Altfeld

Aus Indien nach Altfeld: Was Thomas Aruldoss an Deutschland schätzt

Deutschland ist nicht so schlecht, wie es viele reden. Dafür muss man manchmal nur mit jemandem reden, der einen Blick von Außen hat.
Der aus Indien stammende Thomas Aruldoss arbeitet sehr gerne bei Schneider-Electric, ist dankbar für die kollegiale Zusammenarbeit.
Der aus Indien stammende Thomas Aruldoss arbeitet sehr gerne bei Schneider-Electric, ist dankbar für die kollegiale Zusammenarbeit. Foto: Robert Köhler

Thomas Aruldoss erster Eindruck in Deutschland war die fahrplanmäßige Abfahrt des ICE von Frankfurt nach Stuttgart. Es ist das Jahr 2002 und nach über zehn Stunden Flug war er in Frankfurt gelandet. Es war sein erster Flug, raus aus seiner Heimat Kolappalur, einem kleinen Dorf im Süden Indiens. Besonders fasziniert war er, erzählt Aruldoss, von dem Farbenreichtum der herbstlichen Landschaft, die während der Fahrt an ihm vorbeizog. 

Heute wohnt Thomas Aruldoss mit seiner Familie in Marktheidenfeld, genauer in Altfeld. Aruldoss sagt, er habe immer positive Erfahrungen gemacht - vom Flughafen in Frankfurt über seine Zeit in Stuttgart, wo er Physik studierte, bis nach Altfeld. Drei Dinge an Deutschland schätzt er besonders. 

Ein Rückblick: Wie Aruldoss nach Altfeld kam

Altfeld ist für Christy Sumitha, Johannita Aruldoss und Thomas Alduross (von links) zur zweiten Heimat geworden. Hier ist die aus Indien stammende Familie auf dem Spielplatz vor der Alten Schule zu sehen.
Altfeld ist für Christy Sumitha, Johannita Aruldoss und Thomas Alduross (von links) zur zweiten Heimat geworden. Hier ist die aus Indien stammende Familie auf dem Spielplatz vor der Alten Schule zu sehen. Foto: Robert Köhler

Thomas Aruldoss verbrachte seine Kindheit bei seinen Eltern, beide Gymnasiallehrer, in Kolappalur, einem kleinen Dorf im Süden Indiens im Bundesstaat Tamil Nadu. Nach dem Master-Studium in Informatik begann er zu arbeiten, bis Aruldoss vom Kaplan im Dorf, Roy Lazar Anthonisamy, erfuhr, dass er in Deutschland weiterstudieren und seine Ausbildung noch vertiefen könne. Anthonisamy sprach da aus Erfahrung, hatte der Theologe doch an der Universität Würzburg promoviert.

Daraufhin bewarb sich Thomas Aruldoss an der Universität Stuttgart für ein Physik-Studium – und wurde angenommen. Stolz berichtet der 43-jährige, dass er neben dem Studium in verschiedenen Firmen arbeitete, mit Praktika und als Werkstudent Erfahrungen für seine berufliche Entwicklung sammelte.

Nach dem Studium erhielt er eine Stelle bei Schneider-Electric in Seligenstadt. Nach Altfeld kam er nur, weil seine Abteilung irgendwann in das dortige Werk verlegt wurde. Noch einige Jahre pendelte Aruldoss zwischen Seligenstadt und Altfeld. Nach einigen Besuchen in der städtischen Kita wollte Tochter Johannita unbedingt hier bleiben. Als sie nach einem halben Jahr Wartezeit einen Kita-Platz bekam, stand einem Umzug nach Altfeld im letzten Sommer nichts mehr im Weg. Auch für Thomas Aruldoss war der Umzug eine Erleichterung. Mindestens zwei Stunden täglich hatte er zuvor im Auto verbracht.

Was der Familie an Deutschland gefällt und was sie vermisst

Auf die Frage, wie es ihnen in Altfeld gefalle, antwortet die Mama Christy Sumitha: "Die Menschen haben uns sehr freundlich aufgenommen, Johannita fühlte sich sofort wohl und fand im Kindergarten gleich Freundinnen." Bei einem Besuch ihrer Familien in Indien hätte die Fünfjährige sogar gefragt, wann es endlich wieder zurück ins "neue Deutschland" gehe. Außerdem vermisste sie Würstchen und Pommes, schmunzelt Christy Sumitha. Bis zur Einschulung ihrer Tochter hatte die Informatikerin die Zeit zur Vorbereitung auf ihre Promotion genutzt, die sie jetzt mit Bravour abgeschlossen hat. Mit ihrer Qualifikation hofft sie auf gute Einstiegschancen in den Beruf.

Die Familie fühlt sich in Altfeld wohl. Neben der sprichwörtlichen Pünktlichkeit schätzt Thomas Aruldoss in Deutschland die Perfektion, Gründlichkeit und hochwertige Qualität in der Fertigung. Nur seine Familie in Indien und das Festhalten an alten Traditionen vermisst er. Christy Sumitha vermisst manchmal noch den öffentlichen Nahverkehr. Bei Einkäufen, Besuch von Ämtern und Ärzten seien sie auf das Auto angewiesen. Aber ihr Ehemann könne mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu seiner Arbeitsstelle gelangen, da bleibe mehr Zeit für die Familie.

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