MARKTHEIDENFELD

Ausbau der A 3: Schneller über den Spessart

Markante Baustelle: Die Autobahn rund um Marktheidenfeld – hier die Anschlussstelle bei Altfeld – wird bis Ende des Jahres auf sechs Spuren verbreitert. Nach dem aktuellen Zeitplan ist der Teilabschnitt ein halbes Jahr früher fertig als anfangs geplant.Foto: Mechtild Buck

Eine gute Nachricht für die Autofahrer: Der sechsspurige Ausbau der A 3 rund um Marktheidenfeld wird ein halbes Jahr früher fertig als erwartet. Nach aktuellem Planungsstand rechnet die Autobahndirektion Nordbayern mit dem Ausbauende zwischen den Anschlussstellen Helmstadt und Marktheidenfeld bis Ende dieses Jahres.

Stefan Weißkopf, zuständiger Projektleiter für den Streckenabschnitt zwischen Wertheim/Lengfurt und Rohrbrunn ist zuversichtlich, weil man nach dem Winter mit den Arbeiten früher beginnen konnte als gedacht. Außerdem hat er großes Lob für die Baufirma Leonhard Weiss: „Sie hat gut Poliere und seit Jahren eine feste, aufeinander eingespielte Mannschaft.“ Deshalb seien die Organisation und der Ablauf der Arbeiten effizient. Ein Mitarbeiter der Firma hat Weißkopf das so erklärt: „Wir versuchen, durch wirtschaftliches Arbeiten Gewinn zu erzielen.“

Der Zeitplan wird deutlich unterschritten

Der Zeitplan: Zurzeit rollt der Verkehr auf der Fahrbahnseite in Richtung Nürnberg. Sie ist bis auf die Deckschicht fertig. Je zwei Spuren in jede Fahrtrichtung sind dort provisorisch eingerichtet. Bis Ende September ist dann die Fahrbahn in Richtung Frankfurt bis auf die Deckschicht fertig. Also wird der Verkehr im Oktober auf diese Seite verlegt, um die Deckschicht auf der anderen aufzutragen und die Schutzplanken zu montieren. Mitte November folgt dann die Gegenrichtung.

Dieser Abschnitt der A 3 wird zur Teststrecke: Dort will die Autobahndirektion, erstmals seit der Anfangszeit des Autobahnbaus erneut Gussasphalt planieren lassen. Er ist zwar im Einbau aufwändiger und teurer, aber Weißkopf betont: „Dafür ist er dauerhafter und dichter, besonders gegen das Eindringen von Wasser.“ Die Behörde will die Haltbarkeit des Gussasphalts auf diesem Teilstück über längere Zeit beobachten.

Größte Erdbewegung bei Rohrbrunn

Parallel läuft der Ausbau der Autobahn von Rohrbrunn ins Haseltal. Mit einer Erdbewegung von rund 500 000 Kubikmetern findet dort zurzeit der größte Eingriff in die Natur statt. Dort wird die A 3 nicht nur verbreitert; zeitgleich werden die engen Kurvenradien um die Raststätten Nord und Süd entschärft. Das hat zur Folge, dass es dort künftig keine Geschwindigkeitsbegrenzung mehr geben soll, sagt Weißkopf.

Um das zu ermöglichen, wird ein Teilstück der Autobahn völlig neu in die hügelige Landschaft modelliert. Dafür wird auch die Rohrbuchbrücke in zwei Teilen neu gebaut. Und auch die Brücke über der Autobahn, auf der die Staatsstraße 2312 zwischen Bischbrunn und Rohrbrunn verläuft, entsteht neu. Die moderne Ausführung als sogenannter Monobogen ist auch aus gestalterischer Sicht in diesen Gefilden ein Novum. Im Frühjahr 2018 wird voraussichtlich der Vorgängerbau gesprengt.

Sperrung der Staatsstraße dauert bis Juli

Weil die Arbeiten an der Autobahn und an der Brücke große Erdbewegungen erfordern, ist zurzeit die Staatsstraße gesperrt. Weißkopf rechnet damit, dass die neue Brücke bis Juli fertig wird, und der Verkehr auf der Staatsstraße ab 8. Juli wieder rollt. Solange bleibt der Umweg über die Autobahn.

Mit dem Ausbau der A 3 bei Rohrbrunn verlegt die Autobahndirektion auch die Anschlussstelle. Sie war bislang in die Abfahrten zu den Raststätten integriert, was zu starkem Kreuzungsverkehr zwischen Rastplatz-Besuchern und von der Autobahn abfahrenden Verkehrsteilnehmern geführt hat. Künftig wird die Autobahnabfahrt westlich der Raststätten liegen, hinter den Abzweigung nach Dammbach beziehungsweise Weibersbrunn.

Der südliche Teil dieser neuen Anschlussstelle, die Auffahrt in Richtung Nürnberg, ist zuerst an der Reihe. Die Unterführung der A 3 in Richtung Weibersbrunn bleibt deshalb noch bis Ende 2018 gesperrt. Bis dahin wird dort eine neue Autobahnbrücke entstehen.

In den Jahren 2018/19 wird dann die letzte Lücke des A-3-Ausbaus zwischen Biebelried und Aschaffenburg geschlossen: das Teilstück zwischen Marktheidenfeld und dem Haseltal. Im ersten Jahr wird die Fahrtrichtung Nürnberg auf drei Spuren erweitert, im zweiten die Fahrtrichtung Frankfurt.

Weiterer Ausbau mit der Privatwirtschaft

Alle begleitendenden Bauwerke wie Regenüberlaufbecken, Absetzbecken für auslaufende Betriebsstoffe auf der Autobahn, und Parkplätze werden zeitgleich mit der Autobahn fertig. Was nach 2019 folgt, ist die Vergrößerung der Parkplätze auf der Raststätte Spessart. Und bis spätestens Frühjahr 2020 sollen nach und nach alle Unterführungen unter der Autobahn wieder uneingeschränkt befahrbar sein, blickt Weißkopf voraus.

Dann ist eine Mammutbaustelle in Unterfranken zu Ende. Doch der Autobahndirektion Nordbayern geht deswegen die Arbeit nicht aus. Als nächstes hat sie sich den Ausbau des rund 70 Kilometer langen Teilstücks der A 3 zwischen Biebelried und Nürnberg vorgenommen.

Anders als zwischen Biebelried und Aschaffenburg soll diesmal aber nicht der Staat bauen, sondern die Privatwirtschaft. Sie würde dann durch Mauteinnahmen entschädigt. Öffentlich-private Partnerschaft heißt das Schlagwort. Diese Art von Straßenbau ist testweise schon auf anderen Autobahnen erprobt worden. Vor allem verspricht sich der Staat davon eine schnellere Verwirklichung der Ausbaupläne.

Die Autofahrer auf der A 3 werden also auch in Zukunft mit Baustellen und Behinderungen rechnen müssen. Der Spessart freilich wird in absehbarer Zeit seinen Ruf als Nadelöhr verlieren.

Behinderungen und Sperrungen

Wegen des sechsstreifigen A-3-Ausbaus sind begleitende Straßen von Behinderungen und Sperrungen betroffen.

Voraussichtlich bis 8. Juli bleibt die Staatsstraße 2312 zwischen Bischbrunn und Rohrbrunn unterbrochen.

Am 13./14./15. Juni muss die Kreisstraße MSP 31 zwischen Altfeld und Michelrieth geschlossen werden. Dort sollen in den drei Tagen Fertigteile der neuen Autobahnbrücke eingebaut werden.

Die Anschlussstelle Marktheidenfeld-Altfeld wird wegen Asphaltarbeiten an jeder Ausfahrt zwei Tage gesperrt sein – einmal im September, einmal im Oktober (Termine folgen).

Einige Unterführungen unter der A 3 zwischen Helmstadt und Altfeld behalten bis zum Ausbauende ihre Ampelregelung.

Eine Folge des Autobahnbaus: Firmenansiedlung im Gewerbegebiet „Bärnroth“ der Gemeinde Esselbach. Foto: Mechtild Buck
Stefan Weiskopf, Autobahndirektion Nordbayern, Projektleiter für den Ausbau der A 3 zwischen Marktheidenfeld und Rohrbrunn. Foto: Andreas Brachs

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