LKR. MAIN-SPESSART

B 26n: „Kein Ausbaubedarf für nachrangige Straßen“

Duttenbrunn Bi Westumgeh
Seit vielen Jahren Streitobjekt in der Region: die geplante B 26n. Hier eine Aufnahme von 2007, als bei Duttenbrunn Protestschilder aufgestellt wurden. Das Bundesverkehrsministerium sieht keinen Bedarf, das nachrangige Straßennetz zu ertüchtigen. Foto: Elisabeth Dernbach

Mit zwei Neuigkeiten tritt die Bürgerinitiative gegen die B 26n an die Öffentlichkeit: Das Bundesverkehrsministerium sieht keinen Ausbaubedarf für das nachgeordnete Verkehrsnetz, sollte die B 26n vorerst nur bis Karlstadt (Lkr. Main-Spessart) gebaut werden. Und das Ministerium hält am Gesamtprojekt B 26n fest – durchgängig von Arnstein bis zur A3 bei Helmstadt.

So interpretiert die BI die Antwort des parlamentarischen Staatssekretärs im Verkehrsministerium, Steffen Bilger (CDU), auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten für Unterfranken, Manuela Rottmann. Immer wieder warnt die BI davor, dass sich gegenüber heute täglich 5000 bis 10 000 Kraftfahrzeuge zusätzlich ins Karlstadter Stadtgebiet ergießen werden, wenn eines Tages die B 26n von Arnstein bisher hierher fertig ist. Diese würden dann weiter ihren Weg über benachbarte Orte Richtung Westen suchen, verdeutlicht der stellvertretende Vorsitzende der Bürgerinitiative und Karlstadter Stadtrat Armin Beck.

Die nachgeordneten Straßen seien dafür aber nicht ausgelegt. In einer Resolution hatten die Karlstadter Stadträte gefordert, das nachgeordnete Verkehrsnetz zu ertüchtigten, noch bevor die B 26n für den Verkehr freigegeben wird.

Mit dem Mehrverkehr zurechtkommen

Die BI hat das Schreiben von Staatssekretär Bilger in einer Vorstandssitzung in Karlstadt analysiert. Lapidar sei die Antwort ausgefallen, so das Fazit der B 26n-Gegner. Wörtlich schrieb Bilger: „Die landesplanerische Beurteilung ist mit der Maßgabe verknüpft, dass die B 26n zur Vermeidung erheblicher . . . zusätzlicher Verkehrsbelastungen zwischen Karlstadt und der A3 (bei Helmstadt, Anm. d. Red.) in einem ersten Abschnitt (Arnstein bis Karlstadt) einbahnig und nicht zweibahnig errichtet werden soll, sofern ein möglichst zeitnah aufeinanderfolgender Bau beider geplanter Teilabschnitte nicht möglich ist.“

Das sei also alles, beklagt die BI. Bilger ignoriere damit die negativen Auswirkungen auf die Region. Der Staatssekretär meine, dass es genügt, wenn nur zweibahnig – statt autobahnähnlich mit vier Streifen – gebaut würde. „Wie wir in der Region mit dem Mehrverkehr zurechtkommen, interessiert in Berlin niemanden“, ist sich Beck sicher.

Doch noch eine Autobahn?

Der Vorsitzende der Bürgerinitiative Günter Krönert (Duttenbrunn) geht sogar davon aus: „Wenn wir uns jetzt nicht wehren, wird man uns über kurz oder lang doch eine Autobahn in die Nachbarschaft bauen.“ Denn wenn eines Tages der Lückenschluss bis Helmstadt erfolge, gebe es nach den Worten von Bilger offenbar keinen Grund mehr, die B 26n nur zweispurig zu bauen. Krönert befürchtet nämlich dann einen vierspurigen Ausbau.

Auf Einladung der BI und der Karlstadter Grünen-Stadtratsfraktion hatte sich die Abgeordnete Rottmann im Februar über die Planungen der B 26n und die möglichen Auswirkungen auf die Region informiert. Beim Ortstermin auf dem Karlstadter Hausberg Saupurzel habe sie sich besonders eingeprägt, dass der geplante Zubringer das Naherholungsgebiet am Saupurzel zerstören würde.

Rottmann hatte sich im Sommer mit der Frage ans Bundesverkehrsministerium gewandt, wie die Bundesregierung sicherstellen will, dass durch den Bau des ersten Teilabschnitts der B 26n bis Karlstadt keine negativen Auswirkungen durch den Mehrverkehr in der Region entstehen.

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