Karlstadt

Armin Beck: Gegen die B26n, für eine neue Wohnpolitik

Klar gegen die B26n positioniert hat sich der grüne Bürgermeisterkandidat Armin Beck. Große Themen in Karlstadt sind für ihn auch die Wohnungsfrage und der Klimaschutz.
Armin Beck tritt für die Grünen an, um Bürgermeister von Karlstadt zu werden. Unser Bild zeigt ihn auf der Karlsburg. Foto: Klaus Gimmler

Bekannt in der Region ist Armin Beck als stellvertretender Vorsitzender der Bürgerinitiative gegen die B26n geworden. In dem Bauprojekt sieht er eine Bedrohung der einzigartigen Natur. "Ich bin überzeugt, dass die Straße mehr Nachteile als Vorteile bringt", betont er. Daher will er weiter gegen dieses Projekt kämpfen – auch als Bürgermeister von Karlstadt, wenn er gewählt werden sollte.

Denn für Beck ist es nicht so, dass die Sache schon gelaufen sei und die B26n von Arnstein nach Karlstadt nicht mehr zu verhindern wäre. Er und die Bürgerinitiative sehen einen Hebel in der laut Gesetz geforderten Verpflichtung, dass jeder Bauabschnitt an sich sinnvoll sein müsse. Gegen dieses Prinzip werde aufgrund der Teilung der Strecke von Arnstein nach Karlstadt in zwei Bauabschnitte verstoßen. Eine juristische Auseinandersetzung zu dieser Frage könnte das Projekt zumindest weiter hinauszögern, bis, darauf hofft Beck, eine Verkehrswende eingetreten ist. Diese wird kommen, da ist er sich sicher. Er meint damit eine Abkehr von dem Denken, dass die Lösung von Verkehrsproblemen im Bau neuer Straßen gesehen wird.

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Wohnen müsse für alle bezahlbar bleiben

Als Bürgermeister von Karlstadt würde er gerne klären, wie die Bürger zu diesem umstrittenen Projekt stehen - am besten mit einem Bürgerentscheid. Es ginge um die Frage, inwieweit die Stadt Karlstadt gegen das Projekt Widerstand leisten solle. Beck erinnert an den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, der auch über das Bauprojekt Stuttgart 21 abstimmen ließ. Sollte sich die Mehrheit der Karlstadter für die B26n aussprechen, würde er dies selbstverständlich akzeptieren. Er wolle dann die Interessen der Stadt während des Bauprojekts nach Kräften vertreten. Er glaubt, dass er dies mit seinem Wissen am besten könne.

Aber Beck betont, er wolle nicht nur nur als Kandidat wahrgenommen werden, der gegen die B26n ist. Es gebe in Karlstadt viele andere wichtige Probleme zu lösen. An erster Stelle steht für ihn die Wohnungsfrage. Er fordert ein Umdenken von einer Politik, die das freistehende Einfamilienhaus fördert. Doppel- und Reihenhäuser, Mehrfamilien- und Mehrgenerationenhäuser seien sowohl in neuen Baugebieten als auch in den Ortskernen anzustreben. Wohnen müsse für alle bezahlbar bleiben.

Nicht der erste Wahlkampf

Als zentrale Zukunftsaufgabe nennt er den Klimaschutz. Dazu brauche es eine Energiewende. Die Eigenstromversorgung müsse gesteigert werden, sagt er. In Karlstadt habe sich in dieser Hinsicht in den vergangenen Jahren kaum etwas getan. Zudem will Beck sich für eine zeitgemäße Verkehrspolitik einsetzen, die die Bedürfnisse von Radfahrern und Fußgänger stärker berücksichtigt. Zu verbessern seien schmale Gehsteige, hohe Bordsteinkanten und ein lückenhaftes, teilweise unsicheres Radwegenetz zu den Stadtteilen. Diese seien über den öffentlichen Nahverkehr nur schlecht angebunden.

Ein neuralgischer Punkt ist für Armin Beck der Karlburger Kreisel. Die Radfahrer müssen die Straße queren, um von Karlburg nach Karlstadt zu kommen. Das ließe sich mit einer Verlegung des Radweges auf die andere Seite ändern. Foto: Klaus Gimmler

Für Beck ist es nicht der erste Wahlkampf. Schon vor sechs Jahren trat er an, um Bürgermeister von Karlstadt zu werden, unterlag aber dem Amtsinhaber Paul Kruck. Zudem kandidierte er als junger Mensch im Alter von 26 Jahren in seiner damaligen Heimat Schweinfurt als Landrat und vier Jahre später als 30-Jähriger für den Bundestag. Eine wirkliche Chance habe er damals allerdings nicht gehabt, sagt er heute.

Eine Pause in der Kommunalpolitik legte er mit seinem Umzug nach Karlstadt ein. Hier fand er mit seiner Frau im Jahre 2003 eine neue Heimat. Politisch aktiv ist er wieder mit dem Widerstand gegen die B26n geworden. Die neue Straße würde ihm zwar persönlich nutzen, um schneller zur Arbeit in seine Kanzlei nach Schweinfurt zu kommen, aber dadurch könne er seine Haltung zu diesem Projekt nicht ändern. "Sonst wäre mein Einsatz für die Natur nur ein Lippenbekenntnis", sagt er.

Zur Person
Armin Beck ist 51 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder: Johanna 19, Clemens 17 und Klara 14 Jahre. Er wohnt in Karlstadt. Aufgewachsen ist Beck in Ettleben und Waigolshausen im Landkreis Schweinfurt.
Nach dem Abitur am Humboldt-Gymnasium in Schweinfurt und dem Zivildienst bei Malteser Hilfsdienst studierte Beck Rechtswissenschaften in Würzburg und in Genf. 1997 beendete er das Studium mit dem zweiten juristischen Staatsexamen. Im Anschluss eröffnete er mit Kommilitonen in Schweinfurt eine eigene Kanzlei. Sein Fachbereich umfasst das Familienrecht und das Wirtschaftsrecht und er betreut Unternehmer, vom Arzt in der Einzelpraxis bis zu Softwareunternehmen mit 900 Arbeitnehmern.
Seit sechs Jahren ist Armin Beck im Stadtrat.

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