Birkenfeld

Aus dem Schützen-Café wurde ein richtiger Bürgertreff

Reger Austausch herrscht beim monatlichen Schützen-Café in Birkenfeld, das sich als Erfolgsgeschichte erweist. Foto: Sabine Eckert

Wer an diesem Dienstag die Türe zum Schützenhaus in der Regiestraße in Birkenfeld öffnet, ist sogleich von angenehmem Kaffeeduft umfangen. Und es ist ordentlich was los. Denn das sogenannte Schützen-Café, das es seit einem Jahr in Birkenfeld gibt, hat sich zu einem Treffpunkt für Jung und Alt entwickelt. Das war so nicht erwartet worden und freut die Verantwortlichen. Dabei stieß die Idee anfangs auf Skepsis.

Der 62-jährige Gerhard Schmitt, einer der drei Schützenmeister und Hauptverantwortlicher des Schützen-Cafés erzählt, wie die Idee entstanden ist: Vereinsmitglieder berichteten, dass es früher im Schützenhaus weit mehr gesellige Treffen gab als heute. Schmitt schlug deshalb der Vorstandschaft vor, es mal mit einer "Kaffeerunde" zu versuchen. Die Anregung stieß auch auf kritische Stimmen, doch sie wurde umgesetzt. Nun, ein Jahr später, bilanziert Schmitt: Der Plan ist voll und ganz aufgegangen, man hat die Menschen "hinter dem Ofen hervorgelockt".

Alle Generationen unter den Besuchern vertreten

Wenn jeden ersten Dienstag im Monat von 15 bis 18 Uhr das Schützen-Café öffnet, dann kommen nicht nur Mitglieder des Vereins, sondern auch Senioren, viele Bürger mittleren Alters und die Mutter-Kind-Gruppe. Bereits um 13.30 Uhr beginnt das Helferteam um Gerhard Schmitt, zu dem insgesamt elf Personen zählen – und die sich ganz modern über eine WhatsApp-Gruppe organisieren –  mit den Vorbereitungen. Da gibt es etliche Kannen Kaffee zu kochen und das Geschirr und die jahreszeitliche Dekoration auf den Tischen zu verteilen. Jetzt im Mai liegen Holzherzen auf den Tischen und eine Rose steht in der Vase, schließlich ist am Sonntag Muttertag.

Jutta Möllmann, Gerhard Schmitt und Erika Fischer (von links) zählen zu den insgesamt elf Personen des Helferteams. Foto: Sabine Eckert

Besonders freuen sich die Gäste auf die selbstgebackenen Torten, die der "Renner" sind. Vier bis fünf Torten werden jeweils benötigt und gespendet. Diesen Dienstag können die Gäste zwischen Erdbeer-, Pfirsich-, Marajuca-, Nusssahne-, und Himbeertorte wählen. Auf diese Auswahl freut sich besonders Sepp Scheller, der als erster, eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn, das Schützenhaus betritt und gleich das erste Stück Torte "testen" darf. Ab 14.40 Uhr füllt sich der Wirtschaftsraum im Schützenhaus. Bereits an der Gaderobe gibt es ein großes "Hallo" und eine herzliche Begrüßung. "Ich komme sogar mit dem Kopf unterm Arm", scherzt Martha Müller, die von Anfang an dabei ist und kaum einen Termin versäumt hat.

Zwanglos ins Gespräch und unter Menschen kommen

Für Sieglinde Hörning ist es wichtig, Unterhaltung zu haben, denn sie ist allein zu Hause und nutzt das Angebot deshalb hier sehr gerne. Dieser zwanglose Treff in netter Runde, der Austausch untereinander ist auch den Organisatoren wichtig. Das Schützen-Café sieht sich zudem als Ergänzung des Freizeitangebots in Birkenfeld. Auch Rotraud Klemann schaut schnell mal vorbei. Sie stammt ursprünglich aus Mecklenburg-Vorpommern und lebt seit elf Jahren in Birkenfeld. Im Café hat sie die Gelegenheit, sich unters Dorf zu mischen, wie sie zugibt.

Gerne nutzen die Birkenfelder das Angebot des Schützen-Cafs: Hier gibt es selbstgebackene Torten und eine gute Unterhalt... Foto: Sabine Eckert

Durchschnittlich 50 Personen besuchen regelmäßig das Café. Im März wurde ein Besucherrekord erzielt. Im vollbesetzten Gastraum waren, noch war Faschingszeit, sogar Gäste im Faschingskostüm. Die bisherigen Einnahmen wurden für Investitionen verwendet wie etwa einen kleinen Tortenkühlschrank, um die Kuchenauswahl besser zu präsentieren. Angeboten wird neben Kaffee und Kuchen auch Herzhaftes. "An Kirchweih gab es Kraut und Bratwürste, wovon wir rund 100 Paar benötigten", erinnert sich  Schmitt. Der Erfolg des Cafés hat ihn überrascht, "aber mittlerweile hat es sich in Birkenfeld etabliert".

Um 18 Uhr leert sich der Gastraum fast schlagartig. Zurück bleibt nur der angenehme Kaffeeduft, der noch eine Weile nachhält und ein Versprechen ist: In vier Wochen wird wieder geöffnet.

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