KARLSTADT

Bald ist der Kreuzweg fertig

An Station 13: Bernhard Maier mit Epitaph. Foto: Klaus Gimmler

Bald ist der Kreuzweg oberhalb von Karlstadt wieder vollständig restauriert. 12 von 14 Stationen sind bereits fertig, die letzten zwei Stationen bekommen in diesem Jahr noch ein Dach. Damit kommt ein Projekt zum Abschluss, das 2002 begonnen hat. „Eine echte Karschter Bürgerinitiative“, sagt der Projektleiter Bernhard Maier stolz. Die Restaurierung wurde von Karschter Bürgern, Firmen und Vereinen finanziert. Im Mai nächsten Jahres wird Bischof Friedhelm Hofmann den Kreuzweg segnen.

Doch bis dahin ist noch etwas zu tun. Derzeit ist die sechste Station in Arbeit. „Veronika reicht Jesus ein Schweißtuch dar“ steht auf dem Giebel aus Sandstein, der auf den Original-Sturz aufgesetzt wird. Dies macht die Steinmetzfirma Wittstadt mit einem Hebekran. Auch die fünfte Station „Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen“ steht kurz vor der Fertigstellung. Beide Stationen bekommen noch ein Dach, sodass die geschnitzten Holzfiguren vor der Witterung geschützt sind.

Projektleiter Bernhard Maier, der gleichzeitig Vorsitzender des Förderkreises St. Andreas ist, erinnert sich noch gut, in welchem Zustand der Kreuzweg vor der Renovierung gewesen ist. Die Mauerwerke der Stationen waren kaputt, die 60 wertvollen Holzfiguren aus Lindenholz vermorscht, die Sandstein-Kreuzigungsgruppe und die Grablegekapelle oben im Tannenwald mit Bäumen und Sträuchern zugewachsen. „2002/03 haben wir dann zu planen begonnen“, sagt er. 2005 wurde die Kreuzigungsgruppe saniert, 2007 dann die Grablegekapelle, daraufhin folgte jedes Jahr die Renovierung von zwei Stationen. Jetzt freut er sich auf die nahende Fertigstellung. „Ich hätte mir am Anfang das nicht erträumt, dass das so funktioniert“, sagt er.

Immer wieder Überraschungen

In der langen Zeit der Renovierung hat es immer wieder Überraschungen gegeben. Die waren meist angenehm. „In einer Holzfigur haben wir einen kleinen Zettel gefunden, der auf das Jahr 1836 als Zeitpunkt der Fertigstellung der Figur hinweist“, berichtet Maier. Zudem steht darauf geschrieben, wer in Karlstadt Bürgermeister ist und auch noch weitere Dinge über die Verhältnisse im Königreich Bayern.

Der barocke Kreuzweg ist dagegen schon älter. Die Kreuzigungsgruppe wurde laut Maier um 1700 erstellt, der Kreuzweg dann im Anschluss. Ein Epitaph, das bei der Restauration in der Station 13 freigelegt worden ist, weist die Jahreszahl 1735 aus. Jetzt wurde es an dieser Station wieder in die Wand eingesetzt, worüber sich Maier besonders freut. „Das war für mich Heiligabend im Juli, als wir das gefunden hatten“, lacht er.

Maier betont, dass er stolz auf die Karlstadter Bürger, Firmenchefs und Vereinsvorstände ist. Sie alle hätten es möglich gemacht, „ein Stück fränkische Volksfrömmigkeit zu erhalten“. An Spenden sind laut Maier 220 000 Euro zusammengekommen. In einem üblichen Ausschreibungsverfahren hätte die Maßnahme die Stadt Karlstadt 1,5 Millionen Euro gekostet. Viele hätten zum Gelingen beigetragen, sodass er nicht alle aufzählen könne, ohne jemanden zu vergessen. Es wurden beispielsweise Patenschaften für Holzfiguren übernommen. Einen wolle er dennoch nennen. Ewald Heßdörfer sei sein fleißigster Helfer gewesen, sagt er. Er alleine habe mehr als 5000 Ehrenamtsstunden geleistet.

Einsegnung der Kreuzwegs ist am Sonntag, 3. Mai, mit Bischof Friedhelm Hofmann, ein Dankfest für die Sponsoren und Spender am Samstag, 13. Juni 2015, in der Gambacher Halle.

Kreuzweg

Bei Kreuzwegen außerhalb der Kirchen sind die Stationen entlang eines Weges aufgestellt, der oft auf einen Berg führt, der dann meist Kalvarienberg heißt. Die meist 14 Stationen gehen auf eine Tradition in Jerusalem zurück. Dort erinnert die Via Dolorosa, die Schmerzensstraße, an den Weg, auf dem Jesus das Kreuz aus der Stadt auf die Anhöhe Golgotha getragen hat. Vor allem am Karfreitag gehen die Pilger seit Jahrhunderten diesen Weg.

Die 6. Station des Kreuzweges wird restauriert: Mit Hilfe eines Krans wird der schwere Sturz aus Sandstein auf die Seitenportale aufgesetzt. Unser Bild zeigt von links Horst Wittstadt, Bernhard Maier, Ewald Heßdörfer und Andreas Mehler. Foto: Klaus Gimmler

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