LOHR

An den Baustellen des Lebens

Das Seelsorgeteam des Bezirkskrankenhauses Lohr (von links) Schwester Nicole Klübenspies, Pfarrer Heiner Spittler, Heinz Weigand und Schwester Claudia Stahl. Foto: BKH Lohr

Bereits bei den Planungen zur Errichtung der „Heil- und Pflegeanstalt“ – das heutige Bezirkskrankenhaus in Lohr – im Jahr 1910 wurde die seelsorgerische Betreuung einbezogen, deshalb wurde eine Kirche zentral auf dem Gelände errichtet. 1912 erbaut von Architekt Fritz Gablonsky, mit Dachreiter und Turmuhr ausgestattet, wurde die Kirche anschließend der Hl. Elisabeth geweiht.

Außergewöhnlich war, dass die Kirche der katholischen und der evangelischen Konfession zur Verfügung stand, denn sie enthielt gleich zwei Sakristeien, links und rechts vor dem Chor. Mit dem ersten katholischen Pfarrer, Dr. Max Denner, wurde im November 1913 eine „Lokalkaplanei“ innerhalb der Stadtpfarrei St. Michael Lohr errichtet und staatlich genehmigt. Dem Krankenhausseelsorger oblag sowohl die seelsorgliche Betreuung der im Krankenhaus befindlichen Patienten als auch die seelsorgliche Betreuung der Ärzte, des Pflegepersonals und der sonstigen Angestellten.

Von 1940 bis 1972 wirkten zusätzlich die Erlöserschwestern am Sommerberg. Nach der Auflösung des Josefshauses in Gemünden, wurden die Schwestern mit den zu betreuenden Kindern im Bezirkskrankenhaus bis zur Eröffnung des St.-Josefs-Stiftes in Eisingen untergebracht.

Bis 1998 wurden insgesamt acht katholische Priester für die Seelsorge im Bezirkskrankenhaus Lohr berufen. Aufgrund des Priestermangels sind seit 1998 pastorale Mitarbeiter der Diözese Würzburg, teils mit Zusatzqualifikationen für Psychiatrieseelsorge oder geistlicher Begleitung, eingesetzt. Die evangelische Seelsorge im Krankenhaus übernahmen bereits in den Anfängen die Pfarrer und Dekane der evangelischen Auferstehungskirche in Lohr.

Während früher die Patienten seelsorglich „versorgt“ wurden, geht es heute darum, den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. Waren die Seelsorger der beiden Kirchen früher jeweils unabhängig voneinander tätig, so hat sich das in den letzten Jahren gewandelt. In ökumenischer Zusammenarbeit haben die Mitarbeiter des Seelsorgeteams den Menschen unabhängig von seiner Konfession im Blick.

Das Seelsorgeteam ist für Patienten, Bewohner der Heime, deren Angehörigen genauso wie für das Personal ansprechbar. Sie verstehen sich als Teil des multiprofessionellen Angebotes im Bezirkskrankenhaus Lohr. Das ökumenische Seelsorgeteam wird von Ehrenamtlichen vielfältig unterstützt. Kontaktgruppen, die Patienten und Bewohner besuchen oder abholen und die Mitarbeit in den Gottesdiensten als Küster, Ministranten, Lektoren und Kommunionspender.

Freude und Dankbarkeit

Bei einem Festakt am 17. November soll ein Blick nach vorne gewagt werden mit dem Fachvortrag von Professor Doris Nauer (Vallendar) zum Thema: „Psychiatrieseelsorge im 21. Jahrhundert? – Notwendig und unverzichtbar!“.

Anlässlich des Jubiläums, lädt das Seelsorgeteam am Montag, 17. November, um 17 Uhr zu einem ökumenischen Gottesdienst in die St.-Elisabeth-Kirche ein.

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