Marktheidenfeld

Allzeit bereit zur Hilfe für andere

Der Höhepunkt der Projekttage der Wasserwacht mit den Vorschulkindern der Kindertagesstätte Edith-Stein-Straße in Marktheidenfeld war die Besichtigung der Einsatzfahrzeuge und des Bootes. Foto: Dorothea Fischer

"Wenn ich groß bin, gehe ich zur Wasserwacht!" Der sechsjährige Henry weiß jetzt, wie man einen Notruf absetzt und wie man eine Rettungsboje nutzt. Stephanie Glaser von der Wasserwacht Ortsgruppe Marktheidenfeld hat mit ihren Helfern die Vorschulkinder der Kindertagesstätte in der Marktheidenfelder Edith-Stein-Straße besucht und ihnen die Arbeit der Wasserwacht nähergebracht.

Der Höhepunkt für die 13 wissbegierigen Kinder war die Besichtigung des Bootes und des Einsatzfahrzeugs der Schnelleinsatztruppe. Doch auch bei den Theoriestunden des Präventionsprojekts "Pitsch, patsch, Wasser macht uns allen Spaß!", angeleitet von Glaser und ihrer Handpuppe Gabi, waren die Sechsjährigen mit Eifer dabei.

Das Projekt hat die Wasserwacht Bayern mit Unterstützung der RTL-Stiftung "Wir helfen Kindern" ausgearbeitet. So werden schon die Kleinsten für die Gefahren am und im Wasser sensibilisiert. Bekannte Situationen wie zum Beispiel Besuche im Schwimmbad werden mit grundlegenden Maßnahmen verknüpft. "Damit es ein ungefährliches Vergnügen bleibt, gilt es jedoch, ein paar einfache Regeln zu beachten", so Glaser, die selbst Mutter ist.

Dem Tod durch Ertrinken vorzubeugen, sei Kernaufgabe der Wasserwacht, so Glaser. "Es wurden bereits 14 Erwachsene von Kindern gerettet, die einen solchen Präventionskurs gemacht haben", sagte sie. Spielerisch und mit anschaulichen Bildern vermittelte sie zum Beispiel Baderegeln. Falls doch mal jemand droht zu ertrinken, hilft die Wasserwacht. Welche Hilfsmittel stehen zur Verfügung? Theo zeigte einen Styroporball im Netz. "Diese Rettungskugel wirft man ins Wasser. Der andere kann sich daran festhalten", erklärte Glaser. Darina wählte den orangenen Rettungsring und Lena die signalrote Boje aus.

Sie durfte mit einem Rollbrett gleich mal "schwimmen" und ein anderes Kind "retten". Din kommentierte: "Ich finde es richtig spannend, wie man die Rettungsmittel verwendet." Dann versuchten alle, Henry mit dem Wurfsack, in dem ein langes Seil steckt, aus dem "Wasser" zu ziehen. Gar nicht so einfach. Aber gemeinsam klappte es.

Ein weiterer Teil der drei Projektvormittage war der Erste-Hilfe-Kurs "Trau dich!" des Bayerischen Roten Kreuzes, zu dem die Wasserwacht gehört. Denn auch die Kleinen können lernen, einen Notruf abzusetzen oder einen Verband anzulegen. Was wäre zu tun gewesen, wenn sich Clemens an der Hand verbrannt hätte? Darina konnte helfen, wählte "im Spiel" die 112. Theo durfte einen schweren Sturz simulieren. Was dann? Wie hieß dieses schwierige Wort? Gemeinsam schafften die Kinder es auszusprechen: stabile Seitenlage; dann nur noch die metallisch glänzende "Zauberdecke" drüber und auf den Notarzt warten.

"Mir haben diese Übungen richtig gut gefallen. Ich weiß jetzt, was ich tun muss, wenn etwas passiert ist", sagte Lina. "Du hast gelernt, wie man richtig hilft und bist allzeit zur Hilfe für andere bereit!" So steht es auf der Urkunde, die die Kinder nach dem Kurs mit nach Hause nehmen durften.

Die Marktheidenfelder Kita in der Edith-Stein-Straße war die erste, die Glaser mit dem Wasserwacht-Projekt besucht hat. In den nächsten Monaten werden die Ehrenamtlichen noch vier andere Kindergärten besuchen; für 2020 haben sie bereits Anfragen. Das Präventionsprojekt ist gefragt.

Wer sich über das "Pitsch-Patsch-Projekt" informieren möchte, findet alles Wissenswerte auf der Internetseite der Wasserwacht-Ortsgruppe Marktheidenfeld: www.wasserwacht-marktheidenfeld.de.

Gemeinsam ziehen die Vorschulkinder Henry mit dem Wurfsack, in dem ein langes Seil steckt, aus dem "Wasser". Foto: Dorothea Fischer

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