass es im Dorf einerseits 14 freie, aber nicht verfügbare Bauplätze in privater Hand gibt, andererseits gut zehn Interessenten keine Angebote finden können und deshalb erwägen, aus dem Dorf wegzuziehen. Aufgrund dieser Aktion will der Bürgermeister ein Formular entwickeln lassen, das alle Bauwilligen und die vorhandenen Kapazitäten erfasst.

In seinen Eingangsstatements hatte Sauer allerdings hier ganz klare Forderungen aufgestellt, die er als nicht verhandelbar sieht: "Wir müssen nach innen schauen und verantwortungsvoll mit unseren Flächen umgehen", sagte er. Deshalb müsse Innenentwicklung verbindlich vor Neuausweisung gehen, und wenn doch eine Nachverdichtung oder Ortsabrundung ins Auge gefasst werde, dann nur, wenn die potenziellen Bauplätze vollständig im Besitz der Kommune sind. Diese würden dann mit ausdrücklichem Baugebot weiterveräußert. Auf einiges Interesse stieß auch der Vorschlag Sauers, bestehende Bauplätze gegen verbindliche Optionen in künftigen Baugebieten zu tauschen.

Eine reelle Möglichkeit, 16 Bauplätze zu schaffen, sahen Bürgermeister und Bürger am nördlichen Ortsrand "Neue Schule VI", das bereits im gültigen Flächennutzungsplan vorgesehen ist. Dazu müssten allerdings noch Probleme mit dem Niederschlagswasser geklärt werden. Zunächst aber wäre nur ein kleiner, erster Bauabschnitt denkbar. Die vorgesehenen Abschnitte 2 und 3 könnten entfallen. Die Stadt Arnstein werde diese Vorschläge zeitnah angehen, so Sauer.

Konsens konnte in Bezug auf die kollektive Nutzung gemeinschaftlicher Häuser und Räume erzielt werden. "Das ehemalige Rathaus ist fertig", stellte ein Bürger fest und meinte damit sowohl die bauliche Substanz als auch das Platzangebot in dem kleinen Haus in der Denkmalstraße. Es wird wohl mittelfristig abgerissen und in einen Dorfplatz integriert werden.  Andererseits gibt es im Pfarrheim vorhandene Kapazitäten. Vertreter der örtlichen Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderates signalisierten dazu konkrete Gesprächsbereitschaft. Für ein mögliches Dorfgemeinschaftshaus müssten allerdings umfangreiche Sanierungs- und Umbaumaßnahmen erfolgen. Zu überlegen sei auch, in wieweit das leer stehende ehemalige Pfarrhaus mit Hof und großer Scheune mit einbezogen werden könnte.

Eine Lösung bahnt sich wohl auch für das Dauerthema Jugendzentrum an. Auch dafür erscheint das Alte Rathaus zu klein. Gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr könnte man aber Synergieeffekte nutzen, denn diese braucht neben ihrem Gerätehaus noch dringend Lagermöglichkeiten für Geräte und Ausrüstungsgegenstände. In Form eines gemeinsamen Anbaus ließe sich hier Platz für beide Gruppen finden, zumal die Feuerwehr den Kontakt zu Jugendlichen gezielt nicht nur räumlich sucht. Außerdem liegt das Anwesen im Gewerbegebiet und würde so gelegentlich Lärmbelästigungen für Anwohner reduzieren.

Bürgermeister Sauer sprach auch die Notwendigkeit an, genügend Gewerbegebiete und womöglich auch ein Hallenbaugebiet zur Verfügung zu stellen. Kurz erörtert wurden Fragen zur Nutzung des Friedhofs mit Aussegnungshalle und eventuelle Platzierung von Urnengräbern. Für die Anlage von zusätzlichen Spielplätzen ermunterte Sauer die Schwebenrieder zu Eigenleistungen

In den vergangenen Monaten wurde die Dorferneuerung rund um den Kirchberg einschließlich der großen Treppe vorangetrieben, die Sanierung und Erweiterung des Kindergartens ist abgeschlossen, der Weg zur Kläranlage fertiggestellt. Seitens der Schwebenrieder wird allerdings auf die Fortführung als Radweg bis Arnstein gedrungen. Bezüglich des Schulstandorts verspricht der Bürgermeister weiterhin und die Unterstützung der Kooperation mit der Arnsteiner Grund- beziehungsweise Mittelschule.

Im Zuge der Erweiterung des Feuerwehrhauses könnten auch Räumlichkeiten für ein Jugendzentrum entstehen. Foto: Günter Roth
Am nördlichen Ortsrand von Schwebenried könnte ein kleines "Abrundungs-Baugebiet" mit 16 Bauplätzen entstehen. Foto: Günter Roth
Das "Alte Rathaus" wird wohl über kurz oder lang weichen müssen und Teil eines Dorfplatzes werden. Foto: Günter Roth
Die Dorfsanierung am Kirchberg ist in vollem Gange. Herzstück davon ist die lange Treppe zur Pfarrkirche. Foto: Günter Roth

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