Bauboom in Lohr: Großprojekte kommen langsam voran

Kurz vor der Fertigstellung und voraussichtlich Ende des Jahres schon bezogen: die drei neuen Schwedenhäuser im Schönrain-Park in Steinbach.
Kurz vor der Fertigstellung und voraussichtlich Ende des Jahres schon bezogen: die drei neuen Schwedenhäuser im Schönrain-Park in Steinbach. Foto: Roland Pleier

Christoph von Hutten, Bauunternehmer in Steinbach, legt vor: Die ersten drei Neubauten seines Schönrain-Parks stehen kurz vor der Vollendung. Voraussichtlich noch in diesem Jahr werden drei Schwedenhäuser, gelegen in zweiter Reihe in der Hofstettener Straße, bezogen. Bis dahin dürfte auch die Erschließung durch die Stichstraße abgeschlossen sein, so von Hutten auf Nachfrage der Redaktion.

Das Fundament für das Doppelhaus unmittelbar daneben ist bereits gegossen. Nächste Woche soll es aufgesetzt werden. Alle fünf Wohneinheiten sind laut von Hutten bereits verkauft. Wobei die eine Doppelhaushälfte zunächst als Musterhaus ausgebaut und erst später vom Eigentümer bezogen wird.

Denn diese Wohneinheiten sind der zweite Schritt auf dem Weg zum vollständig bebauten Schönrain-Park. Dessen Herzstück – die zwölf Wohnungen im ehemaligen RMD-Gebäude – sind bereits seit dem Frühjahr vollständig vermietet.

Als nächstes ist die Musterwohnung dran

So wie das Musterhaus sollen dann auch alle weiteren 28 Reihenhaus-Einheiten aussehen, die von Hutten in der Nordwest-Ecke und an der Ostflanke des Areals plant: Jede mit 125 Quadratmetern Wohnfläche auf zwei Etagen, auf Wunsch verbunden mit einem behindertengerechten Aufzug.

Schon jetzt, ohne dass von Hutten die Wohnhäuser beworben hätte, gebe es viele Anfragen dafür, so der Bauunternehmer aus Steinbach. Doch zum Notar könne man natürlich erst gehen, wenn Planungssicherheit bestehe. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan lässt noch auf sich warten. Von Hutten ist zu vorsichtig, um eine Termin-Prognose abzugeben. Derzeit liege das Bebauungsplanverfahren in Händen der Stadt Lohr, teilte das Landratsamt mit.

Uwe Schmitt wartet auf Baugenehmigung

Warten musste auch Uwe Schmidt. Der Hoch- und Tiefbauunternehmer aus Partenstein plant in der Rechtenbacher Straße in Lohr zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 42 Wohnungen.

Ende März/Anfang April hatte er bereits mit der Rodung des Grundstücks begonnen. Weil es gemäß Bundesnaturschutzgesetz verboten ist, „Bäume, die außerhalb des Waldes stehen, Hecken und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September zu beseitigen“, habe das Landratsamt für die Baumfällaktion ein Bußgeld von 178 Euro verhängt, teilt dessen Pressestelle mit. Schmitt habe dieses auch bezahlt.

Die Rodung zu diesem Zeitpunkt war unnötig, wie sich im Nachhinein herausstellte. Die Baugenehmigung, etwa im Februar beantragt, sei bis dato immer noch nicht eingegangen, zeigt sich Schmidt verärgert. „Ich hoffe, dass sie diese oder nächste Woche da ist.“ Die angeforderte Nachricht aus dem Landratsamt macht in dieser Hinsicht allerdings wenig Hoffnung. „Das Baugenehmigungsverfahren ist inzwischen zwar eröffnet“, so die Stellungnahme, wann eine Genehmigung erteilt werden kann, sei aber noch offen.

„Aktuell werden Fachbehörden zu dem Vorhaben gehört. Auch müssen auf dem sehr steilen Grundstücken erst die Voraussetzungen für eine Bebauung geschaffen werden.“ Die Prüfung des Immissionsschutzes sei ebenfalls noch offen, so das Landratsamt weiter. Wann die Baugenehmigung erteilt werde, könne man daher noch nicht sagen.

Über mangelnde Nachfrage allerdings kann sich Schmidt offenbar nicht beschweren: „Es ist schon fast alles weg“, sagte er auf Anfrage der Redaktion. „Es ist nicht mehr viel da.“ Konkrete Zahlen allerdings wollte er nicht nennen.

Plätze für Senioren auf dem Brauerei-Areal

Auch im Brauerei-Areal wird bei der künftigen Gemischt-Nutzung auch Wohnraum angeboten: Geplant sind – neben einer Tagespflegeeinrichtung – insgesamt 43 Einheiten „Servicewohnen“ auf drei Geschossebenen. Zudem soll eine Wohngruppe für Demenzkranke eingerichtet werden, die in zwölf separaten Zimmern wohnen, aber etwa die Küche gemeinsam nutzen können.

Aloysianum: Verkauf stockt, Vermietung läuft

Im Aloysianum scheint das Ende der Fahnenstange erreicht. Im April waren 43 der 48 Wohnungen dort verkauft. Seitdem hat sich nichts getan – abgesehen davon, dass die Sparkasse Mainfranken als Vertriebspartner es für zweckdienlich erachtete, eine Pause einzulegen. Dies erläuterte Thomas Fichtel, einer der beiden Geschäftsführer der Top-Bauträger GmbH aus Villingen-Schwenningen auf Anfrage der Redaktion. Zwei der restlichen fünf Wohnungen seien inzwischen vermietet, die letzten drei werden es wohl in den nächsten beiden Wochen sein, führte er aus. „Vermieten ist kein Problem“, sagte er, zumal alle Bewohner des umgebauten Studienseminars seinen Worten zufolge zufrieden seien. Bei der Suche nach Käufern einer Wohnung sieht es offenbar anders aus.

Leicht modifiziert und leicht abgespeckt

Indes nimmt das Großprojekt zwischen Aloysianum und Bahndamm jetzt „Fahrt auf“, wie Christian Mair auf Anfrage erklärt. Der Geschäftsführer der MC Immobilien GmbH hatte das ursprünglich von der Top-Bauträger GmbH geplante Vorhaben 2016 übernommen, es leicht modifiziert und leicht abgespeckt. Nach derzeitigem Stand der Dinge strebe er eine Pflegeeinrichtung mit 105 Betten an (bisher geplant: 112), führte der Unterschleißheimer aus. Auf alle Fälle würden dann noch Einfamilienhäuser und Doppelhäuser folgen – unterm Strich acht Wohneinheiten (bisher: zehn) – und schließlich noch eine Anlage mit rund 50 Wohnungen (bisher 58).

Die nötigen Unterlagen – Voraussetzung für einen Vorhaben- und Erschließungsplan – werde er noch heuer gebündelt bei der Stadt vorlegen, kündigte Mair an. Mit dem ersten Bau, dem Seniorenheim, werde dann voraussichtlich im zweiten Quartal 2019 begonnen.

AWO übernimmt den Betrieb

Betreiben wird diese Einrichtung der Bezirksverband Unterfranken der Arbeiterwohlfahrt (AWO), wie dessen Geschäftsführer Martin Ulses bei einer Versammlung im Juli ankündigte. Demnach sollen Senioren hier „in individuell betreuten Wohngruppen nach dem Quartierskonzept zusammenwohnen, das insbesondere die Bedürfnisse älterer Menschen berücksichtigt und die Stärken älterer Menschen betont, wie es in einer Pressemitteilung damals hieß. Diese Einrichtung solle auch „eine Bereicherung für kulturelle und kommunikative Angebote sein“.

Das ist noch längst nicht alles

Eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt wird in absehbarer Zeit sicherlich auch das Baugebiet Südlich der Steinfelder Straße in Sendelbach bringen. Dort werden 41 Bauplätze ausgewiesen. „Die Bodenordnung wird nach derzeitigem Stand bis Ende des ersten Quartals 2019 fertig sein“, teilte die Stadt auf Anfrage mit. Das heißt: Mit der Erschließung kann frühestens im April begonnen werden.

Auch im Brunnenwiesenweg ist ein größeres Wohnbauprojekt geplant und zwar auf dem Grundstück der ehemaligen Schreinerei Scherg. Ein Bauantrag für dieses Vorhaben sei bei der Stadt eingegangen und ans Landratsamt Main-Spessart als Baugenehmigungsbehörde weitergeleitet worden, bestätigte Pressesprecher Dieter Daus auf Anfrage. Öffentlich im Stadtrat behandelt wurde dieses Projekt nicht. Wohl aber hat der Bauträger – die Elsesser-Gruppe aus Aschaffenburg – das Vorhaben allen Anliegern schon im Februar vorgelegt. Demnach sind auf einer rund 4750 Quadratmeter großen Fläche drei Gebäude mit knapp 50 Wohnungen geplant.

Widerstand im Brunnenwiesenweg

Die Reaktion der Anlieger: die meisten, wenn nicht alle, verweigerten ihr nachbarschaftliches Einvernehmen, wie aus dem Kreise der Betroffenen übereinstimmend zu erfahren war. Vielmehr hätten die Anlieger Widerspruch eingelegt – zum einen wegen der anstehenden Hochwasserschutzmaßnahme am Rechtenbach, der das Grundstück im Süden begrenzt, als auch wegen der massiven Wohnbebauung in dem als Mischgebiet ausgewiesenen Areal.

Schließlich gibt es noch das Areal der ehemaligen Gärtnerei Hutzel zwischen Lohr und Wombach: ein Hektar groß, zwischen Feuerwache und Stadtwerke. Eigentümerin Katja Lorenz will es verkaufen. „Das dauert länger als gedacht“, teilte sie auf Anfrage der Redaktion mit. Sie habe zwar „einige angenehme Projekte an der Angel“. Eine Entscheidung aber sei noch nicht gefallen.

Fünf der 48 Wohnungen im Aloysianum hat der Investor nicht losbekommen. Jetzt werden diese vermietet.
Fünf der 48 Wohnungen im Aloysianum hat der Investor nicht losbekommen. Jetzt werden diese vermietet. Foto: Roland Pleier
Auf dieser Wiese und auch hinter dem Zaun im Bereich der ehemaligen Schreinerei Scherg (rechts im Hintergrund) im Brunnenwiesenweg ist eine größere Wohnanlage geplant.
Auf dieser Wiese und auch hinter dem Zaun im Bereich der ehemaligen Schreinerei Scherg (rechts im Hintergrund) im Brunnenwiesenweg ist eine größere Wohnanlage geplant. Foto: Roland Pleier

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