KARLSTADT

Ausschuss plädiert für barrierefreie Bushaltestellen

Die Bushaltestelle am Dorfplatz von Eußenheim ist ein Beispiel für eine barrierefreie Haltestelle. Der spezielle höhere Bordstein mit Spurführung (Kasseler Board) erleichtert nicht nur das Ein- und Aussteigen sondern auch das Anfahren mit einem Linienbus. Die Rippenplatten markieren für Blinde und Sehbehinderte den Bereich der vorderen Bustüre, die Noppen auf dem Sonderbordstein warnen sie vor einer Absturzkante. Um den Städten und Gemeinden den Umbau von Haltestellen zu erleichtern, wird der Landkreis eine Förderung von bis zu 3000 Euro je Haltestelle beziehungsweise zehn Prozent der Umbaukosten einführen. Foto Jürgen Kamm
Die Bushaltestelle am Dorfplatz von Eußenheim ist ein Beispiel für eine barrierefreie Haltestelle. Der spezielle höhere Bordstein mit Spurführung (Kasseler Board) erleichtert nicht nur das Ein- und Aussteigen sondern auch das Anfahren mit einem Linienbus. Die Rippenplatten markieren für Blinde und Sehbehinderte den Bereich der vorderen Bustüre, die Noppen auf dem Sonderbordstein warnen sie vor einer Absturzkante. Um den Städten und Gemeinden den Umbau von Haltestellen zu erleichtern, wird der Landkreis eine Förderung von bis zu 3000 Euro je Haltestelle beziehungsweise zehn Prozent der Umbaukosten einführen. Foto Jürgen Kamm Foto: Jürgen Kamm

Mehr barrierefreie Bushaltestellen sind das Ziel einer künftigen Förderrichtlinie des Landkreises. Bis zu 3000 Euro Zuschuss könnten Kommunen erhalten, wenn sie in diesem Jahr mit dem entsprechenden Umbau einer Haltestelle begannen oder fertig wurden. Nach dem Wirtschaftsausschuss empfiehlt nun auch der Ausschuss für gesellschaftliche Entwicklung dem Kreistag, diese Richtlinie zu beschließen.

Hintergrund der neuen Förderung ist das Ziel eines barrierefreien ÖPNV als Teil des Konzepts „Bayern barrierefrei 2023“ sowie aufgrund einer entsprechenden Forderung der Europäischen Union. Davon ist Landkreis noch ein ganzes Stück weit entfernt. Bei der Datenerheben für den Nahverkehrsplan waren nur acht der 806 Bushaltestellen im Landkreis barrierefrei.

Als kleinen Anreiz für die Gemeinden, Märkte und Städte in Main-Spessart würde der Kreis zehn Prozent der förderfähigen Kosten eines Umbaus übernehmen, begrenzt auf 3000 Euro. Gegenfinanziert würde das über Haushaltsmittel aus der ÖPNV-Zuweisung der Regierung von Unterfranken, davon sind dieses Jahr 30000 Euro für den Ausbau in den Gemeinden vorgesehen. Voraussetzung für die Förderung wäre, dass die entsprechenden Normen und der Leitfaden „Barrierefreies Bauen – Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum“ der Bayerischen Architektenkammer eingehalten werden.

Ziel des Förderprogramms ist mindestens eine barrierefreie Haltestelle je Kommune beziehungsweise je Ortsteil. Das würde gegenüber jetzt mehr als eine Verzehnfachung ergeben.

Die Vorgaben für barrierefreie Haltestellen sind vielfältig. Sie reichen von Vorgaben zur Länge der Haltestelle und Breite der Aufstellfläche über ein Blindenleitsystem mit Rippen- und Noppenplatten bis hin zu besonderen Bordsteinen. Diese unter der Bezeichnung „Kasseler Board“ patentierten Hochbordsteine aus weißem Beton sind nur mindestens 18 Zentimeter hoch, um Fahrgästen das Ein- und Aussteigen zu erleichtern, sondern auch zur Fahrbahn hin besonders glatt und mit einer Hohlkehle ausgeführt. Daraus ergibt sich eine Spurführung, die den Busfahrern das leichte heranfahren erleichtert und dabei Reifenschäden vermeidet.

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