Karlstadt

Anna und Mario besteigen den Karlstadter Narrenthron

Ein halbes Jahrhundert alt sind die Karlstadter Schwedenmännli. Ein letztes Mal legten sie jetzt Bürgermeister Paul Kruck in  Fesseln und eröffneten damit die Session.
Zum letzten Mal gefangen: Bürgermeister Paul Kruck wird von den Schergen der Schwedenmännli gefangen genommen.
Zum letzten Mal gefangen: Bürgermeister Paul Kruck wird von den Schergen der Schwedenmännli gefangen genommen. Foto: Günter Roth

Zwar feiern Fastnachtsgesellschaften ihre Jubiläen traditionell nach Elferzahlen, doch auch die "Fuffzich ghört gfeiert!", ist die Ansicht der KaKaGe. Schließlich wurden die "Schwedenmännli" 1970, also vor 50 Jahren gegründet und sind seitdem weit über die Grenzen der Region hinaus als Narrengesellschaft bekannt. Mit dem Rathaussturm auf dem Marktplatz und der anschließenden Inthronisierung des neuen Prinzenpaares Anna Heßler und Mario Gleichmann im Rathaussaal startete die KaKaGe mit zahlreichen Gastvereinen in die Jubiläumssession.

Eigentlich hatte sich der Karlstadter Bürgermeister Paul Kruck bei seiner letztmaligen Festnahme durch die Schwedengarde gar nicht mehr so arg wehren wollen, doch die rüde Behandlung durch die rauen Gesellen und das harte Holz der Handschellen setzten ihm dann doch noch heftig zu. Mit der Ankündigung der Narren der KaKaGe, ihn über den Aschermittwoch hinaus bis zum 1. Mai in den Vorruhestand zu versetzen, konnte er sich allerdings dann doch ganz gut anfreunden. Am 30. April allerdings will er doch zum Abschied noch einmal so richtig auftrumpfen, "weil's da Freibier für alle gibt!"

Das Standesamt ist überflüssig

Ob allerdings die Rechnung des Sitzungspräsidenten Peter Heßler für die Verwendung der erbeuteten Stadtkasse aufgehen wird, bleibt zweifelhaft: Bei einem Gesamtvolumen des Karlstadter Haushalts von rund 50 Millionen Euro könne die KaKaGe wöchentlich eine Million Euro ausgeben und damit in den 15 Wochen bis zum neuen Bürgermeister ein rauschendes Faschingsfest feiern, so die Milchmädchenrechnung. Als Gegen-Spar-Maßnahme will er die Kämmerei und das Standesamt abschaffen, weil wilde Ehen heutzutage eh schon allgegenwärtig seien.

Anna Heßler und Mario Gleichmann zeigten sich als neues Prinzenpaar der KaKaGe im Säbelspalier der Schwedengarde.
Anna Heßler und Mario Gleichmann zeigten sich als neues Prinzenpaar der KaKaGe im Säbelspalier der Schwedengarde. Foto: Günter Roth

Die Heßler-Sippe ist gewiss die Fastnachtsfamilie schlechthin in Karlstadt. Kein Wunder, dass auch die neue Prinzessin Anna aus dieser Dynastie stammt. Schließlich ist ihre Mutter Gerlinde karnevalistisch und kabarettistisch bestens bekannt und Onkel Peter regiert als ehemaliger Prinz und jetziger Sitzungspräsident die Karlstadter Narren mit. Ein anderer Onkel, Georg Büttner, war Gründungsmitglied. Selbst die junge Anna ist schon seit 25 Jahren fest mit der KaKaGe verbunden. Mit fünf Jahren stand sie zum ersten Mal auf der Bühne, hat in allen Garden getanzt, viele Male stand sie in der Bütt, und sie trainiert das legendäre Männerballett.

Eine Prinzenrolle und eine Erbse als Geschenke

Weniger spektakulär ist die närrische Karriere des Prinzen Mario. Zwar tanzt auch sein Onkel als dienstältester Akteur im Männerballett und er machte auch schon Erfahrungen bei den After-Zug-Partys der KaKaGe, doch seine Berufung zum Prinzen war dann doch märchenhaft: "Unsere Prinzessin hat 25 Jahre auf dieses Ereignis hingearbeitet. Bei mir ging es ruck-zuck! Anna hat zu mir gesagt: ,Sei kein Frosch!' hat mich geküsst - und, zack!, war ich Prinz." Von der Prinzessinnenmutter Gerlinde gab es schon mal passende Weihnachtsgeschenke: eine Prinzenrolle für Mario und eine Erbse, damit die künftige Prinzessin darauf schlafen kann.

Etwas Wehmut und vielleicht sogar ein verstecktes Tränchen gab es vor der Zeremonie bei der Verabschiedung von Stefan und Ellen Thesen, dem Prinzenpaar 2019. Die beiden dankten für die Unterstützung und die fantastische Zeit, erzählten von kleinen Pannen und unvergesslichen Erlebnissen.

Aufwartung fürs neue Prinzenpaar

Voll wurde die Bühne, als die Gastvereine aus Stetten, Heßlar, Thüngen, Thüngersheim, Mühlbach, Eußenheim, Retzbach und Hammelburg ihre Aufwartung machten, um das neue Prinzenpaar zu begrüßen. Als neues Mitglied wurde Siegbert Wagner in die Reihen des Senats aufgenommen.

Selbstverständlich gab es auch einen Vorgeschmack auf die kommenden Prunksitzungen der KaKaGe. Die Gardezwerge gratulierten zum 50. Geburtstag. Das Tanzmariechen Emilia Uzun begeisterte mit seinem Auftritt ebenso wie die Mittlere Garde mit einem Marschtanz. Von den Karlburger und den Unterdürrbacher Gästen gab es je einen Schautanz, und Werner Hofmann lieferte als Gründungsmitglied der KaKaGe einen amüsanten Rückblick über die fünf Jahrzehnte. Die musikalische Begleitung lag wie gewohnt bei der Sitzungskapelle aus Eußenheim.

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