Zellingen

Bauplätze nach Rangziffer oder Losverfahren?

Noch in diesem Jahr sollen Abwasserkanäle in Zellingen und Retzbach per Kamerabefahrung untersucht werden. Bürgermeister Wieland Gsell informierte den Gemeinderat, dass die Leistungsverzeichnisse dazu kürzlich eingingen und sich die Kostenschätzungen auf rund 385 000 Euro summieren. Die Ausschreibung wird am 18. Oktober beginnen, die Submission ist am 12. November geplant, die Auftragsvergabe in der 48. Kalenderwoche (Ende November). Vorgesehen sind die Arbeiten für die 51. Kalenderwoche, das wäre acht Tage vor Weihnachten.

Erfreuliche Zahlen hatte der Bürgermeister zum Freibad Zellingen: Aus dem Eintrittkartenverkauf wurden 77 672 Euro eingenommen. Zum Vergleich: Es gab auch schon verregnete Sommer, in denen es nur rund 16 000 Euro waren. Aus dem Gemeinderat wurde ergänzt, damit sei die drittbeste Besucherzahl im Raum Würzburg und Main-Spessart erreicht worden.

Mehr Interessenten als Bauplätze

Noch keine Entscheidung traf das Gremium, wie die Bauplätze im Baugebiet "Kapelle" an die Bauinteressenten vergeben werden. Den insgesamt 29 Bauplätzen stehen deutlich mehr Interessenten gegenüber. In einem nichtöffentlichen Sitzungsteil legten die Räte den Bodenpreis auf 195 Euro fest und tendierten insgesamt zu einem Einheimischenmodell.

Das bedeutet, dass der Großteil der Bauplätze (zum Beispiel 70 Prozent) an Einheimische vergeben wird. Dabei sieht das Leitlinienmodell des Bayerischen Gemeindetages grundsätzlich vor, dass es ein Punktesystem für Ortsbezugs- und Sozialkriterien gibt. Ortsbezugskriterien können zum Beispiel der Wohnsitz (aktuell und früher), die Arbeitsstelle und die Ausübung eines Ehrenamts in der Gemeinde sein. Bei den Sozialkriterien können der Familienstand, die Zahl der im Haushalt lebenden Kinder, eventuelle Behinderungen und die Pflege naher Angehöriger bewertet werden, berücksichtigt werden müssen Vermögen und Einkommen. Letzteres wird in Zellingen darauf hinaus laufen, dass ein Mindesteinkommen und -vermögen festgesetzt wird. Damit soll sichergestellt werden, dass die Interessenten in absehbarer Zeit bauen können (Baugebot). Weil das Projekt nicht gefördert wird, können keine Obergrenzen festgelegt werden.

Der Gemeinderat wird auch festlegen müssen, wie die Kriterien innerhalb einer Kategorie gewichtet werden und insbesondere die Gewichtung der beiden Kategorien. Dabei gilt grundsätzlich, dass die Sozialkriterien gleich oder höher bewertet werden müssen.

Für die eigentliche Grundstückvergabe kommt sowohl ein Zugriff der Bewerber auf Basis der ermittelten Rangziffer (aus Ortsbezugs- und Sozialkriterien), hier würden die "besten 29" Bauplätze erhalten, als auch ein Losverfahren in Betracht.

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