Thüngen

Bei Else wurde die "wirkliche" Politik gemacht

Die Gaststätte 'Zur Sonne' in der Thüngener Herrnstraße war für Else Deivel Geburtshaus und Lebensraum für viele Jahrzehnte. Bürgermeister Strifsky gratulierte zu ihrem 80. Geburtstag.
Die Gaststätte "Zur Sonne" in der Thüngener Herrnstraße war für Else Deivel Geburtshaus und Lebensraum für viele Jahrzehnte. Bürgermeister Strifsky gratulierte zu ihrem 80. Geburtstag. Foto: Günter Roth

Ihr Geburtshaus war schon immer ein Gasthaus, und Else war eigentlich schon immer Wirtin. Jedenfalls gibt es keinen Thüngener, der nicht die Else und die "Sonne" kennt. Zwar hat sie vor zwei Jahren den Gastraum nach gut sechs Jahrzehnten geschlossen, doch ab und zu trifft man sich dort noch in privater Runde. Beispielsweise um ihren Geburtstag zu feiern. Sie wurde am 13. März 80 Jahre alt.

Die Sonne war schon eine Wirtschaft, bevor der "Schwarze Adler" an der Bundesstraße eröffnet wurde. "Mein Ur-Ur-Großvater war Küfer und hat für die Thüngener Brauerei die Bierfässer gemacht. 1846 bekam er dann die Konzession für eine Gaststätte", sagt die Jubilarin. Später haben dann der Großvater und der Vater diese Tradition weitergeführt, bis sie dann von Else und ihrem Mann Helmuth übernommen wurde. Nachdem der Ehemann 1986 drei Tage vor der Silberhochzeit verstarb, musste Deivel die Wirtschaft trotz ihrer sechs Kinder alleine weiterführen. Da aber keiner der sieben Enkel und fünf Urenkel als Gastronom einsteigen wollte, endete die alte Tradition.

Nach wie vor ist Else Deivel, die Bürgermeister Lorenz Strifsky als "Gönnerin der Vereine" bezeichnete, ein Stück der Thüngener Geschichte. Als Wirtin gab sie fast allen Ortsvereinen eine Heimstatt: Hier traf sich der Bayern-Fanclub, die Fußballer feierten nach dem Spiel den Sieg oder die Niederlage und fast jeder Verein hielt hier seine Jahresversammlung. Auch die Herren des Marktgemeinderats kehrten nach der offiziellen Sitzung ein, und in der gemütlichen Atmosphäre von Elses Gaststube konnte manches Problem nachträglich gelöst werden. "Hier wurde oft die wirkliche Ortspolitik gemacht", so Bürgermeister Strifsky.

Neben den sechs Kindern, sieben Enkeln und fünf Urenkeln gratulieren der Jubilarin natürlich auch die Ortsvereine.

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