Neuhütten

Auch heute noch ein wichtiges Amt

Die Geehrten und neuen Feldgeschworene mit den Vertretern aus Politik und Amt. Unter ihnen Landrat Thomas Schiebel (5. von rechts), Vermessungsdirektor Erhard Glaab (3. von rechts) und Kreisobmann Horst Rützel (2. von rechts). Ganz links Neuhüttens Bürgermeister Edmund Wirzberger. Foto: Gabi Nätscher

Sehr feierlich beging die Feldgeschworenenvereinigung des Altkreises Lohr am Sonntag in Neuhütten ihre Jahrestagung. Bereits am Morgen marschierte die Gemeinschaft unter den Klängen der Spessart-Fränkischen Musikanten aus Neuhütten durch den Ort zur Kirche und nach dem Gottesdienst zurück ins Pfarrheim.

Dort begrüßte Kreisobmann Horst Rützel (Ruppertshütten) die rund 120 Teilnehmer, darunter viele Ehrengäste und Bürgermeister von Lohr, Rothenfels, Partenstein, Neustadt, Frammersbach, Wiesthal und Rechtenbach.

Der Dank Rützels ging unter anderem an den Ortsobmann Karl Kunkel. Bürgermeister Edmund Wirzberger betonte die wichtige Arbeit der Feldgeschworenen: »Mit der Flurbereinigung, die 1972 begann und 2016 mit der letzten Versammlung endete, wurden Grenzen und Grundstücke der Gemarkungen neu eingestellt. Hier waren die Feldgeschworenen gefordert. Es mussten Hunderte oder gar Tausende Grenzsteine neu gesetzt werden.«

Früher seien die Grenzen noch sichtbar gewesen, heute wüssten die wenigsten Grundstücksbesitzer ihre Grenzen. »Feldgeschworener zu sein ist auch mit körperlicher Anstrengung verbunden. Trotzdem finden sich immer wieder Menschen, die dieses Ehrenamt ein Leben lang ausüben, so lange es die körperlichen Kräfte zulassen«, sagte Landrat Thomas Schiebel.

Auch das Thema Frauen sprach er an, die seit drei Jahrzehnten zugelassen sind: »In Lohr gibt es noch keine Frauen, das ist ja auch erst seit 30 Jahren möglich, das braucht vielleicht noch ein bisschen Anlaufzeit.« Sein Appell: »Es schadet nichts, wenn eine weibliche Note hier hereinkommen würde.«

Fürs nachbarliche Miteinander

»So wie die EU im Großen, kann man das Wirken der Feldgeschworenen im Kleinen sehen. Mehr denn je sei es wichtig, durch klar sichtbare Grenzen Streitigkeiten vorzubeugen«, sagte Vermessungsdirektor Erhard Glaab (Lohr). Die Aufgaben seien seit Jahrhunderten unverändert (siehe Infokasten), auch wenn die Technik eine gewaltige Entwicklung gemacht habe. Die wichtige Aufgabe der Feldgeschworenen in der Dorfgemeinschaft, auf ein gutes nachbarschaftliches Miteinander hinzuwirken, könne durch keinen technischen Fortschritt ersetzt werden.

Ein wichtiger Tagespunkt waren die Ehrungen, die Glaab vom Vermessungsamt Lohr gemeinsam mit Landrat Thomas Schiebel vornahm. So wurden für 25 Jahre Berthold Freitag aus Halsbach, Josef Hofmann, Günther Siegl und Richard Schubert (alle drei aus Waldzell) geehrt. Dazu in Abwesenheit Oskar Breitenbach aus Partenstein. Ebenfalls in Abwesenheit geehrt wurde Hugo Herrmann aus Steinfeld für 50-jährige ehrenamtliche Tätigkeit als Feldgeschworener.

Als neue Feldgeschworene wurden Werner Grün und Dieter Greß (abwesend) sowie Stefan Kunkel aus Wiesthal und Peter Amend aus Neuendorf (abwesend) für das Jahr 2018 durch den Landrat aufgenommen.

Über ein leichtes Minus in der Kasse berichtete Jakob Sammetinger (Rodenbach). Schriftführer Konrad Rauch verlas einen ausführlichen Bericht über das vergangene Jahr.

Mit einem gemeinsamen Mittagessen endete die Tagung, die von den Spessart-Fränkischen Musikanten aus Neuhütten ansprechend musikalisch umrahmt wurden.

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