Karlstadt

BI gegen die B26n: „MSP-Politiker kaufen die Katze im Sack“

Die Fronten sind verhärtet zwischen der Bürgerinitiative gegen die B 26n auf der einen Seite und den Straßenplanern beziehungsweise Politikern in Main-Spessart auf der anderen Seite: Beide beharren auf ihrer Position zur B 26n. Daran hat auch ein Besuchs der Bürgerinitiative im bayerischen Verkehrsministerium in München nichts geändert.

Wie die Bürgerinitiative in einer Pressemitteilung schreibt, nahmen an dem Gespräch im Ministerium auch der dortige Amtsleiter Helmut Schütz sowie aus dem Ministerium Peter Weywadel und Manfred Kinberger sowie Baudirektor Stefan Lehner vom staatlichen Bauamt Würzburg teil.

Einig war man sich lediglich darin, dass der Klimaschutz stärker im Bewusstsein der Menschen angekommen ist. Erwin Scheiner von der BI sprach sich aufgrund der Umweltzerstörung und Klimaschädlichkeit deshalb gegen den Bau der B26n aus. Mehr als 200 Hektar Flächenversiegelung durch die B26n und ihrer Zubringer, dazu neu generierter Kfz-Verkehr sprächen gegen den Bau.

Nur fünf Minuten Zeitersparnis

Reinhard Rauch von der BI stellte den Nutzen der B26n für die Wirtschaft in Main-Spessart in Frage. Fünf Minuten Fahrzeitersparnis zur A70 bringe keinen zählbaren Vorteil. Das Geld wäre sinnvoller in den Ausbau der digitalen Infrastruktur und die Verbesserung bestehender Straßen in der Region investiert. Anhand der neuesten Verkehrsprognosen vom staatlichen Bauamt ergebe sich durch die B26n auch keine spürbare Entlastung für die Anwohner der B19 oder für die Stadt Würzburg, so Rauch.

Schütz erläuterte: "Der Planungsauftrag der B26n ergibt sich aus dem Bundesverkehrswegeplan, unter anderem in Folge der Forderung der IHK Würzburg-Schweinfurt und von Mandatsträgern aus der Region." Anders als in der alten Planung habe die B26n nun keinen autobahnähnlichen Ausbaustandard mehr, also keine zwei durch einen Mittelstreifen getrennte Fahrbahnen.

Weywadel ergänzte: „Die B26n verfolgt in dieser Bauform nicht mehr das Ziel einer Entlastung der A7 und des Biebelrieder Kreuzes, um den sechsstreifigen Ausbau von A7 und A3 zu vermeiden." Eine Entlastung Würzburgs sei in der jetzt geplanten Form nicht mehr eine vorrangige Zielsetzung.

"Wesentliche Ziele werden nicht erfüllt"

Die BI-Vertreter kritisierten, mit der B26n werde zusätzlicher Tranistverkehr in die Region fließen, der nachfolgende Orte belastet, wenn nicht vorher oder zeitgleich das nachgelagerte Straßennetz ertüchtigt wird. 

Vorstände der Bürgerinitiative sehen nach dem Gespräch mehr denn je die Notwendigkeit für regionale Verkehrslösungen ohne B 26n. Wesentliche Teile ihrer ursprünglichen Ziele werde die B 26n nicht mehr erfüllen – und das bei bei gleichgebliebener Naturzerstörung und gestiegenen Baukosten. Die verantwortlichen Politiker aus Main-Spessart würden mit der B 26n "die Katze im Sack" für die Menschen in der Region bestellen, so die BI.

Fazit der BI: "Die zuständigen Ministerien in Berlin und München schieben die Verantwortung für ein Umdenken und zukunftsfähige Verkehrslösungen den lokalen Mandatsträgern aus dem Landkreis Main-Spessart zu. Diese betreiben aber weiter rückwärtsgewandte Verkehrspolitik. Der Bau neuer Transitstraßen für die Lösung lokaler Verkehrsprobleme, nur weil der Bund diese Straßen finanziert, ist Verkehrsplanung von gestern. Heutige und zukünftige Probleme werden so nicht gelöst, sondern verstärkt."

Die komplette Zusammenfassung des Gesprächstermins in München ist zu finden unter https://b26n.org

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