Marktheidenfeld

Ausbildung in Marktheidenfeld: Auf dem Weg zum Traumberuf

Neu im Team der Seniorenresidenz: Mina Babaie (links), hier mit Einrichtungsleiterin Diana Teubert. Foto: Diana Baumann

Mina Babaie ist erst 16 Jahre alt und hat für ihr Alter bereits viel erlebt. 2016 flüchtete die gebürtige Afghanin ohne jegliche Deutschkenntnisse mit ihrer Familie nach Deutschland. Nur drei Jahre später schloss die junge Frau die Mittelschule als Zweitbeste ihres Jahrgangs ab. Jetzt absolviert Mina Babaie eine Ausbildung in der Seniorenresidenz „Mainbrücke“ – in ihrem Traumberuf, wie es in einer Pressemitteilung der Einrichtung heißt.

Mina Babaie ist in Teheran im Iran aufgewachsen. Gemeinsam mit ihren Eltern und drei Geschwistern kam die damals 13-Jährige vor drei Jahren nach Deutschland. „Unsere erste Anlaufstelle war Berlin. Nach zwei Wochen sind wir dann nach Unterfranken gezogen“, erzählt Mina. Zu diesem Zeitpunkt sprachen sie und ihre Familie kein Deutsch – keine gute Voraussetzung für eine schulische Ausbildung.

„Mina hat ihr Schicksal selbst in die Hand genommen und mit unglaublichem Willen und harter Arbeit in kurzer Zeit nicht nur die deutsche Sprache gelernt, sondern in diesem Sommer auch ihren Schulabschluss an der Mittelschule gemacht - und das nicht durchschnittlich, sondern als Zweitbeste ihres Jahrgangs“, sagt Einrichtungsleiterin Diana Teubert voller Respekt.

Teubert lernte Mina Babaie bei einer Berufsvorstellung in der Schule kennen. „Im April dieses Jahres kam Frau Teubert in unsere Klasse, um uns die Berufsbilder des Altenpflegehelfers und der examinierten Pflegefachkraft näherzubringen“, erzählt die junge Frau. Die Entscheidung, nach ihrem Schulabschluss eine Ausbildung in einem Seniorenheim zu beginnen, fiel schnell. „Schon in meiner Kindheit stand für mich fest, dass ich in der Pflege arbeiten möchte“, sagt sie, „mit 14 Jahren habe ich zwei Schulpraktika in diesem Bereich absolviert und dort nur positive Erfahrung gemacht. Besonders gefällt mir der direkte Umgang mit den Senioren, die sich über Hilfe und Kontakt sehr freuen.“

Der Weg von der Ankunft in Deutschland bis zum Ausbildungsplatz war für die gebürtige Afghanin nicht leicht. „Im Bürokratie-Dschungel Deutschland kommt man schon mit Deutsch als Muttersprache oft nicht zurecht“, sagt Diana Teubert, „daher geht ein großer Dank an Berufseinstiegsbegleiterin Ilona Schönemann, die Mina bei Behördengängen oder Bewerbungsschreiben so großartig unterstützt hat. Wir sind sehr dankbar, mit Mina eine so fleißige, intelligente und engagierte junge Frau als Auszubildende zu haben.“

Seit Oktober absolviert Mina Babaie jetzt ihre einjährige Ausbildung zur Pflegehelferin. Anschließend möchte sie dann die dreijährige Ausbildung zur examinierten Pflegefachkraft beginnen. Erste Freundinnen und Freunde hat die 16-Jährige laut der Pressemitteilung in der Seniorenresidenz bereits gefunden. „Das Team hilft mir, mich zurechtzufinden, und auch mein Deutsch hat sich nach nur kurzer Zeit schon sehr verbessert“, lacht die Auszubildende.

Und was würde die junge Frau Schulabgängern raten, die sich für eine Ausbildung in der Pflegebranche interessieren? „Auf jeden Fall ein Schnupperpraktikum machen“, sagt sie, „nur so kann man einen Beruf auch wirklich kennenlernen.“

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