Karlstadt

Bauausschuss: Zwischen Sparen und Nachhaltigkeit

Eigentlich will der Karlstadter Stadtrat sparen. Aber vielleicht lohnt es sich für die Dachsanierung der Karolingerhalle etwas mehr auszugeben.

In seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause wollte der Karlstadter Bauausschuss eine lange Liste an Tagesordnungspunkten abarbeiten. Die Vergabe der Dachsanierung der Karolingerhalle in Karlburg war eigentlich nur Formsache – und wurde dann doch leidenschaftlich diskutiert. 

Das Dach der Karolingerhalle in Karlburg muss saniert werden. Eigentlich sollte dies als Reparatur über den Jahresvertrag abgewickelt werden, aber im Juli stellten sich die Schäden als schwerwiegend heraus. Im Protokoll der Begehung heißt es: "50 bis 60 Prozent der Asbestplatten sind fehlerhaft und nicht mehr trittsicher. Schraubnägel sind nicht mehr eben mit dem Deckungsmaterial verbunden. Teile könnten vom Dach herunterfallen." Die Reparatur samt Spenglerarbeiten wurde ausgeschrieben, 112 000 Euro dafür eingeplant.

Eine Frage des Materials

Weil eine Reparatur mit Trapezblech um etwa 22 000 Euro günstiger käme als  mit Alu-Stucco, auch "Kal-Zipp" genannt, wurde diese Variante ausgeschrieben. Die Verwaltung empfahl, die Firma Hammer für knapp 125 000 Euro mit den Arbeiten zu beauftragen. Stadtrat Thorsten Heßdörfer sagte: "Trapezblech ist billigstes Industrieblech. Das hält nur etwa halb so lange wie Kal-Zipp." Dieses Material sei in Wiesenfeld, Stetten und Laudenbach verwendet worden und auch für den Einbau von Photovoltaik-Anlagen geeignet. "Diese rund 25 000 Euro mehr für Kal-Zipp tun uns zwar weh, lohnen sich aber", argumentierte Heßdörfer, im Hauptberuf Architekt.

Bürgermeister Paul Kruck sagte: "Das ist dringlich und sollte heuer noch über die Bühne gehen. Wenn wir uns für Kal-Zipp entscheiden, müssen wir die Ausschreibung aufheben und neu ausschreiben." Auch Bauunternehmer und Stadtrat Edgar Ehrenfels sprach sich für Kal-Zipp aus.

Die Ausschuss-Mitglieder neigten in der Mehrzahl dazu, der Expertise von Heßdörfer und Ehrenfels zu vertrauen. Der Beschluss wurde zurückgestellt und soll vom gesamten Stadtrat getroffen werden.

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