MARKTHEIDENFELD

Asylbewerber: „Die Sprache verleiht mir Flügel“

Glückliche Gesichter in der Volkshochschule: Dank einer Spende des Lions-Clubs Marktheidenfeld-Laurentius, die Präsident Markus Zinßer (hinten Vierter von rechts) überbrachte, kann der Deutsch-Unterricht für zehn Asylbewerber an der Marktheidenfelder Volkshochschule fortgesetzt werden. Für das Asylnetz Zimmern dankten Katja Kuhn (hinten rechts) und Ursula Knahn-Grünwald (hinten, Dritte von rechts). Foto: Martin Harth

Am Dienstagmorgen kamen zehn Asylbewerber aus Äthiopien und dem Iran, die gegenwärtig in Zimmern und Bischbrunn Zuflucht gefunden haben, mit ihrer Deutsch-Lehrerin Regina Leshel in der Marktheidenfelder Volkshochschule (vhs) zusammen. Dort erwartete sie eine gute Nachricht.

Dank der Unterstützung des Lions-Clubs Marktheidenfeld-Laurentius kann ihr Deutsch-Unterricht mit einem zweiten Modul fortgesetzt werden. Nachdem einige Hindernisse vom Asylnetz Zimmern, der vhs und der Stadt Marktheidenfeld beiseite geräumt waren, hatten die Männer und Frauen ihren ersten Sprachkurs beginnen und inzwischen abschließen können (wir berichteten). Die Kursteilnehmer seien eifrig dabei und machten schöne Fortschritte, fasst vhs-Geschäftsführerin Monika Oetzel ihre Beobachtungen zufrieden zusammen.

Nun stand die Fortführung des Sprachunterrichts wieder auf der Kippe. Der Freistaat Bayern bewilligt dafür nur ein paar Sachmittel. Ein richtiger Integrationskurs steht Asylbewerbern erst nach einem positiven Abschluss ihrer Verfahren zu und vergleichbare freiwillige Sprachkurse wurden bislang eher nur in größeren Städten angeboten. Zum Glück fand die Marktheidenfelder Maßnahme nun die Unterstützung des Lions-Clubs Marktheidenfeld-Laurentius. Präsident Markus Zinßer hatte mit seinem Team vor kurzem den Kabarettisten Rolf Miller zu einem Benefiz-Auftritt in die Marktheidenfelder Hans-Wilhelm-Renkhoff-Halle eingeladen. Aus dem Erlös der Veranstaltung konnte er nun einen Betrag von 1500 Euro zur Verfügung stellen, mit dem das zweite Modul des Deutschunterrichts finanziert werden kann.

Darüber freuten sich nun nicht nur die zehn wissbegierigen und aufgeschlossenen Deutsch-Schüler mit ihren Deutschlehrern Regina Leshel und Horst Köhler, sondern vor allem auch die Mitglieder des Asylnetzes Zimmern. Ursula Knahn-Grünwald und Katja Kuhn kamen aus dem Stadtteil nach Marktheidenfeld, um dem Lions-Club für sein Engagement zu danken.

Das Asylnetz hält den Erwerb der deutschen Sprache für die Menschen, um die man sich ehrenamtlich kümmert, für sehr wichtig. Das helfe den Leuten, gebe ihrem Tag einen Sinn und sei von bleibendem Wert für ihr weiteres Leben, was auch immer die Zukunft ihnen bescheren werde. Dessen seien sich die zehn Männer und Frauen auch bewusst, meint Ursula Knahn-Grünwald. Einer habe es bei einem Zusammentreffen einmal so ausgedrückt: „Das Essen ist mir eigentlich gar nicht so wichtig, aber die Sprache, die verleiht mir Flügel!“

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