Karlstadt

Auch bei Realschulen in Main-Spessart sinken die Schülerzahlen

Die Zahlen im Schulausschuss zeigen die langfristige Entwicklung an den Schulen in Trägerschaft des Landkreises. Da macht zum Beispiel das Gymnasium in Lohr Sorgen.
Symbolbild Schulklasse Foto: Felix Kästle

Deutlich gesunken sind in den letzten zehn Jahren die Schülerzahlen an den Schulen in Trägerschaft des Landkreises Main-Spessart: Insgesamt um 28 Prozent. Besonders stark waren die Realschulen und Gymnasien betroffen. Das geht aus den im Schulausschuss präsentierten Zahlen hervor (siehe Grafik, es fehlen die Schulen in anderer Trägerschaft). Immerhin: Von 2018 auf 2019 fiel der Rückgang deutlich geringer aus, an den Berufsschulen und den Förderschulen stiegen da die Schülerzahlen sogar.

Wurden die fünf Realschulen im Jahr 2009 noch von 3337 Schülern besucht, sind es dieses Jahr 973 Schüler weniger, 2018 waren es noch 152 mehr. Das ist ein Rückgang von 29 Prozent in zehn Jahren (zum Vorjahr sechs Prozent).  Relativ am stärksten gesunken sind die Schülerzahlen in Lohr mit 46 Prozent in zehn Jahren (neun Prozent zum Vorjahr) sowie in Gemünden mit 34 bzw. zehn Prozent. Relativ stabil waren sie in Karlstadt mit 13 bzw. einem Prozent.

34 Prozent weniger Gymnasiasten als noch vor zehn Jahren

An den vier Gymnasien waren es 2009 noch 3501 Schüler, bis 2019 ging die Zahl um 1207 Schüler oder 34 Prozent zurück. In Jahresfrist waren es 44 Schüler oder zwei Prozent weniger. Über den Zehnjahreszeitraum sind 56 Prozent Rückgang in Lohr und 41 Prozent in Gemünden schon fast erschreckend, zusammen sind das 720 Schüler. Im vergangenem Jahr lag der Rückgang der Schülerzahlen an drei Gymnasien im Bereich von vier Prozent, in Karlstadt gab es dagegen ein Prozent mehr Schüler, das entspricht vier Köpfen, was die Gesamtbilanz auf nur zwei Prozent Rückgang verbessert.

Angesichts der Zahlen fragte Kreisrat Manfred Goldkuhle, wie es in Gemünden weiter gehen wird und erhielt von Sebastian Gehret aus der Verwaltung die Antwort, die Zweizügigkeit der Schulen sei aufgrund der Geburtenzahlen dauerhaft gesichert. Interessiert hätte die Kreisräte auch die Entwicklung am Mädchenbildungswerk, doch das hatte dem Kreis keine Zahlen zur Verfügung gestellt.

Einführung Grundschulstufenklasse macht sich bemerkbar 

An den beiden Förderzentren in Karlstadt/Gemünden (Ost) und Lohr/Marktheidenfeld (West) ist das Bild uneinheitlich. Zusammen betrachtet sanken die Schülerzahlen im Zehnjahreszeitraum um zehn Prozent auf 376 Schüler, stiegen 2018 aber um sieben Prozent. Während es in Lohr/Marktheidenfeld eine relativ stetige Entwicklung gab – acht Schüler oder vier Prozent weniger in zehn Jahren, dieses Jahr wieder einer mehr, gab es in Karlstadt/Gemünden stärkere Schwankungen und einen Sprung: Erst gingen die Schülerzahlen über die Jahre um 17 Prozent zurück, dann stiegen sie binnen eines Jahres um 16 Prozent oder 23 Kinder. Das geht auf die Einführung der Grundschulstufenklasse für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in Gemünden zurück.

Eine gute Entwicklung gibt es an den Berufsschulen mit plus vier Prozent (plus 71 Schüler) gegenüber dem Vorjahr, gegenüber 2009 sind es aber dennoch 14 Prozent (277 Schüler) weniger. Besonders in Karlstadt waren die Schülerzahlen von 2007 bis 2014 stark gefallen, was sich auch noch in den vergangenen zehn Jahren mit 222 Schülern oder 18 Prozent Rückgang widerspiegelt. Im vergangenem Jahr gab es dann eine Steigerung um 39 Schüler oder vier Prozent.

Schülerwohnheim wirkt sich positiv aus

Das wird auf das in Betrieb gegangene Schülerwohnheim zurück geführt, insbesondere im Beruf Brauer und Mälzer gibt es laut Sebastian Gehret deutliche Zuwächse von 25 Schülern im ersten und 30 Schülern im zweiten Ausbildungsjahr. Für 2020 werden sogar 70 neue Auszubildende im ersten Jahr erwartet. Zudem werde der neue Ausbildungsberuf Kaufleute für E-Commerce in Karlstadt angesiedelt. Am Standort Lohr gibt es seit einem Rückgang um 70 Schüler von 2009 auf 2010 eher Schwankungen, die Momentaufnahmen zeigen 55 Schüler weniger als vor zehn Jahren, aber 32 mehr als im Vorjahr.

Auch in der FOS/BOS gab es in den letzten Jahren mit 126 Schülern weniger auf jetzt 327 einen deutlichen Rückgang um 28 Prozent. Das scheint deutlich gebremst: 2018 waren es nur noch drei Schüler (ein Prozent) weniger.

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