Gemünden

Badeverbot im Sindersbachsee: So reagiert das Netz

Beliebt bei Badegästen, aber eigentlich verboten: Immer wieder betont die Stadt Gemünden, dass im Sindersbachsee nicht gebadet werden darf. Foto: Felbinger Günther

Seit Jahren beschäftigt der Sindersbachsee sowohl die Gemeinde Gemünden als auch Badebesucher aus der ganzen Region. In regelmäßigen Abständen kontrolliert das Landratsamt Main-Spessart die Wasserqualität, die sich durchgehend als einwandfrei herausstellt. Außerdem wird der See Jahr seit Jahren als "Badestelle der Europäischen Union" geführt.

Ursprünglich war das Gelände auch von Seiten der Stadt als Erholungsanlage konzipiert, doch bereits 1981 verhängte die Stadt Gemünden ein Badeverbot und kündigte die Verantwortung für den See. Der Grund damals: ein Unfall mit tödlichem Ausgang. Auf das Verbot weist die Gemeinde vor Ort mit einem Schild und regelmäßigen Pressemeldungen hin

Betreiber besteht auf Verbot

Bei Missachtung des Verbots könne ein zwei- bis vierstelliges Bußgeld drohen, so Florian Breitenbach vom Ordnungsamt Gemünden. Weil das Gelände, das eigentlich dem Betreiber des Pumpspeicherkraftwerks Uniper gehöre, öffentlich zugänglich sei, könne die Gemeinde das Verbot verhängen und auch durchsetzen. Bisher sei aber vor Ort noch nie kontrolliert oder ein Bußgeld eingefordert worden, sagte Breitenbach.

Die Firma Uniper besteht auf dem Badeverbot: "Dieser See ist Betriebsgelände, daher möchte Uniper, dass das Badeverbot auch eingehalten wird", so Pressesprecher Theodoros Reumschüssel. Derzeit sei man im Gespräch mit der Stadt Gemünden, dass die augenscheinliche Duldung aufgehoben werde.

Unverständnis in Social Media

Bei Badegästen aus der ganzen Region ist der See als Badestelle aber enorm beliebt, wie auch die Kommentare aus den sozialen Netzwerken zeigen. So zum Beispiel ein Facebook-Nutzer unter einem Main-Post Beitrag zum Verbot: "Totale Bürokratie und Bevormundung der Bürger. Ein Hinweisschild 'Baden auf eigene Gefahr' und alles wäre gut."

Eine Nutzerin beklagt, dass der See der einzige Ort sei, an dem sie mit ihrem Hund baden gehen konnte. Dazu ein weitere Nutzer: "Find das auch schlimm. Lasst doch die Leute baden, es gibt sonst keinen See innerhalb von 40 km."

Auf mainpost.de schreibt ein Nutzer: "Die Menschen die zum See gehen, werden bestimmt nicht das sterile Freibad besuchen, auch wenn ihnen mit Strafgeldern gedroht wird! Das 'Badeverbot' als Haftungsausschluß ist vollkommen in Ordnung. Es wird wohl auch niemand haftbar gemacht werden können, wenn ich in Main, Sinn oder Saale ertrinke."

Andere auf Facebook bevorzugen die Alternativen: "Is doch eh saukalt..ich geh lieber ins Freibad...mit Bier und Würstchenstand!"

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