Lohr

Ausschuss drückt bei Parkdeck aufs Tempo

Viel mehr als diesen Entwurf gibt es noch nicht zum Ersatzbau für das Lohrer Parkdeck. Dennoch hat der Werkausschuss die Fertigstellung des Baus für Ende 2021 gefordert und dem Wirtschaftsplan der Stadtwerke nur zugestimmt, wenn die dafür erforderlichen Mittel für 2020 und 2021 vorgesehen werden. Foto: Johannes Ungemach

Der Ersatzbau für das Lohrer Parkdeck unterhalb des Brauereigeländes soll noch 2021 fertig werden. Das hat der Werkausschuss des Stadtrats gefordert und lässt den Wirtschaftsplan der Stadtwerke dementsprechend ändern. Losgetreten von CSU-Ausschussmitgliedern, schlossen sich dieser Forderung in der öffentlichen Sitzung am Montagabend alle außer Wolfgang Weis (Grüne) an.

Die für das Parkdeck veranschlagten 5,4 Millionen Euro werden aufgrund des Beschlusses vom Montag in den Haushaltsplan der Stadtwerke mit einem Drittel für 2020 und mit zwei Dritteln für 2021 vorgesehen. Stadtwerkeleiter Otto Mergler hatte für 2020 nur 100000 Euro als Baunebenkosten für die Baubeseitigung und 200 000 Euro für Planungskosten für den Neubau veranschlagt.

Zunächst für 2022 eingeplant

Für 2021 hatte Mergler eine Million Euro für Abriss und Beseitigung eingeplant sowie 300 000 Euro für Planungskosten für den Neubau. Der größte Teil – 3,5 Millionen Euro das Gebäude, die technische Ausstattung, die Außenanlagen und die Fahrbahnanpassung – war erst für 2022 vorgesehen.

Dem Beschluss vorausgegangen war eine Debatte, die Dirk Rieb (CSU) eröffnet hatte. Er sei entsetzt über den Finanzplan. Ursprünglich habe die Stadt 2019 mit dem Parkdeckersatzbau beginnen wollen, dann 2020. Jetzt sei die Eröffnung erst 2022 oder gar 2023 vorgesehen. Das Parkdeck sei wichtig für die Innenstadt. Um die Sache zu beschleunigen, schlug er einen Generalunternehmer vor. Ernst Herr (CSU) fasste zusammen: "Das Parkdeck hat aus politischen Gründen 2021 fertig zu sein."

Sportlicher Zeitplan

Damit zog er eine Parallele zum Stopp des Projekts im vorigen Jahr – nachdem ein Entwurf vorgelegt worden war. Daraufhin und nach der Entscheidung selbst, statt in öffentlich-privater Partnerschaft zu bauen, sei der Fortgang aus politischen Gründen gestoppt worden. Es sollten alternative Standorte geprüft werden. Herr gab zu, dass der Zeitplan sportlich ist. Der Auftrag an die Verwaltung müsse dennoch sein, dass das Projekt 2021 fertig zu sein habe. Technisch ist das seiner Meinung nach möglich. Herr nannte als Absicht, nach außen zu signalisieren: "Wir wollen es jetzt haben."

Rainer Nätscher (Freie Wähler) sagte: "Da können wir mitgehen. Es ist für die Innenstadt notwendig." Er befürchtet allerdings noch Verzögerungen durch Einwände der Anwohner. Für ihn gehe es nicht um politischen Willen, sondern um die Interessen der Innenstadt. Auch Richard Eyrich (SPD) ist mit dem Vorziehen des Projekts einverstanden. Matthias Schneider (CSU) will für 2021 mit dem Parkhausbau gedanklich fertig sein, sonst werde es 2024 bis zur Eröffnung Er wolle keine Netze reinhängen müssen wegen der Bauschäden.

Standortzweifel gerechtfertigt

Brigitte Riedmann verteidigte die bisherige Verzögerung. Bei einem Bauwerk für fünf Millionen Euro, das auf eine Lebensdauer von 20 bis 25 Jahre angelegt ist, sei es besser, zu überlegen, wo der beste Standort ist, als den verkehrten zu wählen. "Mehr als ein Vierteljahr war es nicht", sagte Riedmann zum Abklopfen der Alternative. Wolfgang Weis (Grüne) hält die Fertigstellung bis Ende 2021 für unrealistisch. Er schloss sich damit den Bedenken Otto Merglers an. Laut Mergler muss zumindest die Planung europaweit ausgeschrieben werden wegen der Höhe der Bausumme. Außerdem sieht Mergler aufgrund voller Auftragsbücher Probleme kurzfristig Baufirmen zu finden. Wegen des Showeffekts werde jetzt ums Vorziehen des Projekts gekämpft, urteilte Weis und kündigte seine Gegenstimme schon während der Diskussion an.

Wolf-Dieter Füg, technischer Leiter der Stadtwerke, befürchtet, dass das Bauwerk bei der Vergabe an einen Generalunternehmer um ein Drittel teuerer wird als bei der Vergabe der einzelnen Gewerke. Dem widersprach Dirk Rieb. Generalunternehmer hätten andere Möglichkeiten zu verhandeln. Darauf Füg: "Was er rausholt, ist sein Gewinn."

Ausfallzeit so kurz wie möglich

Bürgermeister Mario Paul moderierte den Weg zur Abstimmung, die Finanzierung um ein Jahr vorzuziehen. Er griff den Vorschlag aus der Diskussion auf, ein Drittel der Kosten 2020 zu berücksichtigen und zwei Drittel 2021. Bei aller Eile müsse darauf geachtet werden, dass zwischen Abriss und Neubau keine Lücke entstehe, weil in dieser Zeit die Parkplätze fehlten. Dieser Abschnitt müsse so kurz wie möglich sein, lautete sein Appell.

Im Überblick: Parkdeck in der Diskussion
Vor einem Jahr hatten Werkausschussmitglieder kritisiert, dass für den Abriss des Parkdecks eine Million Euro im Wirtschaftsplan 2019 der Stadtwerke standen. Dass die Stadt abreißen soll und in öffentlich-privater Partnerschaft gebaut werden soll, missfiel einigen. Das Erlösmodell, das der Investor vorgesehen hatte, wurde schließlich als für die Stadt nachteilig befunden. Daraufhin beschloss der Stadtrat, das Parkdeck selbst zu bauen. Die zwischenzeitliche Diskussion, den Standort vom jetzigen Platz auf die Fläche zwischen Stadtbahnhof und Westtangente zu verlegen, hat schließlich eine Abstimmung im Stadtrat beendet. Eine Mehrheit entschied sich dabei für den bisherigen Standort. Die Grünen hatten sich im Zusammenhang mit ihrem Bestreben, den Stadtbahnhof zu reaktivieren, für die Verlegung des Parkdecks ausgesprochen.

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