Aschfeld

Altar als Quelle der Gemeinde

Mit Feuer und Weihrauch wurde der neue Altar in der Aschfelder Pfarrkirche von Bischof Franz Jung geweiht und damit seiner Bestimmung übergeben. Foto: Günter Roth

Der mit Sicherheit älteste Stein vom Bachgrund steht seit kurzem in der Aschfelder Pfarrkirche St. Bonifatius und St. Johannes, ist rund drei Tonnen schwer und war vor 380 Millionen Jahren ein Teil des Meeresbodens.

Der neue Altar im Chor der Pfarrkirche ist ein Aachener Blaustein, mit dem Kalkstein verwandt. Geschaffen wurde er gemeinsam mit dem steinernen Ambo vom Künstlerduo Bernhard und Susanna Lutzenberger aus Bad Wörishofen. Nach fünfjähriger Vorbereitung und siebenmonatiger Arbeit wurde der neue Altar für die Kirche nun von Bischof Franz Jung geweiht.

Für die meisten Gläubigen in der Kirche war die Zeremonie durchaus ein ungewohntes Spektakel: Mit Feuer und Weihrauch platzierten Bischof und Ortspfarrer Nikolaus Stanek Dochtkreuze mit Weihrauch an den vier Ecken und im Zentrum der Altarfläche, die dann feierlich entzündet wurden.

Das so entstehende Feuer und der aufsteigende Rauch sollen einmal ein Zeichen sein, dass dort Menschen für Jesus und den Glauben brennen und andererseits, dass das Opfer Christi auf dem Altar unter heiligen Zeichen fortdauert, aber auch, dass die Gebete der Gläubigen zu Gott emporsteigen.

Zuvor erfolgte die Salbung des Altares mit Chrisam, wodurch der Altar zum Symbol Christi wird, der als "der Gesalbte" bezeichnet wird. Das Abschließende Auflegen der Altartücher weist darauf hin, dass der christliche Altar die Stätte des eucharistischen Opfers und der Tisch des Herrn ist. 

"Gaudete - Freuet euch, denn der Herr ist nahe!" Bischof Jung verband in seiner Festpredigt den Advent als Vorbereitung auf Jesu Ankunft mit dem freudigen Ereignis der bevorstehenden Altarweihe. "Der Herr ist nahe in der Mitte der Kirche und hier besonders im Zeichen des Altars", sagte er. 

Die Altarweihe war in Aschfeld war ein Teil der zu Ende gehenden umfassenden Sanierung der Pfarrkirche. Der jetzige Stein war nötig geworden, nachdem entsprechend der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils in den 1960er Jahren verbindlich ein Altar aus Stein vorgeschrieben war.

Der alte Aschfelder Altar war aber bis dato als Provisorium noch aus Holz, erklärte Pfarrer Stanek. In diesem Provisorium waren auch die bisherigen Reliquien eingelassen. Die wurden in diesem Jahr in Würzburg aufgearbeitet und neu gefasst. Zusätzlich dazugekommen sind die Andenken an Schwester Benedikta, die als Edith Stein während der Naziherrschaft im Konzentrationslager ermordet wurde. Für den aus Schlesien stammenden Priester war das ein Stück innerer Beziehung.

Zur Kostenfrage gibt der Kirchenpfleger Konrad Rüth Auskunft. In allen Bereichen konnte man den angepeilten Kostenrahmen von rund 780 000 Euro für die Gesamtsanierung einhalten, sagte er. Diese Sanierung erstreckte sich auf die Kirchenmalerei, die Restaurierung der historischen Fliesen, für Arbeiten an Heizung und Elektrik.

Fast 550 000 Euro gab es als Zuschuss von der Diözese und auch die Gemeinde Eußenheim gab einen angemessenen Beitrag dazu. Den Rest muss die Pfarrgemeinde stemmen, es wurden aber viele Arbeitsstunden in Eigenleistung angerechnet. Der neue Steinaltar kostete einschließlich Ambo, Priestersitz und Ministrantensitz rund 60 000 Euro. Als nächstes stehen noch die Sanierung der Orgel, der Kreuzwegbilder und der Seitenaltäre auf der Agenda.

Schlagworte

  • Aschfeld
  • Günter Roth
  • Altäre
  • Bischöfe
  • Christentum
  • Edith Stein
  • Franz Jung
  • Geistliche und Priester
  • Gläubige
  • Jesus Christus
  • Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen
  • Konzentrationslager
  • Nikolaus Stanek
  • Pfarrer und Pastoren
  • St. Johannes
  • Synoden
  • Zweites Vatikanisches Konzil
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!