Lengfurt

Beim Klassentreffen in Erinnerungen geschwelgt

Beim Klassentreffen der Schulabschlussjahrgänge 1946-1950 (Jahrgang 1932-1936) wurden alte Geschichten ausgekramt. Foto: Günter Schürger

Herzliche Wiedersehensfreude herrschte beim gemeinsamen Klassentreffen der Volksschul-Abschluss-Jahrgänge 1947/1948/1949/1950 in Lengfurt. Günter Schürger hatte das mittlerweile achte, alle fünf Jahre stattfindende Treffen zusammen mit Werner Karpf und Josef Baumann hervorragend organisiert. Sechzehn Lengfurter der Geburtsjahrgänge 1932 bis 1936 waren der Einladung gefolgt.

Der Erinnerungen waren zahlreich: Es gab ein halbes Jahr Ferien, weil erst am 1. Dezember 1945 der Unterricht, der mit über vierzig Schülern im späteren Sitzungssaal der Gemeinde Lengfurt im Rathaus neben einem Kanonenofen stattfand, wieder aufgenommen werden konnte. Unter anderem erlernten sie die Sütterling-Schreibschrift (deutsche Schrift), wie sie ihre Eltern benutzten. Und es wurde schon früh an der "Gleichberechtigung" gearbeitet, denn einige der Jungen wurden für die Hausarbeit vorbereitet und lernten Nähen, Stopfen und Stricken bei Schwester Juliane im Schwesternhaus.

Wasserlose Zeit war sehr mühsam

Wegen der Wasserunterbrechung durch Brückensprengung 1945 und Treibeis 1947 musste mehrmals in der Woche Wasser an einem Brunnen vor dem Gasthaus zur Linde oder an einem Brunnen in der Brunnengasse mit Eimern geholt werden. Für Bauern mit Vieh war die "wasserlose" Zeit sehr mühsam. Samstag war Badetag. Das Wasser wurde auf dem Kochherd erwärmt. In einer Blechwanne wurde gebadet, oft in der Badefolge Kinder, Mutter, Vater.

Die Dreschhalle am Main war nach dem Krieg ein beliebter Ort für Dorffeste. Außerdem gab es zeitlich begrenzte Häckerwirtschaften. Ausgebombte kamen während des Krieges aus dem Frankfurter Raum, nach Kriegsende kamen Flüchtlinge und Vertriebene aus Schlesien und dem Sudetenland. Die Schulklassen vergrößerten sich damals. Die Wohnungszuweisung an Flüchtlinge und Vertriebene geschah oft gegen den Willen der Hausbesitzer – etwas, was an die heutige Flüchtlingsbewegung erinnern mag. Für die Freizeitgestaltung gab es den Sportverein, den Schützenverein, den Gesangsverein, die Freiwillige Feuerwehr und den von Pfarrer Dinkel gegründeten Kolpingverein.

Nach dem Nachmittagskaffee besuchte man gemeinsam den Gottesdienst, der von Marita Wallmann gestaltet wurde.

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